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Greenwashing stoppen FNG-Siegel: Schluss mit Greenwashing bei ethisch-ökologischen Investments

28.11.2019, 15:00  |  645   |   

Gütesiegel für nachhaltige Finanzprodukte etablieren sich in Deutschland zunehmend. Sie können Anlegern bei der Orientierung helfen, denn bisher bestehen keine gesetzlichen Mindeststandards für solche ethisch-ökologischen Investments. Der Branchenverband Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) vergibt bereits seit 2015 einmal im Jahr das sogenannte „FNG-Siegel“ an nachhaltige Investmentfonds, welche die Siegelmindestanforderungen erfüllen.

2019 wurden 104 Fonds mit dem „FNG-Siegel 2020“ ausgezeichnet. Beworben hatten sich 105 Fonds von 47 Fondsgesellschaften, was einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die zertifizierten Fonds verwalten dabei ein Vermögen von rund 30 Milliarden Euro, berichtet das FNG in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung.

Volker Weber, FNG-Vorstandsvorsitzender, erklärte: „Unsere Pionier-Arbeit in Sachen Standardisierung trägt Früchte. Der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen wird seinem Auftrag gerecht, für Transparenz, Orientierung und Standards bei nachhaltigen Finanzprodukten zu sorgen. Damit machen wir all denjenigen Fondsgesellschaften und Kapitalanlegern ein Angebot, die es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit und dem Greenwashing einen Riegel vorschieben wollen.“

Mit dem FNG-Siegel zertifizierte Investmentfonds müssen bestimmte Mindestanforderrungen erfüllen. So müssen Fondsgesellschaften laut der Verfahrensbedingungen 2019 des FNG-Siegels sicherstellen, dass Investments in Unternehmen, „die in den folgenden Branchen tätig sind oder die gegen folgende Prinzipien verstoßen“ ausgeschlossen werden:

  • Hersteller kontroverser Waffen
  • Hersteller konventioneller Waffen/Rüstung*
  • Unternehmen, die Uran abbauen*
  • Unternehmen, die ihre Stromerzeugung auf Kernenergiebasieren *
  • Betreiber von Kernkraftwerken sowie Hersteller wesentlicher Komponenten für Kernkraftwerke *
  • Unternehmen, die Kohle abbauen *
  • Unternehmen, die ihre Stromerzeugung auf Kohle basieren **
  • Unternehmen, die Verfahren zum Abbau und/oder Aufbereitung von Ölsanden einsetzen*
  • Unternehmen, die Fracking-Technologien herstellen und/oder nutzen*
  • Verstöße gegen die 10 Kernprinzipien des UN Global Compact:
    *= Umsatztoleranz von fünf Prozent; **= Umsatztoleranz von 30 Prozent
     

Sollten Fonds in Staatsanleihen investieren, muss sichergestellt werden, „dass der Fonds nicht in Staaten investiert ist und investiert werden kann, die die folgenden Merkmale aufweisen“:

  • „Staaten, die gemäß dem aktuell gültigen Freedom House-Ranking als “nicht frei” eingestuft werden.
  • Staaten, die gesetzlich nicht an die UN Konvention zur biologischen Vielfalt (UN Biodiversitäts-Konvention) gebunden sind.
  • Staaten, die zu den 40 Prozent letztplatzierten Staaten im aktuell gültigen Korruptions-Wahrnehmungsindex von Transparency International gehören.
  • Staaten, die gesetzlich nicht an den Atomwaffensperrvertrag gebunden sind. Das Kriterium „Besitz von Atomwaffen“ wird als gleichwertige Alternative bewertet.“


Darüber hinaus müssen die zertifizierten Fondsgesellschaften eine ESG-Analyse (Environment Social Governance) aller Portfoliotitel nachweisen und spezielle Transparenzdokumente ausfüllen: Den Transparenz Kodex des European Sustainable Investment Forum (Eurosif) sowie das FNG-Nachhaltigkeitsprofil.

Fonds mit einer besonders nachhaltigen Anlagestrategie, welche die Mindestanforderungen bereits erfüllen, können anhand eines Stufenmodells (ein bis drei Sterne) in den Bereichen Produktstandards, institutionelle Glaubwürdigkeit und Impact weitere Punkte sammeln. Dafür werden sie mit ein bis drei Sternen ausgezeichnet (siehe Grafik).


Quelle: GNG

Eine Liste aller mit dem „FNG-Siegel 2020“ zertifizierten Fonds finden Sie HIER.

Neben den „FNG-Siegel“ gibt es im deutschsprachigen Raum noch das „ECOreporter-Siegel für Nachhaltige Geldanlagen“. Laut dem Unternehmen „zeichnet das ECOreporter-Siegel Anbieter und Produkte aus, deren Nachhaltigkeitsversprechen überprüft wurden.“ Das Siegel arbeitet ebenfalls mit Ausschlusskriterien.

Autor: Ferdinand Hammer
 


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