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Exklusiv im Interview Deutsche Rohstoff CEO: „Wo wir bohren, da fördern wir dann auch“

04.12.2019, 08:22  |  2227   |   

Die Deutsche Rohstoff AG emittiert aktuell ihre dritte Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro und einem Zinssatz von 5,25% über eine Laufzeit von fünf Jahren. Noch bis heute Nachmittag, 4. Dezember, um 17 Uhr können Anleger die Unternehmensanleihe 2019/2024 des Unternehmens zeichnen. wallstreet:online sprach mit CEO Dr. Thomas Gutschlag über die aktuelle Anleihe, aktuelle Geschäftsentwicklungen und die Pläne in den kommenden Jahren.

wallstreet:online: Herr Dr. Gutschlag, die Deutsche Rohstoff AG platziert aktuell Ihre dritte Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro. Investoren können den Bond noch bis heute Nachmittag 17 Uhr zeichnen. Mit welchen Konditionen ist das Papier ausgestattet?

Thomas Gutschlag: Wir bieten Anlegern ein attraktives Paket mit einem Zinssatz von 5,25%, der halbjährlich ausgezahlt wird, über eine Laufzeit von fünf Jahren. Unsere Anleihe ist mit verschiedenen Schutzklauseln ausgestattet. So verpflichtet sich die Gesellschaft unter anderem zur Einhaltung einer Mindesteigenkapitalquote von 25 Prozent sowie zur Einhaltung einer Vermögensbindung. Der Wert der Öl- und Gasreserven im Konzern und die im Konzern vorhandenen liquiden Mittel dürfen den Gesamtbetrag der ausstehenden Schuldverschreibungen nicht unterschreiten. Darüber hinaus ist die Deutsche Rohstoff ein etablierter Anleiheemittent und börsennotiert und wird von der Deutschen Bundesbank als „notenbankfähig“ eingestuft. Wir bieten Investoren also ein hohes Transparenzlevel. Die aktuelle 5,25%-Anleihe 2019/2024 ist bereits unsere dritte Unternehmensanleihe. Die Anleihe 2013/2018 wurde fristgerecht zu 100% zurückgezahlt, die Anleihe 2016/2021 notiert bei durchschnittlich 104%.

wallstreet:online: Was plant die Deutsche Rohstoff AG mit den Emissionserlösen?

Thomas Gutschlag: Wir wollen mit den zufließenden Finanzmitteln unseren profitablen Wachstumskurs weiter vorantreiben. In erster Linie sollen die Erlöse für den Ausbau unseres Öl- und Gasgeschäfts in den USA verwendet werden. Dort sind wir in Colorado, North Dakota und Utah aktiv und wollen neue Flächen akquirieren und erschließen, um neue Bohrungen niederzubringen.

wallstreet:online: Der Markt für Mittelstandsanleihen ist derzeit gehörig in Bewegung. Wie ordnen Sie dabei die Deutsche Rohstoff und Ihre Anleihe ein?

Thomas Gutschlag: Wir wollen uns überhaupt nicht mit Anleihen anderer Unternehmen vergleichen. Klar ist, Anleger müssen bei ihrer Wahl Chancen und Risiken abwägen. Ich glaube, wir machen Investoren hier ein gutes Angebot. Das sehen zahlreiche Anleiheexperten übrigens ähnlich. Die KFM Deutsche Mittelstand AG bewertet die Anleihe als „attraktiv“ und vergibt in ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer gute vier von fünf Sternen. Auch die unabhängigen Spezialisten von Bondbook, BondGuide oder Der AnleihenFinder äußern sich äußerst positiv zur neuen Anleihe.

wallstreet:online: Sie haben bei ihren bisherigen Bohrungen eine Trefferquote von 100%. Wieso treffen Sie immer ins Schwarze?

Thomas Gutschlag: Unser erfahrenes Management geht keine unkalkulierbaren Risiken ein. Mit dem Fokus auf das Schieferöl- und Gasgeschäft haben wir eine extrem hohe Sicherheit bezüglich der Bohrerfolge. Die Deutsche Rohstoff bohrt in Gebieten, in denen bereits andere Firmen erfolgreich bohren und für die sehr belastbare Daten vorliegen, die von unseren Geologen penibel ausgewertet werden. Wo wir bohren, da fördern wir dann auch.

wallstreet:online: Sie haben Mitte dieses Jahres mit elf neuen Bohrungen in Colorado begonnen. Ist man hier im Plan?

Thomas Gutschlag: Absolut. Die Bohrungen wurden im Sommer niedergebracht und sollen noch in diesem Jahr Öl und Gas produzieren. Wir haben eine hohe Sicherheit und Sichtbarkeit für die Fördermengen in 2020 und darüber hinaus. Aktuell fördert das Unternehmen aus 44 Horizontalbohrungen, die sie selbst betreibt. An weiteren 40 ist man mit Minderheitsanteilen beteiligt. Wir haben von externen Gutachtern bestätigte, sichere Ölreserven von 29 Mio. Barrel (BOE) mit einem Umsatzpotenzial von fast 1 Mrd. US-Dollar und einem Netto-Ertragspotenzial von 340 Mio. US-Dollar.

wallstreet:online: Der Trend in der globalen Energieversorgung geht jedoch weg vom Öl hin zu regenerativen Energien. Braucht die Welt künftig überhaupt noch Öl?

Thomas Gutschlag: Es ist zwar richtig, dass der Anteil „grüner“ Energie am Energiemix steigt, man muss dabei aber im Auge haben, von welch niedrigem Niveau dieser Anstieg geschieht. Öl und Gas werden auch in den kommenden Jahrzehnten eine überaus wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. Aktuell werden weltweit täglich rund 100 Mio. Barrel Öl verbraucht. Geht es nach den Experten von OPEC und Internationaler Energieagentur, wird diese Nachfrage bis 2040 weiter steigen. Treiber der Nachfrage sind die Schwellenländer und die wachsende Weltbevölkerung.

wallstreet:online: In den ersten neun Monaten 2019 gingen Umsatz und Ergebnis deutlich zurück. Was erwartet die Deutsche Rohstoff für 2020?

Thomas Gutschlag: Wir erwarten aufgrund der bestehenden und der jüngsten Bohrungen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz in 2020 auf 75 bis 85 Mio. Euro und beim EBITDA auf 55 bis 65 Mio. Euro. Auch für unser weiteres Wachstum in den kommenden Jahren sind wir durchaus optimistisch.

wallstreet:online:  Herr Gutschlag, vielen Dank für das Interview.

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