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ROUNDUP Neue Thyssenkrupp-Chefin treibt Umbau nach Verlust voran

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.11.2019, 07:20  |  258   |   |   

ESSEN (dpa-AFX) - Hohe Verluste, keine Dividende für die Aktionäre: Für Thyssenkrupp endet ein turbulentes Geschäftsjahr ohne versöhnlichen Abschluss. Die neue Frau an der Spitze, Martina Merz, will daher den Umbau vorantreiben, um die Profitabilität des Konzerns wieder herzustellen. Doch das kostet zunächst einmal. Da auch der konjunkturelle Rückenwind fehlt, dürfte das Unternehmen im neuen Geschäftsjahr 2019/20 noch tiefer in die Verlustzone rutschen. Die Mittelfristziele wurden ebenfalls verschoben.

"Wir drehen gerade jeden Stein im Unternehmen um", sagte Merz am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz. Sie hatte Ende September den glücklosen Guido Kerkhoff abgelöst. "Die Performance etlicher unserer Geschäfte ist nicht zufriedenstellend. Das hat auch damit zu tun, dass notwendige strukturelle Verbesserungen und Restrukturierungen nicht mit der notwendigen Konsequenz umgesetzt wurden", so die Managerin. Dies wolle der Vorstand nun angehen. "Zügig und systematisch."

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Im Zentrum steht neben einer möglichen Trennung vom Aufzuggeschäft zunächst der Anlagenbau sowie das Geschäft mit Autokomponenten. Der Anlagenbau, der zur Zeit Verluste schreibt, soll operativ wieder in die Spur gebracht werden. Gleichzeitig prüft Thyssenkrupp die Möglichkeit, das Geschäft mit Partnern oder unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln, hieß es vom Unternehmen. Derzeit stelle Thyssenkrupp Informationen zusammen, um "zeitnah" Gespräche mit möglichen Interessenten aufnehmen zu können. Der Anlagenbau hatte sich zuletzt mit einigen Projekten verhoben. Wegen der mauen Konjunktur kämpft der Bereich mit einer zu geringen Auslastung. Großaufträge fehlen.

Auch im Autozuliefergeschäft will die neue Chefin umbauen. Im Geschäftsfeld System Engineering, das Komponenten rund um die Themen Karosserie und Antriebsstrang für die Automobilindustrie fertigt sowie Automatisierungslösungen für elektrische Speicher- und Antriebssysteme anbietet, sollen etwa 640 Stellen abgebaut werden. Insgesamt hat Thyssenkrupp für Restrukturierungen im laufenden Geschäftsjahr einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag vorgesehen.

Auch die Zentrale soll verschlankt werden. So sollen beim Komponentengeschäft sowie beim Anlagenbau die Führungsgesellschaften weitgehend aufgelöst werden. Damit bestätigte Thyssenkrupp frühere Spekulationen in diese Richtung. In der Zentrale soll die Zahl der zentralen Funktionen von 15 auf 10 reduziert werden. Die Zahl der knapp 800 Mitarbeiter werde auf etwa 430 in den kommenden 12 Monaten reduziert.

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