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Interview mit Sebastian Knoll Sebastian Knoll von MainFilm im Interview: Wie sich die Rolle von Videos im Online-Marketing verändert

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Gastautor: Martin Brosy
11.12.2019, 20:37  |  412   |   

Im Zuge der Digitalisierung und der sich stets ändernden Welt von Social Media kommen auch auf das Video Marketing massive Veränderungen zu. Beinahe jedes größere Unternehmen setzt im Zuge ihrer Online Strategie auf Videoformate, um Kunden und Partner zu erreichen. Auch innovative, neue Technologien spielen dabei eine immer größere Rolle. Im Interview spricht Sebastian Knoll, Gründer der Filmproduktionsfirma Mainfilm, über Chancen und Risiken des Video Marketings für Unternehmen.

Herr Knoll, stellen Sie bitte sich und Mainfilm einmal kurz vor.

Mein Name ist Sebastian Knoll, ich bin Gründer und Geschäftsführer der Film und Videoproduktion Mainfilm. Ich habe ca. acht Jahre bei Agenturen und Filmproduktionen als Produzent gearbeitet und mich mit meinem Kollegen Stipe Braun vor rund drei Jahren entschieden, die Creative Agentur lookin’Friday und vor ca. eineinhalb Jahren die Filmproduktion Mainfilm zu gründen.

Mit Mainfilm konzentrieren wir uns auf die Konzeption, Produktion und Vermarktung von Videos für verschiedenste Unternehmen und Organisationen. Wir haben als Gründerteam zahlreiche Auszeichnungen erhalten und beschäftigen mittlerweile sieben feste und eine große Zahl an freien Mitarbeitern bei Mainfilm.

Wann lohnen sich experimentelle Formate wie 360°-Videos, Interaktive Funktionen und VR wirklich?

In der Wirtschaft ist AR z.B. für Wartungsarbeiten von Maschinen ein sehr hilfreiches Tool. Mit einer dafür konzipierten Oberfläche kann selbst ein Laie, unterstützt und angeleitet durch Augmented Reality, eine Maschine bedienen, warten, und vieles mehr. Schulungsvideos und Games erhalten durch den Einsatz von VR einen potenzierten Erlebnisfaktor. 360° Videos bieten insbesondere in der Tourismus- und Immobilienbranche einen echten Mehrwert, da auf diese Weise Objekte besonders eindrucksvoll präsentiert werden können. Es gibt aber auch Einsatzgebiete, bei denen ich 360° Kameras nicht förderlich finde. Bei Konzerten bevorzuge ich die Inszenierung eines Live Regisseurs, der aus vielen unterschiedlichen Kameraperspektiven die beste Auswahl zeigt. Mit einer 360° Aufnahme sehe ich auch hinter die Bühne, wo meist der Zauber der perfekten Illusion aufhört.

Spielt es bei der Gestaltung des Videos eine Rolle, ob dieses später online oder über „traditionelle Medien“ wie etwa TV- oder Kinowerbung verbreitet werden sollen?

Ja auf jeden Fall. Jedes Medium ist anders und meist beauftragen Kunden unterschiedliche Cut Downs für unterschiedliche Plattformen. Allein schon der Unterschied in der online Veröffentlichung ist groß. Früher haben wir Videos produziert und die Formate lediglich für die jeweilige Plattform angepasst. Mittlerweile stellen wir mehr als eine Version des selben Videos bereit. Wichtige Faktoren dabei sind beispielsweise die zu erwartende Aufmerksamkeit, die typischen Sehgewohnheiten von Plattform und Zielgruppe sowie der Möglichkeiten, die für Aktivierungen des Zuschauers durch Call2Action pro Plattform gegeben sind.

Der Einsatz von Videos in Kinowerbung oder TV Ausspielung ist ebenfalls ein anderer. Allgemein haben wir das Jahr 2019 mit nur drei TV-Spots abgeschlossen und stattdessen zahlreiche Online-Spots produziert. Verständlicherweise wollen Kunden zielgerichtete und messbare online Distribution gegenüber teureren Veröffentlichungen mit hohem Streuverlust wie im TV.

Dank der überbordenden Relevanz von Social Media Plattformen bemühen sich manche Marken, nahbaren Content – oft mit Amateurcharme – zu produzieren. Was halten Sie für das wichtigere Attribut bei Videocontent: Professionalität oder Nahbarkeit?

Authentizität ist seit einigen Jahren der Megatrend, wenn es um Produktvorstellungen geht und Nahbarkeit ein Muss in der Kundenkommunikation zur Steigerung der Mundpropaganda. Durch die starke Zunahme von Contentproduzenten mit semiprofessionellen Videos aber hoher Reichweite vermischen hier die Grenzen. Ich selbst brauche für eine Produktvorstellung durch Youtuber keine super aufwändiges Produktionssetup. Meine Erwartungshaltung liegt hier darauf, eine ehrliche Meinung zu erhalten, und diese Illusion wird auch durch authentischen Charakter des Videoproduzenten gefördert. Kommuniziert eine Marke jedoch Ihr Produkt direkt und bin ich als Konsument, bereit meine Aufmerksamkeit und Zeit für Markenbotschaft bereitzustellen, erwarte ich auch eine entsprechende Darstellung der Marke und deren Bereitschaft meine Zeit wertzuschätzen. Professionalität und Nahbarkeit schließt sich also nicht aus, sondern muss abhängig vom Image der Marke und dem Sender der Botschaft Anwendung finden.

Gerade bei kleinen Budgets müssen sich Unternehmen oft entscheiden, ob diese eher in die Qualität des Films an sich oder in die Distribution investieren sollen. Wie raten Sie hier Kunden, zu priorisieren?

Meine Empfehlung: Wenn es Dein Ziel ist, möglichst viele Menschen mit dem Video zu erreichen, dann warte mit der Produktion, bis Du dir beides leisten kannst. Das schönste Video bringt nichts, wenn es nicht gesehen wird. Bei mehr als 430.000 Stunden an Video Content, der täglich auf Youtube hochgeladen wird, wird Dein Video wahrscheinlich nicht herausstechen.

Die Entwicklung der Nutzung von Videoinhalten im Internet wird häufig vor allem von der Entwicklung des Breitbandausbaus abhängig gemacht. Entspricht das auch Ihrer Erfahrung? Welche Faktoren haben Ihrer Meinung nach Einfluss auf das Web Video Marketing der Zukunft?

Klar ist der Zugang zum Internet und die steigende Geschwindigkeit der Verbindung der erste entscheidende Faktor. Video ist aber die bis dato bequemste und effektivste Form des Konsumierens von Inhalten & Produkten. Die technischen Möglichkeiten von Anbindung–Plattform sind die Grundvoraussetzung, um Videos auszuspielen. Entscheidend ist jedoch die durchschlagende Akzeptanz der Nutzer für das Medium.

Herr Knoll, vielen Dank für diese interessanten Einblicke und weiterhin viel Erfolg mit Mainfilm!




Disclaimer

Interview mit Sebastian Knoll Sebastian Knoll von MainFilm im Interview: Wie sich die Rolle von Videos im Online-Marketing verändert Im Zuge der Digitalisierung und der sich stets ändernden Welt von Social Media kommen auch auf das Video Marketing massive Veränderungen zu. Beinahe jedes größere Unternehmen setzt im Zuge ihrer Online Strategie auf Videoformate, um Kunden und …