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Marktkommentar: Andreas Lesniewicz (CONREN): „Der Markt war zu negativ“
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Marktkommentar Andreas Lesniewicz (CONREN): „Der Markt war zu negativ“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
20.11.2019, 10:15  |  377   |   |   

Aktienkurse und Stimmung hellen sich auf. Der Markt war zu negativ und korrigiert Zukunftserwartungen und Aktienkurse nach oben.

Aktienkurse und Stimmung hellen sich, wie erwartet, auf. Der Markt war zu negativ und korrigiert Zukunftserwartungen und Aktienkurse nach oben.

Börsennachrichten bleiben dabei von den Handelsdiskussionen zwischen den USA und China geprägt…und damit von Trumpschen Tweets.

Zur Lage in China: Alibaba Singles' Day - ein Indikator für die Stimmung der Konsumenten und der Verschiebung von der „old economy“ zur „new economy“ – hat mit 500 Millionen Kunden in 24 Stunden über 38 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Alleine in den ersten 90 Minuten waren es bereits über 16 Milliarden.  

Insgesamt ist die Situation, trotz höherer Kurse, weiterhin nicht so schlecht, wie die Nachrichtenlage suggeriert:

  • Die Stimmung hellt sich auf, ist aber nach wie vor nicht euphorisch (trotz neuen Höchstkursen)
  • Notenbanken drehen global auf (auch in den Emerging Markets): die US-Notenbank Fed und EZB kaufen (bald) wieder Wertpapiere – USD 60 bzw. Euro 20 Mrd. pro Monat
  • Politische Risiken (Handelskrieg, Brexit, Iran etc.) werden nicht mehr als unmittelbare Gefahren für Wirtschaften und Börsen gesehen
  • Die Gewinnberichtssaison war nicht so schlecht wie vielerorts erwartet. Unternehmen konnten vermehrt auf Basis herabgesetzter Ziele und Erwartungen punkten.
  • Die Wachstumsaussichten bleiben viel diskutiert. Es läuft auf eine Stabilisierung schwächerer Wachstumsraten hinaus. Die USA wachsen mit ca. 2%, US-Konsumenten bleiben optimistisch, Trump fährt ein massives Budgetdefizit, China stabilisiert sich (obwohl aktuell gilt „Stabilisierung vor Stimulierung“), Europa bleibt ein Fragezeichen…Erwartungen sind hier allerdings bereits sehr niedrig und einige, jüngste Indikationen lassen hoffen.
  • Bewertungen sind gestiegen, bleiben außerhalb der USA und Tech aber im historischen Vergleich im Niedrigzinsumfeld in Ordnung.

Es spricht also vieles für noch höhere Kurse an den Börsen, die allerdings kurzfristig wohl überkauft sind.

Im nächsten Jahr werden wir sehen, ob sich das Wachstum verfestigt (am besten weiter in einem Goldilocks-Rahmen und ohne Inflation)…oder ob wir doch eine Rezession sehen.

November/Dezember sollten Indikationen geben, in welche Richtung sich die Marktmeinung entwickelt. In diesem Zusammenhang ist die Sektorenauswahl wiederum wichtig: Wieviel Schutz bieten zum Beispiel noch Qualitätsaktien, nach deren Rallye der letzten Jahre?

Natürlich bleibt das Gesamtbild langfristig ein Wahnsinn (Negativzinsen, hohe Verschuldung etc.) – aber dieser Wahnsinn kann noch eine ganze Weile weitergehen. Wir müssen aufmerksam und vorsichtig bleiben.


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