Immer häufiger viel zu hohe Schulden Crash-Warnungen: Schulden-Aktien raus aus dem Depot! - Experten

17.12.2019, 14:30  |  36949   |   |   

Die Unternehmensverschuldung nimmt weltweit dramatisch zu. Die Verbindlichkeiten von Konzernen belaufen sich derzeit auf insgesamt mehr als 70 Billionen US-Dollar, berichtet das Handelsblatt und beruft sich auf Daten des Institute of International Finance (IIF), einem globalen Bankenverband mit Hauptsitz in Washington. Bedroht der Schuldenboom die Finanzmarktstabilität? Expertenstimmen:

Volker Glaser, Chefredakteur der Vorstandswoche, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Das ist in der Tat eine große Gefahr für die Finanzmarktstabilität. Solange alles gut läuft, vor allem die Konjunktur, werden Sie das nicht wirklich merken. Da scheiden dann nur die Firmen aus, die ohnehin sehr schwach unterwegs sind und welche die Welt nicht braucht. Aber bewahre uns davor, dass wir früher oder später eine Rezession sehen. Dann sind hohe Schulden echtes Teufelszeug. Dieses ganze Gefasel, in einer Nullzins-Politik ist alles anders, halte ich für sehr gefährlich. Ich empfehle Aktien zu meiden, die eine hohe Verschuldung haben. Bei Werten des drei- bis vierfachen EBITDA würden wir die Bilanz sehr genau ansehen; bei Werten von vier- bis fünfmal der Verschuldung zum EBITDA oder noch höher, würden wir den CEO fragen, ob er noch ruhig schlafen kann.“

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Ähnlich sieht dies auch Matthias Weik, Autor von „Der größte Crash aller Zeiten“ und Finanzexperte. Er erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Nicht nur die BIZ in Basel (die Bank der Notenbanken) sorgt sich über den Anstieg der Unternehmensschulden, sondern auch James Staley, CEO der britischen Großbank Barclays, warnt vor einer wachsenden Bedrohung für die Stabilität des Finanzsystems durch weiter steigende Unternehmensschulden. Die niedrigen Zinsen der Notenbanken haben den Schuldenirrsinn erst möglich gemacht. Insbesondere in den USA ist das Volumen an riskanten Krediten auf rund drei Billionen Dollar explodiert. Ein Problem ist, dass ein nicht unerheblicher Teil der Schulden von den Unternehmen für Aktienrückkäufe in großem Stil verwendet wurde. Das Volumen an BBB-Bonds ist allein in den USA um ca. 230 Prozent auf 2,5 Billionen US-Dollar angewachsen. Eine Billion davon sind bereits auf Junkbond-Niveau. Sollte es zu einer Rezession kommen, ist von einer große Konkurswelle bei vielen hoch verschuldeten Unternehmen auszugehen. Diese wird verheerende Konsequenzen für die Finanzindustrie haben.“

2019 wuchsen die weltweiten Unternehmensschulden fast doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft: Während die Verschuldung des Unternehmenssektors um rund sechs Prozent zunahm, lag das weltweite Wirtschaftswachstum nur bei etwas mehr als drei Prozent. Die weltweiten Verbindlichkeiten von Konzernen belaufen sich derzeit auf insgesamt mehr als 70 Billionen US-Dollar, so das IIF.

Auch DAX-Konzerne sind sehr stark verschuldet. 2018 lag die Gesamtverschuldung der Unternehmen im Index (ohne Finanzdienstleister) 3,9-mal so hoch wie ihr Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda), berichtet das Handelsblatt. Bei Daimler war die Gesamtverschuldung sogar 12,5-mal so hoch wie das Ergebnis (Ebitda). Zum Vergleich: die Gesamtverschuldung der Unternehmen im S&P 500 war 2018 „nur“ 2,6-mal so hoch wie ihr Ebitda.

Die Verschuldung der Weltwirtschaft nimmt insgesamt zu, nicht nur bei Unternehmen. So betrug die weltweite Verschuldung von Staaten, Finanzsektor, Unternehmen und Privathaushalten Anfang 2018 247,2 Billionen US-Dollar. 2008 waren es nur 177,8 Billionen US-Dollar gewesen, so das Handelsblatt.

Statt einem Schuldenabbau ist es zu einem Mega-Schuldenboom gekommen, obwohl die Finanzkrise maßgeblich durch notleidende US-Immobilienkredite ausgelöste wurde.

Autor: Ferdinand Hammer

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1 Kommentare

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Kommentare

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11996751-haeufige…

Hier arbeiten doch Unternehmen und Banken zusammen. Man erklärt doch nur das kein oder die wenigsten Unternehmen nicht in der Lage sind Lohnerhöhungen zuzahlen oder Langzeitverträge durch Zeitverträge zu ändern. So wollten es schon die Unternehmen seit 1997.
Hier wird Druck auf die Arbeiter gemacht und durch die Blume sollen Arbeiter über 50 unter Druck gesetzt werden.
tat man doch schon mit der Rente.... Rente reicht nicht Altersarmut droht ergo schön in Riester einzahlen.
Dank unserer Politik seit Kohl von Schröder verschärft von GROKO weiter verschärft dann SchwarzGelb noch weiter verschärft und dann weiter so durch Groko. Den Unternehmen geht es dank der Steuerpolitik also die Steuerpolitk der Unternehmen und deren Anwälte so gut wie nie nur die Arbeiter sollen dank Druck wegen Altersarmut jeden drecks Job machen bis zum Tod.
Damit Vorstände weiterhin sich eine 2 oder 3 Freundin leisten können. Wie war das denn mit den Unternehmen deren Belegschaft auf ihre Lohnerhöhungen verzichteten, wie Opel zum Bsp.
Und bei einer Pleite bekommen die Arbeiter ihre ausstehenden Löhne nie. Deshalb sollen auch die Unternehmen weiter machen dürfen wie bisher. Beim Klimagipfel war doch klar wer die Zeche bezahlen soll. Die Unternehmen gleichen das mit Entlassungen oder Lohnkürzungen wieder aus oder durch Steuergeschenke und Abschreibungen, der sogenannte kleine Mann hat keine Chance sich zu wehren und muß alles hinnehmen und läßt dann seinen Frust am Klimagipfel aus der aber nur durch die Politik im Sinne der Unternehmen gestaltet wurde.
Und die Politik sagt dann Klimaschutz ist nur durch Steuererhöhungen die aber da nicht ankommen wo sie hingehören wie damals die Ökosteuer und einen Ausgleich für den Soli muß man ja irgendwie hinbekommen.
Die Politik mahnt zwar immer die Unternehmen ab die interessiert es aber nicht den sie machen ja die Politik, durch ködern von Politikern in ihre Vorstände.

Disclaimer

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