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Die FDP hat einen neuen Vordenker Warnung vor dem Ökofundamentalismus

Gastautor: Rainer Zitelmann
21.12.2019, 12:01  |  3590   |   |   

Die FDP hat einen neuen Vordenker. Auf 120 Seiten liefert der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Oliver Luksic eine Analyse gesellschaftlicher Fehlentwicklungen. Sein Buch ist ein Plädoyer für Rationalität und gegen die Moralisierung der Politik. Symptomatisch für die Moralisierung des öffentlichen Diskurses stehe die Greta-Thunberg-Bewegung, die „vor allem bei Deutschen quasi-religiöse Züge“ angenommen habe (S.38). Die Grünen seien stets Katalysator von Ängsten gewesen – ob saurer Regen oder Waldsterben. „Eschatologie, die Lehre von den letzten Dingen, ist heute grün.“ (S. 49). Die Vermengung von grüner Politik und Religion werde bei Kirchentagen deutlich, die heute teilweise an grüne Parteitage erinnerten (S. 34). Der Bischof Heiner Koch hat das Engagement der „Fridays for Future“ und Greta Thunbergs in die Nähe biblischer Überlieferungen von Jesus Christus gerückt. Sein Vergleich von Freitagsdemos mit der „biblischen Szene vom Einzug in Jerusalem“ zeige die Absurdität der Debatte (S.74).

Grüne Ideologie in Kirchen, Unis und Medien

Nicht nur in den Kirchen, auch in den Hochschulen mache sich „von Linksaußen ein Geist breit, der Denkräume und Debatten einschränken will“ (S. 31). Dabei handele es sich keineswegs nur um ein deutsches Phänomen. Wie weit selbst „die Wissenschaft schon vor den Zielen der Linken kapituliert hat“ mache ein Experiment aus den USA deutlich: Drei amerikanische Geisteswissenschaftler haben dafür absurde Fachartikel in Unterdisziplinen von Cultural Studies und kritischer Theorie publiziert, die von zum Teil seriösen wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, obwohl sie erfunden waren: Heterosexuelle Männer sollten sich selbst anal penetrieren, um ihre Homo- und Transphobie abzubauen; Astronomie sei eine intrinsisch sexistische Disziplin und sollte um eine feministisch-queere Astrologie erweitert werden, männliche weiße Studenten sollten in Seminaren künftig angekettet auf dem Boden sitzen, um wenigstens symbolisch für historische Verbrechen zu büßen (S. 70).

Auch die Medien kritisiert der Autor als einseitig – so berichteten sie zum Beispiel oft unkritisch über „Extinction Rebellion“, die er zu Recht als „Weltuntergangssekte“ bezeichnet (S. 64). Weite Teile der Medien müssten der „linksalternativen Elite“ zugerechnet werden, die die Identitätspolitik nutze, um „ein Stück weit kulturelle Hegemonie über ihre Mitmenschen zu erlangen“ (S.14).

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Kommentare

Vor kurzem kam auf ZDFInfo eine 6teilige Folge über Hass. Sehenswert. Du kannst fast jedem zum Krieger manipulieren.

Heute im Phoenix-Frühschoppen hat ein Anrufer Greta mit Maos Kulturrevolution verglichen. Es kann immer alles aus dem Ruder laufen. Grds. sind wir doch ALLE zumindest Halbirre.
Es wäre dann die 3. Diktatur auf deutschem Boden. Und es würde wieder Krieg geben, sinnigerweise wieder beginnend mit Polen - wegen der Kohlekraftwerke. Mit Hass ist alles möglich und den können die GRÜNEN wunderbar streuen.

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