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ROUNDUP 2 HVB-Mutter Unicredit streicht weitere 8000 Stellen - Aktie steigt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.12.2019, 14:51  |  145   |   |   

(Neu: Weitere Details, Analysteneinschätzungen, aktueller Kurs.)

MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische HVB-Mutter Unicredit forciert angesichts der weiter schweren Lage für Banken ihren Sparkurs. Bis 2023 sollen rund 8000 Stellen gestrichen werden, teilte die Unicredit am Dienstag in Mailand mit. Dabei stehen auch hierzulande wieder einmal viele Stellen auf der Kippe. Zudem sollen weitere Filialen geschlossen werden. Zuletzt kam die Bank noch auf knapp 85 000 Stellen und rund 4500 Zweigstellen. Dank der weiteren Sparmaßnahmen soll der Gewinn in den kommenden Jahren auch bei geringem Wachstum kräftig steigen. Die Anteilseigner sollen davon durch höhere Dividenden und den Rückkauf von Aktien profitieren. Die Aktie profitierte davon.

Der seit Mitte 2016 amtierende Konzernchef Jean Pierre Mustier hatte in den vergangenen Jahren bereits massiv Stellen gestrichen, Risiken abgebaut, das Kapital über die Ausgabe neuer Aktien gestärkt und auch Sparten wie den Fondsanbieter Pioneer verkauft. An der Börse kam der Kurs Mustiers bisher gut an. Seit seinem Amtsantritt ging es für die in den Jahren davor stark gebeutelte Aktie um rund ein Drittel nach oben - und damit deutlich stärker als für die meisten anderen Titel der Branche.

Nach den Ankündigungen vom Dienstag ging es zunächst bis zu zwei Prozent nach oben, nach dem Mittag schmolz das Plus auf rund 0,6 Prozent ab - seit Jahresbeginn verteuerte sich das Papier um mehr als ein Viertel. Goldman-Sachs-Analyst Jean-Francois Neuez lobte die Pläne für die Kapitalausschüttung. Er bestätigte seine positive Einschätzung und beließ das Papier auf der sogenannten "Convicition Buy List" mit einem Kursziel von 16,90 Euro - das wäre noch einmal ein Drittel mehr als zuletzt. Skeptischer ist da UBS-Experte Ignacio Cerezo. Die angekündigten Maßnahmen hätten keine großen Überraschungen enthalten. Er stuft das Papier weiter mit "Neutral" ein.
Der forcierte Sparkurs wird zu Kosten von 1,4 Milliarden Euro im laufenden und kommenden Jahr führen - davon sind 1,1 Milliarden für Italien und 300 Millionen für Deutschland und Österreich vorgesehen. Die Bank wollte sich auf Anfrage nicht zur regionalen Verteilung des Stellenabbaus äußern. Er solle aber sozialverträglich und in Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen, hieß es. Nach Angaben der Gewerkschaft Uilca und Finanzkreisen sollen in Italien rund 5500 Stellen wegfallen - auf Deutschland und Österreich würden dann die restlichen 2500 entfallen.

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