Türkische E-SUV-Offensive Erdoğans E-Automarke TOGG: Türkischer Tesla-Killer oder Luftnummer? – Das sagen Experten

09.01.2020, 13:27  |  38098   |   |   

Die Türkei plant die Etablierung einer eigenen Elektroauto-Marke. Sie heißt TOGG („Türkiye'nin Otomobili Girişim Grubu"= Türkische Automobil-Unternehmensgruppe) und besteht aus einem Konsortium aus fünf türkischen Firmen. Bereits 2022 soll der erste Elektro-SUV von TOGG mit bis zu 406 PS und einer maximalen Reichweite von 500 km vom Band laufen, berichte Auto Bild am Montag. Doch kann TOGG tatsächlich etablierten E-Autobauern wie Tesla Konkurrenz machen?

Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Der TOGG wird kein Selbstläufer sein. Auch in der Türkei müssen erst die Kompetenzen entwickelt werden, um ein E-Auto erfolgreich in Masse zu produzieren. Das wird wohl auch hier länger dauern als geplant und der TOGG kommt zu einer Zeit, in der es bereits einen großen Wettbewerb von Elektrofahrzeugen auf dem Markt geben wird. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, muss sich der TOGG nicht nur in der Türkei, sondern auch in den internationalen Märkten verkaufen. Die Chancen stehen daher eher schlecht, dass das Experiment gelingt.“

Ähnlich sieht dies auch Autopapst Ferdinand Dudenhöffer. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte der renommierte Automobilexperte der Universität Duisburg-Essen: „Nach meiner Einschätzung wird es kein ökonomischer Erfolg. Es ist eher Propaganda. Der Friedhof ist voll von Versuchen, neue Automarken zu etablieren – Apple, Borgward, Byton, Dyson, FaradayFuture, eGo, Streetscooter, Quoros. Der einzige wirkliche Erfolg ist Tesla mit Elon Musk. Und der Grund liegt in der wahnsinnigen Innovationsfähigkeit. Mit welchen Innovationen soll die türkische Marke TOGG denn punkten?“

TOGG ist ein Prestige-Projekt des türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan: Seine Regierung will das Projekt innerhalb der nächsten 13 Jahren mit umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro (22 Milliarden Lira) unterstützen, berichtet die ARD. Langfristig sollen fünf Modelle auf den Markt kommen. Ziel ist es, 175.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr herzustellen.

Erdoğan persönlich präsentierte Ende Dezember 2019 zwei E-Auto-Prototypen von TOGG: einen Elektro-SUV und eine batterieelektrische Limousine. Er erklärte bei der feierlichen Autopräsentation im nordwesttürkischen Gebzec laut ARD: „Durch dieses Automobil, dessen gewerbliche Rechte komplett uns gehören werden, wird die Welt eine neue wettbewerbsfähige türkische Marke kennenlernen. Alle strategischen Entscheidungen bezüglich dieser Marke wird die Türkei selber treffen. Unsere Ideen werden von unseren Ingenieuren umgesetzt. Für keinen Schritt müssen wir uns um Lizenzen oder Genehmigungen sorgen. Alle technologischen Eigenschaften werden wir selbst bestimmen.“

„C-SUV“ laute der Arbeitstitel des ersten Elektro-SUV von TOGG, berichtet die Auto Bild. Er soll in zwei Versionen angeboten werden: Einer Basisversion mit Heckantrieb und 203 PS sowie einer Premium-Allradversion mit 406 PS. Geplant seien zudem zwei verschiedenen Batteriekapazitäten: Eine soll eine Reichweite von 300 Kilometer bieten, die andere sogar 500 Kilometer. Preise wurden bisher nicht genannt.

Autor: Ferdinand Hammer



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Kommentare

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10.01.20 08:33:28
In Thailand bauen Einzelpersonen Ferrari und Lamborghini nach und das auf einer Fiat Plattform. Tuk Tuk dürfte von der Mechanik ein kompliziertes Innenleben haben, als dieses türkische Prestigeduell.
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09.01.20 16:48:51
Zitat von minenmaster: Ein E-Auto zu bauen ist sicherlich um einiges einfacher als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Aber ein konkurrenzfähiges E-Auto zu bauen und auch noch Gewinn erwirtschaften? Da tut sich auch Tesla sogar im Premiumsegment schwer. Dazu braucht es Stückzahlen und Produktions Know-How. Da bin ich voll bei Herrn Dudenhöfer. Da sehe ich VW sehr weit vorne. Vor allem auch durch die Möglichkeit der Quersubventionierung.


VW hat durch seine einseitige Strategie sicherlich noch hohe Verluste zu verkraften. Gut, anfänglich wird natürlich durch die Enteignung der Diesel und darauf der Benzinfahrer und der gleichzeitigen Subvention der beklauten Bürger etwas Schub in die Sache kommen. Dies ist unter den genannten Umständen auch kein Hexenwerk. Die Verkaufszahlen werden sich aber ziemlich schnell abflachen, da aus einigen Ländern E-Modelle zu erwarten sind. Auch stellt die Serienproduktion von VW noch keine immanente Akzeptanz und hohe Verkaufszahlen dar. Da werden noch einige produziert und stehen dann einfach nur herum. Ich sehe wie gesagt einen Anstieg, der sich aber ziemlich schnell wieder relativieren wird.
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09.01.20 16:27:45
Ein E-Auto zu bauen ist sicherlich um einiges einfacher als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Aber ein konkurrenzfähiges E-Auto zu bauen und auch noch Gewinn erwirtschaften? Da tut sich auch Tesla sogar im Premiumsegment schwer. Dazu braucht es Stückzahlen und Produktions Know-How. Da bin ich voll bei Herrn Dudenhöfer. Da sehe ich VW sehr weit vorne. Vor allem auch durch die Möglichkeit der Quersubventionierung.
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09.01.20 16:12:11
Herr Dudenhöffer mal wieder mit seiner Fehleinschätzung. Das E-Auto ist nunmal kein großes Geheimnis, welches es nahezu jedem Land erlaubt, dieses zu entwickeln und zu vermarkten. Also eine massive Konkurrenz für die deutschen Autobauer, wenn sie sich tatsächlich auf das reine E-Auto einschießen, werden sie ein ganz großes Stück vom Kuchen abgeben müssen. Mal sehen, wieviele Menschen hierzulande lieber einen türkischen Stromer als den überteuerten VW fahren wollen.
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09.01.20 14:28:33
Der Staat ist an TOGG nicht beteiligt. Die Fördersumme kommt durch den instutionellen Fuhrpark der Behörden, die in Teilen auf E-Mobile umrüsten müssen. Von Endverbrauchern liegen bereits über 280000 Bestellungen vor, welche die Auslastung über die nächsten Jahre garantiert. Natürlich sind aber Schwierigkeiten, wie die von Tesla, anfangs zu erwarten. Eine flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen soll innerhalb von 2Jahre aufgebaut werden, heißt es von TOGG. Hört sich sehr kurz und unglaubwürdig an! Aber den Giga Flughafen in Istanbul haben sie auch in so kurzer Zeit aufgestellt, wo wir in Deutschland immer noch träumen, dank dem Berliner Flughafenbau.
Man muss hier lobend zugestehen, das in der Türkei vieles rasant entwickelt. Existent ist bereits eine starke Automobile-Zulieferindustrie, die mit internationalen Standards für Europaische Kunden entwickeln und produzieren. Daher vieleicht auch der Wunsch nach einem türkischem Fahrzeug. Komponenten für den TOGG sind keineswegs Importe aus Fernost, sondern türkische Komponenten.
Die beteilgten Zulieferer geniessen bereits höhere Kursgewinne an der Börse Istanbul. Die Wartezeit z.Z. auf etwa 3Jahre geschätzt!

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