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ROUNDUP: Ölkartell Opec einigt sich erst spät - Weitere Gespräche am Freitag
Foto: Barbara Gindl - dpa

ROUNDUP Ölkartell Opec einigt sich erst spät - Weitere Gespräche am Freitag

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.12.2019, 06:30  |  683   |   |   

WIEN (dpa-AFX) - Das Ölkartell Opec hat sich nach zähen Verhandlungen auf eine gemeinsame Strategie geeinigt, sämtliche Details aber geheim gehalten. "Ja, wir haben eine Vereinbarung", sagte der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh am Donnerstag nach einer rund sechs Stunden langen Sitzung der 14 Mitgliedsstaaten in Wien. Ob sich die zuständigen Minister dabei auf eine verschärfte Förderkürzung einigen konnte, ließ Sanganeh offen. Die weiteren Verhandler verließen die Opec-Zentrale am Donnerstag gegen 23.00 Uhr ohne Kommentar. Am Freitag wird gemeinsam mit den zehn kooperierenden Staaten in der "Opec+"-Runde weiterverhandelt.

Bei den Gesprächen dürfte es um eine weitere Förderkürzung um zusätzlich 500 000 Barrel (159 Liter) Öl pro Tag gehen - das entspricht rund 0,5 Prozent der weltweiten Ölproduktion. Ein "Opec"-Gremium zur Marktüberwachung hatte am Donnerstag eine solche Beschränkung als künftige Strategie empfohlen, wie der russische Energieminister Alexander Nowak verriet. Welche Folgen das für den Öl- und damit auch den Benzinpreis haben wird, lässt sich kaum vorhersagen. Die 24 Staaten haben zuletzt bereits weniger Öl produziert, als sie vor einem Jahr vereinbart hatten. Eine solche Förderkürzung muss also nicht zwingend zu einem geringeren Ölangebot und damit einem höheren Ölpreis führen.

Denn die Opec muss laut Experten künftig mit einer deutlich geringeren Nachfrage nach ihrem Öl rechnen. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass im ersten Halbjahr 2020 rund 28,3 Millionen Barrel Opec-Öl am Tag nachgefragt werden. Das Kartell produzierte zuletzt aber nach eigenen Angaben 29,7 Millionen Barrel Öl täglich.

"Mit Blick auf den Ölbedarf müsste die Opec mindestens um eine weitere Million Barrel kürzen", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch der Deutschen Presse-Agentur vor den Opec-Beratungen in Wien. Dass eine kleine Kürzung, wie sie nun angestrebt wird, den Ölmarkt stabilisieren könnte, hält er für unwahrscheinlich. Gleichzeitig besteht für die Opec aber die Gefahr, mit schärferen Produktionsbegrenzungen Anteile im globalen Ölmarkt zu verlieren.

Die "Opec+"-Runde, zu der auch die beiden Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland gehören, versucht seit Anfang 2017 den Ölmarkt mit Förderlimits zu beeinflussen. Im Dezember 2018 beschlossen die 24 Staaten, ihre Produktion im Vergleich zum Oktober desselben Jahres um 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag zu kürzen. Diese Vereinbarung gilt noch bis Ende März 2020. Der Ölpreis ist seit Beginn des Jahres leicht gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag mehr als 63 Dollar - im Vergleich zu rund 57 Dollar Anfang Januar. Insgesamt werden laut Opec weltweit 99,3 Millionen Barrel Öl am Tag aus dem Boden gepumpt.

Vor allem Saudi-Arabien war zuletzt an einem höheren Ölpreis interessiert, da nicht zuletzt der Staatshaushalt des Landes stark von den Einnahmen durch den Rohstoff abhängt. Außerdem hat bei den Gesprächen in der Opec-Zentrale in Wien höchstwahrscheinlich auch der anstehende Börsengang des Ölriesen Saudi Aramco eine Rolle gespielt. Ein hoher beziehungsweise steigender Ölpreis dürfte beim Börsengang von Vorteil sein.

Aramco wurde 1933 als California-Arabian Standard Oil Company gegründet. 1988 verwandelte die saudische Regierung die Firma unter dem Namen Saudi Arabian Oil Company oder Saudi Aramco in einen Staatskonzern. Ende 2018 waren die nachgewiesenen Erdölvorkommen Aramcos nach eigener Aussage fünfmal größer als die der fünf großen internationalen Ölkonzerne, also ExxonMobil , Shell , BP , Chevron und Total. Der Börsengang könnte der größte aller Zeiten werden.

Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass der endgültige Ausgabepreis bei 32 Riyal (8,50 US-Dollar) liege. Damit würde das Unternehmen mit 1,7 Billionen Dollar bewertet. Weil der Konzern nur 1,5 Prozent seiner Aktien zum Kauf anbietet, dürfte er etwa 25,6 Milliarden Dollar mit dem Börsengang einnehmen. Wann genau Aramco-Aktien erstmals an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden, ist unklar./nif/DP/jha

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