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Forex-Report USA drohen – Märkte wackeln – US-Daten auch! 

Gastautor: Folker Hellmeyer
03.12.2019, 10:51  |  808   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1073 (07:05 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1003 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.18. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120.90. EUR-CHF oszilliert bei 1.0988.  

Nach einer Phase weniger Wochen relativer Friedlichkeit seitens der US-Regierung mit positiven Folgen für die Finanzmärkte, nimmt das Crescendo der Aggression der USA zeitig um den 1. Advent wieder zu.

Zunächst ist es die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas, die mit den Regeln der UN-Charta nicht vereinbar sind. 

Würden die USA sich Vergleichbares bieten lassen? Die diesbezüglichen Empfindlichkeiten der USA wurden bei den unverändert nicht bewiesenen und damit lediglich unterstellten Einmischungen Russlands bei den letzten US-Präsidentschaftswahlen recht deutlich.

Gestern gesellten sich Zolldrohungen dazu. US-Präsident Trump hat eine Wiedereinführung von Zöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe aus Brasilien und Argentinien angekündigt, da beide Länder massive Abwertungen ihrer Währungen vorgenommen hätten. Deshalb plane er mit sofortiger Wirkung, Zölle auf Stahl und Aluminium wiederherzustellen. 

Wir fragen uns, ob diese Länder aus Eigennutz oder die Märkte aus guten Gründen die Abwertungen veranlassten. 

Wenn Märkte nicht den Wunschkatalog Trumps erfüllen, müssen Drittstaaten gegen Marktkräfte vorgehen?  Hat das je funktioniert? Die Antwort lautet nein! 
Trump kennt offensichtlich nicht den Unterschied zwischen Wirkung und Ursache im Rahmen von Anpassungsprozessen. Das ist fatal, nein, es ist grotesk.

Bei Fehlentwicklungen in Ländern, insbesondere wenn diese Fehlentwicklungen struktureller Natur sind, muss es zu Neubewertungen an Devisenmärkten kommen, es sei denn man ist Halter der Leitwährung und genießt die Vorteile des Status.

 

Trump forderte von der US-Notenbank dagegen vorzugehen, dass Länder durch Abwertung ihrer Währungen einen wirtschaftlichen Vorteil erlangten. Laut Trump solle die Federal Reserve so agieren, dass die Länder nicht mehr von dem starken USD profitieren könnten. 

Ergo soll in der Lesart von Trump der USD faktisch eine Weichwährung sein. Er will Manipulation, also das, was er anderen vorwirft. 

Natürlich sollen die Vorteile des Leitwährungsstatus weiter erhalten bleiben. 
Dieser Anspruch Trumps ist vergleichbar mit der dem Wunsch nach der Quadratur des Kreises. 

 

Die Vorteile des Leitwährungsstatus haben einen Preis. Diesen Preis sind die USA erkennbar nicht mehr bereit, zu zahlen. 

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