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Aktienmarkt: Warum Anleger jetzt nur verlieren können 

Gastautor: Guidants
22.11.2019, 16:38  |  1260   |   |   

Bullenmärkte entstehen im Pessimismus, wachsen mit Sorge (Wall of Worry), reifen im Optimismus und enden in Euphorie. Das sagte einmal John Templeton und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Da wir uns gerade jetzt in einer Phase der Euphorie befinden, sollte man sich um das Fortbestehen des Bullenmarktes Sorgen machen. Für ein Ende des Bullenmarktes fehlte nur noch ein Puzzlestück, die Euphorie. Jetzt haben wir sie. Sie zeigt sich, indem Anleger vollkommen irrational Kurse auf immer neue Höhen treiben – ohne irgendeine Untermauerung....

In den USA ist der fundamentale Trend ein Abwärtstrend. Das zeigt sich etwa anhand der Investitionen. Diese befinden sich auf dem Rückzug. Das Wachstum ist noch knapp positiv, doch der Trend zeigt klar nach unten (Grafik 1).

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Die Industrie befindet sich bereits in einer Rezession. Das Wachstum ist negativ und der Trend zeigt noch keinen Ansatz einer Umkehr (Grafik 2). Sowohl Anleger als auch Analysten ignorieren das, weil ja der Konsum noch so stark ist und dieser die Wirtschaft in den USA trägt.


Das ist schön und gut, wenn der Konsum nur wirklich stark wäre. Auch hier ergibt sich ein Abwärtstrend (Grafik 3). Das Wachstum der Konsumausgaben erreicht auf Jahressicht nur noch 3 %. Nach Abzug der Inflation bleiben noch etwas mehr als 1 % übrig.


Die US-Wirtschaft steuert auf ein reales Wachstum von einem Prozent zu. Da der Trend abwärts gerichtet ist, dürfte das nur ein Zwischenstopp sein. Anleger ignorieren das einfach. Sie klammern sich an die Hoffnung, dass es bald einen Trendwechsel gibt. Das ist aktuell nur Schall und Rauch und genau darin liegt das Problem.

Aktienmarkt-Warum-Anleger-jetzt-nur-verlieren-können-Kommentar-Clemens-Schmale-GodmodeTrader.de-1
S&P 500

Anleger haben bereits einen Aufschwung eingepreist. Kommt dieser, gibt es keinen Grund für weiter steigende Kurse. Der Aufschwung ist schon in den Kursen reflektiert. Kommt er nicht, gibt es Korrekturbedarf.

Wie sehr Anleger gegen den wirtschaftlichen Trend gehandelt haben, zeigt die Divergenz aus Einkaufsmanagerindex und S&P 500 Performance (Grafik 4). Der S&P 500 hat so performt, als ob der Einkaufsmanagerindex bei 55 stehen würde. Er steht bei 48.


Genau das ist die Euphorie. Anleger preisen den Markt so, als ob wir überall blühende Wiesen sehen würden. Tatsächlich sind sie ziemlich welk. Im schlimmsten Fall ist die Hoffnung auf einen neuerlichen Aufschwung komplett daneben. Dann haben wir den Bärenmarkt. Im besten Fall haben Anleger schon alles eingepreist. In beiden Fällen gibt es keinen Grund für höhere Kurse.

Das bedeutet nun nicht, dass man sofort alles verkaufen sollte. Euphorie kann sich monatelang halten. Timing ist wichtig. Solange die Euphorie anhält, kann man mit dem Markt gewinnen. Man muss nur rechtzeitig den Absprung schaffen.


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