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Bricht das Kartenhaus langsam zusammen? - Seite 2

Gastautor: Sven Weisenhaus
04.12.2019, 09:29  |  2882   |   |   

Trump schickte die Aktienmärkte in eine zweite Abwärtswelle

Zu einer zweiten Abwärtswelle ist es dann gestern gekommen, als Trump erklärte, es sei womöglich besser, bis nach der Präsidentschaftswahl im November 2020 zu warten, um ein Handelsabkommen mit China zu schließen. Anleger hatten bis dato gehofft, dass es deutlich früher zu einer Einigung kommen würde. Zuvor hatte es bereits Meldungen gegeben, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten seien, wohl auch wegen der neuen „Hongkong-Gesetze“ der USA. Und damit wurde auch die Erwartungen an einen schnellen Abschluss des „Phase 1“-Abkommens in Frage gestellt.

Zudem plant die US-Regierung, mit neuen Zöllen auf die von Frankreich eingeführte Digitalsteuer zu reagieren. Dabei geht es um Zollsätze in Höhe von bis zu 100 % auf Importwaren im Wert von 2,4 Milliarden Dollar. Die EU-Kommission kündigte umgehend ein geschlossenes Auftreten und Gegenwehr an.

Fällt das Kartenhaus wieder in sich zusammen?

Und damit zeichnet sich nun genau das ab, was ich hier schon mehrfach beschrieben, kritisiert und befürchtet hatte: Außer warmen Worten gibt es im Handelsstreit keine sichtbaren Fortschritte. In Erwartung dieser waren die Märkte allerdings fröhlich immer weiter gestiegen. Und nun zeichnet sich eben wieder eine Eskalation der Zollstreitigkeiten ab, wie es auch bisher immer wieder der Fall war. Und das alles führte zu den aktuell fallenden Aktienkursen.

Dabei kann man mit Blick auf die US-Indizes nach wie vor durchaus noch Optimismus versprühen, wie es Torsten Ewert vorgestern getan hat. Denn die übergeordneten Aufwärtstrends sind dort noch klar intakt. Zuletzt wurden sogar immer neue Allzeithochs markiert. Kurze Rücksetzer haben wir dabei schon mehrfach gesehen. Sie wurden aber stets schnell wieder aufgekauft.

Bei den US-Indizes deuten sich Fehlausbrüche an

Mit den gestrigen Kursverlusten muss man allerdings vorsichtiger werden.  Denn der S&P 500 hat zum Beispiel die obere Linie der vermeintlichen Trompeten-Formation getestet. Dabei verlief der Test aus Sicht der Bullen noch erfolgreich (siehe grüner Pfeil im Chart).

S&P 500 - Chartanalyse

Anders sieht es beim Dow Jones aus. Hier zeichnet sich bereits ein Fehlausbruch ab (siehe roter Kreis im Chart).

Dow Jones - Chartanalyse

Und genau auf diese Gefahr hatte ich schon am 08. November bei der letzten Analyse des Dow Jones hingewiesen. In der damaligen Börse-Intern war Folgendes zu lesen: „Doch ist dieser Ausbruch nun schon nachhaltig? Ich würde ein klares Nein sagen. Noch sind keine dynamischen Anschlusskäufe zu erkennen. Deswegen reicht bereits ein schwacher Tag und die Bullenträume zerplatzen. Es ist also auch charttechnisch nach wie vor Vorsicht geboten.“ Da der Index zwischenzeitlich weiter zulegen konnte, hat es nun eben zwei Tage gedauert, um den Bullen den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben.

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