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Welchen Betrag hätte man heute, wenn man seit dem 1.1.2000 monatlich 100 Euro in den DAX investiert hätte?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.11.2019, 09:07  |  4921   |   |   

Vielen Kleinanlegern fällt es schwer, monatlich einen Betrag zur Seite zu legen, um langfristig Vermögen aufzubauen. Oftmals liegt das jedoch nicht an der finanziellen Ertragsfähigkeit dieser Personen, sondern an der Motivation und somit am finanziellen Weitblick. Das heißt, viele Menschen könnten zwar monatlich einen Betrag von beispielsweise 100 Euro ansparen und investieren, unterlassen dies jedoch aufgrund der Meinung, dieser Betrag sei viel zu gering, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Deshalb zeige ich euch, wie viel ihr heute auf eurem Aktiendepot hättet, wenn ihr seit dem 1. Januar 2000 monatlich 100 Euro in einen Exchange Traded Funds (ETF) auf den deutschen Leitindex DAX investiert hättet. Aufmerksame Leser der Überschrift erkennen zweifelsohne, dass der Euro erst 2002 eingeführt wurde. Um meine Berechnung zu vereinfachen und nachvollziehbar zu machen, unterstelle ich jedoch, dass stetig in Euro investiert wurde.

2000–2009: Jahrzehnt der wirtschaftlichen Krisen

Hätte der typische Kleinanleger diesen Sparplan im Januar 2000 begonnen, so würde er nach wenigen Monaten vermutlich ein negatives Bild von den Kapitalmärkten haben. Denn in den ersten Jahren seines Sparplans sieht der Anleger, wie monatlich 100 Euro investiert werden und seine jeweilige Investition von Monat zu Monat schrumpft. Der Tiefpunkt wird im Frühjahr 2003 erreicht, in dem nur noch jeweils ca. 30 Euro von seinen ersten monatlichen Investitionen vorhanden sind.

Somit ergeben sich teilweise Verluste von knapp 70 % auf die monatlich angesparten Beträge. Der Anleger könnte nun natürlich seinen Bestand an ETF-Anteilen bzw. Indexzertifikaten verkaufen, nie wieder auf den DAX schauen und seinen Freunden und der Familie erzählen, dass man mit Aktien nur Verluste macht – niemand würde es ihm verübeln.

Gleichwohl könnte er sich aber auch freuen, denn nun erhält er für die gleichen 100 Euro annähernd 3-mal so viele Anteile wie einige Monate zuvor. Dieser Effekt wird an der Börse als Cost Average oder auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt genannt. Somit erhält der Anleger bei einem Preisverfall bei gleichbleibendem Investitionsbetrag mehr Anteile und senkt seinen Durchschnittspreis pro Anteil. Als sich die Kurse nach der Dotcom-Blase der 2000er-Jahre wieder erholten und der Anleger sich auf satte Kursgewinne freuen konnte, kam jedoch die Finanzkrise 2008/09, als die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers insolvent wurde und sämtliche Finanzmärkte ins Chaos stürzten.

2010–2019: Eurokrise und Handelskriege

Doch auch die nächsten Jahre waren an den Finanzmärkten alles andere als entspannt. Denn der Beginn des Jahrzehnts war unter anderem von den Nachwehen der Finanzkrise geprägt, die zu einer zunehmenden Verschuldung der Länder geführt haben. Dies trifft vor allem auf wirtschaftlich schwache EU-Länder wie Griechenland und Italien zu, die zu einer zunehmenden Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar geführt haben.

Für Anleger, die jeden Monat 100 Euro in einen DAX-ETF investiert hätten, waren diese Auf- und Ab-Phasen an der Börse jedoch kein Grund zur Sorge – ganz im Gegenteil –, denn durch den niedrigen Stand des DAX konnten Anleger wiederum mehr Anteile erwerben, als wenn dieser nahe seines Allzeithochs notieren würde. Ähnliches trifft auf die derzeitige Situation in Bezug auf den Handelskrieg zwischen den USA und China zu. Wenngleich zwar kurzfristig Aktienkurse sinken und zu Buchverlusten führen können, so ändert das nichts an der langfristigen Perspektive von Indexfonds bzw. Indexzertifikaten: Nämlich dass diese nicht zu ersetzen sind.

Conclusio

Unterm Strich hätten Anleger nach diesem Schema insgesamt 23.900 Euro investiert und würden nun Ende November 2019 (Stand: 25.11.2019) über 49.990 Euro verfügen. Sie hätten daher stolze 26.090 Euro als Kursgewinn eingefahren. Was lernt man nun als Foolisher Anleger über eine langfristige Geldanlage? Man lernt ganz klar, dass wirtschaftlich schlechte bzw. schwierige Zeiten auch immer mit enormen Chancen einhergehen und dass bereits 100 Euro im Monat einen Unterschied machen.

Wenn ihr mich fragt, sollte man als junger Anleger darauf hoffen, dass es immer wieder Zeiten von starken Korrekturen gibt, in denen Aktien oder ETFs erworben werden können, die man im Anschluss sein ganzes Leben behalten sollte. Verliert man jedoch aufgrund der erhöhten Volatilität die Nerven und verkauft in diesen Zeiten das Depot, wird man langfristig betrachtet eine geringere Rendite erzielen, als wenn man einfach nächsten Monat weitergekauft hätte, ohne lange auf den Kurs zu starren. Denn es wurde bereits empirisch bewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit von Kursgewinnen mit der Haltedauer von Indexfonds ansteigt. Das heißt, je länger ihr euren ETF haltet, desto wahrscheinlicher macht ihr einen Gewinn.

Zudem möchte ich euch einen kleinen Tipp auf den Weg geben: Wenn ihr die Wahl zwischen einem ETF und einem Indexzertifikat habt, solltet ihr immer den ETF wählen. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten hättet ihr beim ETF einen vollständigen Anspruch auf eure Positionen, während ihr bei Indexzertifikaten höchstwahrscheinlich leer ausgeht. Das liegt vor allem daran, dass das Vermögen von ETFs als Sondervermögen behandelt wird und außerhalb der Bilanz des Emittenten ist.

Abschließend ist zu erwähnen, dass bei der gesamten Betrachtung etwaige Verwaltungsgebühren des ETF aufgrund Vereinfachungszwecken außer Acht gelassen wurden. Da manche ETFs jedoch nur eine Gebühr von 0,10 % p.a. verlangen, ändert dies auch weitgehend nichts an meiner Berechnung.

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