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Wenn die Aktienrückkäufe weiter nachlassen…

Gastautor: Sven Weisenhaus
20.11.2019, 09:31  |  1495   |   |   

Der DAX hat gestern ein neues bullishes Signal gesendet. Doch bevor ich darauf genauer eingehe, muss ich die Freude darüber leider etwas trüben und kurz auf die Analyse vom vergangenen Freitag zurückkommen. Darin war zu lesen, dass die Unternehmen aus dem S&P 500 mit ihren aktuellen Geschäftsergebnissen besser als erwartet abgeschnitten haben und „nur“ einen durchschnittlichen Gewinnrückgang von 2,3 % hinnehmen mussten, während vor Beginn der Berichtssaison ein Wert von -4,1 % erwartet wurde. Das ist also die relativ gute Nachricht.

Die Gewinne fielen schwächer aus als auf den ersten Blick erkennbar

Was in der Analyse aber noch nicht berücksichtigt wurde: die Gewinne sind „geschönt“. Denn die Unternehmen aus dem S&P 500 haben massiv eigene Aktien gekauft. Dadurch verteilt sich der Gewinn, den die Unternehmen jeweils erwirtschaftet haben, auf weniger Aktien. Selbst wenn ein Unternehmen also keinen Gewinnanstieg verbuchen kann, fällt durch Aktienrückkäufe zumindest die Kennzahl „Gewinn pro Aktie“ höher aus.

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Mit anderen Worten: Der eigentlich höhere Gewinnrückgang bei den S&P 500-Unternehmen wird durch die Aktienrückkäufe kompensiert und fällt damit bei der Kennzahl „Gewinn je Aktie“ deutlich weniger stark aus, als er eigentlich ist.

Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

Auf dieses Phänomen hatte ich auch schon am 22. Januar hingewiesen (siehe „Aktienrückkäufe auf Rekordniveau – Gefahren in den Bilanzen“). In der damaligen Börse-Intern war zu lesen, dass die Aktienrückkäufe 2018 ein Rekordniveau erreichten. Nachfolgend noch einmal die dazugehörige Grafik:

Aktienrückkäufe der Unternehmen aus dem S&P 500
(Quelle: yardeni.com, Standard & Poor’s)

Das Hoch der Aktienrückkäufe war damit allerdings noch nicht erreicht. Es fiel im 4. Quartal 2018 sogar noch einmal deutlich höher aus (siehe folgende Grafik). Die US-Unternehmen gaben damit laut Medienberichten zum ersten Mal mehr Geld für Aktienrückkäufe aus als für produktive Investitionen. Und auch in den ersten Quartalen des laufenden Jahres holten die Unternehmen weiterhin fleißig eigene Aktien vom Markt.

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