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Leichte Entspannung bei kurzfristig anstehenden Unternehmensnachfolgen im Mittelstand

Nachrichtenagentur: news aktuell
09.12.2019, 11:15  |  106   |   |   
Frankfurt am Main (ots) -

- 152.000 Mittelständler suchen bis Ende 2021 einen Nachfolger
- Zahl bereits gesicherter Übergaben steigt weiter
- Familieninterne Übergaben werden weniger relevant, externe
Käufer erstmals beliebter
- Gewünschte Kaufpreise legen leicht zu

Bei den kurzfristig anstehenden Unternehmensnachfolgen im deutschen Mittelstand
zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Bis Ende 2021 planen die Inhaber von
152.000 mittelständischen Unternehmen ihren Rückzug und suchen deshalb einen
Nachfolger, wie das aktuelle repräsentative KfW-Nachfolge-Monitoring belegt
(Vorjahresbefragung: 227.000 Unternehmer bis Ende 2020). Auch der Anteil bereits
finalisierter Übergaben liegt aktuell nochmals höher als im Vorjahr: 58 % der
nachfolgesuchenden Mittelständler haben die Übergabe bereits jetzt unter Dach
und Fach. Das Bewusstsein bei den Altinhabern für die Notwendigkeit, die
Nachfolge frühzeitig zu finalisieren, steigt weiter. Für rund 32.000
Mittelständler wird jedoch die Zeit knapp. Sie wollen innerhalb der kommenden
zwei Jahre an einen Nachfolger übergeben, haben bisher aber noch nichts in
dieser Hinsicht unternommen.

Dass die Zahl der offenen Nachfolgewünsche im Mittelstand aktuell zurückgeht,
lässt sich zum Teil mit Blick auf die Existenzgründungsdynamik erklären. Im Jahr
2018 haben sich etwa 72.000 Neugründer durch eine Übernahme selbständig gemacht.
Das ist die höchste Zahl seit sechs Jahren, allein gegenüber dem Vorjahr 2017
ist sie um fast ein Viertel gestiegen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt
der Generationenwechsel im Mittelstand eine strukturelle Herausforderung - und
der zentrale Engpass bei der Unternehmensnachfolge wird in erster Linie die zu
gering besetzte nachrückende Gründergeneration bleiben. Das Gründungsinteresse
in Deutschland lässt generell nach: Die Anzahl der Existenzgründer ist von 1,5
Mio. im Jahr 2002 auf zuletzt 547.000 gesunken.

Gleichzeitig schreitet die Alterung der Altinhaber voran, sodass der bereits
hohe Bedarf an Nachfolgern weiter zunehmen wird. Gegenwärtig sind 44 % aller
Unternehmensinhaber 55 Jahre oder älter. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es
lediglich 20 %. Damit hat aktuell beinahe die Hälfte aller Unternehmenslenker
ein Alter erreicht, in dem Erwerbstätige allmählich Gedanken über ihren
Ruhestand nachgehen. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das etwas über 1,5
Millionen Unternehmensinhaber. Spiegelbildlich dazu hat sich der Anteil junger
Inhaber (unter 40 Jahren) im selben Zeitraum von vormals 28 % auf gegenwärtig 14
% halbiert.

"Die Zahl der offenen Nachfolgewünsche im deutschen Mittelstand geht aktuell
zwar etwas zurück", sagt Dr. Michael Schwartz, Mittelstandsexperte bei KfW
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