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Aktien Der Crash kommt

Gastautor: Markus Richert
03.12.2019, 21:33  |  1837   |   |   

Düstere Neuigkeiten sind willkommen – ganz besonders in Deutschland. Wer als Untergangsprophet ernst genommen werden will, muss jetzt die Gründe liefern, warum in Kürze ganz sicher der globale Zusammenbruch erfolgen wird. Da die Mehrheit der deutschen Anleger grundsätzlich pessimistisch ist, greifen sie die Argumente, warum es richtig ist jetzt nicht investiert zu sein, gerne auf. Genauso wie in den Jahren zuvor.

Allerdings ist der große Crash bis jetzt ausgeblieben. Gut für die Anleger, die investiert sind und sich über stetig steigende Vermögenswerte freuen. Aber auch die Crash-Propheten sind zufrieden. Schließlich kann man so jedes Jahr einen neuen Bestseller produzieren, der das Ende der Welt ankündigt. Jetzt steht uns sogar, wenn man dem Buchtitel Glauben schenken mag, der größte Crash aller Zeiten bevor. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft – alles wird in sehr naher Zukunft kollabieren. Dabei war im Jahr 2014 der Crash noch die Lösung. Aber der Zusammenbruch ist, wie wir 2019 alle wissen, bis jetzt dann doch ausgeblieben.

Der Crash ist nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit

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Wobei sich die Autoren in der Vergangenheit nie festgelegt haben, wann der Zusammenbruch wirklich kommen wird. Irgendwann in naher Zukunft. In dem aktuellen Bestseller ist man jetzt mutiger. Spätestens bis 2023 wird uns Anlegern die bekannte Ordnung um die Ohren fliegen. Vermutlich ist es nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Die letzte große Krise im Finanzsystem ist schließlich schon länger als zehn Jahre her. Als Buchautor hat man für die nächsten Jahre ausgesorgt, wenn man eine zutreffende Prognose platziert. Der mittlerweile in die „völkische rechtskonservative“ Gedankenwelt abgeglittene Professor Max Otte lebt heute noch sehr gut davon, dass er die Finanzkrise 2008 richtig vorhersagte. Jahrelang kam kaum eine Talkshow zu diesem Thema ohne ihn aus und seine Vortragsveranstaltungen waren immer gut besucht. Als Fondsmanager seines nach ihm benannten Fonds war er dagegen bis jetzt nicht so erfolgreich.

Der Zusammenbruch als einzige Konsequenz

Dabei kann man den meisten Autoren nicht vorwerfen, dass sie die Unwahrheit verbreiten. Denn an Krisen herrscht bekanntlich kein Mangel und Fehlentwicklungen gibt es allenthalben. Egal ob die europäische Gemeinschaftswährung Euro, die Verschuldungsquote der führenden Volkswirtschaften, das erodierende Geschäftsmodell der Banken oder eine aus den Fugen geratene Politik. Überall lauern Probleme, die von den Schwarzsehern dankend aufgenommen und abgearbeitet werden. Der Finger wird nur allzu gerne in die Wunde gelegt. In einem leicht verständlichen Schreibstil werden die Probleme unserer Zeit aufgezählt und der Zusammenbruch erscheint einem schnell als die einzige mögliche Konsequenz. Volkswirtschaftslehre auf Volkshochschulen Niveau. Das ist nicht unbedingt falsch, ist allerdings der Komplexität des Themas selten angemessen. Denn Börsencrashs und Finanzkrisen lassen sich selbstverständlich nicht wissenschaftlich prognostizieren.

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