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e.GO-Börsengang nicht ausgeschlossen Exklusiv-Interview: E-Auto-Professor Schuh vergleicht seinen e.GO-Volksstromer mit dem Porsche 911

10.01.2020, 12:08  |  26518   |   |   

Die e.GO Mobile AG produziert nach eigenen Angaben Deutschlands kostengünstigstes Elektroauto für den Kurzstreckenverkehr. wallstreet:online sprach mit Professor Günther Schuh, Gründer und CEO des Aachener Start-ups für E-Autos. Dabei kam heraus, dass sich der Professor einen e.GO-Börsengang perspektivisch vorstellen kann.  

wallstreet:online: Mit dem e.GO Life 20 bieten Sie einen vollelektrischen Kleinwagen für rund 16.000 Euro (vor Kaufprämie) an. Wie schaffen Sie es, so kostengünstig zu produzieren?

Günther Schuh: Der e.GO Life 20 kostet mittlerweile in Deutschland 17.900 Euro, weil wir zusätzliche Freigaben bezahlen und den Eigenanteil an der Umweltprämie kompensieren müssen. Er ist dennoch der günstigste E-Pkw in Deutschland. Es braucht viele technologische Innovationen, um ein E-Auto so günstig herstellen zu können. Der werkzeugarm zu fertigende Aluminium-Profil-Spaceframe schafft die Möglichkeit, das Fahrzeug von innen nach außen effizient montieren zu können. Zusammen mit der relativ kleinen Batterie und dem Verzicht auf eine Lackierung durch eine eingefärbte Kunststoffaußenhaut wird der e.GO Life extrem kostengünstig und gleichzeitig besonders langlebig.

wallstreet:online: Wie läuft der Absatz und die Produktion des e.GO Life?

Günther Schuh: Sehr gut, die meisten der über 3.000 Vorbesteller haben uns die Treue gehalten und sehr viel Geduld bewiesen, denn es gab durch zusätzliche Auflagen einiger Zulieferer für deren Straßenfreigabe erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung an unsere Kunden. Jetzt haben wir es aber geschafft und werden im Jahr 2020 mindestens 5.000 e.GO Life ausliefern. Mittlerweile kann man den e.GO Life direkt bei e.GO in Aachen oder bei den ersten Vertriebspartnern in Deutschland bestellen. Die Lieferzeiten schrumpfen in den nächsten Wochen auf drei bis vier Monate. e.GO ist weltweit außerhalb Chinas bisher das einzige Start-up für Elektroautos nach Tesla, dass eine M1 (Pkw)-Homologation und die entsprechenden Straßenfreigaben für Europa geschafft hat. Und das in Rekordzeit und mit minimalen Non-Recurring Costs.

wallstreet:online: Was ist die Zielgruppe des e.GO Life?

Günther Schuh: Ein reines E-Auto ist sowieso für die meisten bürgerlichen Haushalte vorerst nur als Zweitwagen sinnvoll. Da ist der e.GO Life eine idealtypische Lösung, weil er als besonders sicherer, viersitziger elektrischer Kleinwagen mit SUV-Höhe und -Bequemlichkeit die kostengünstigste Lösung ist.

wallstreet:online: Könnten Sie sich perspektivisch eine Börsennotierung vorstellen?

Günther Schuh: Natürlich können wir uns auch eine Börsennotierung vorstellen. Wenn der Markt unsere Angebote zur Neuen Mobilität weiter so gut annimmt und unsere Logik bestätigt, dann werden wir den nächsten großen Wachstumsschritt starten. Aber wir sitzen nicht im Silicon Valley. Wir bewerten in Deutschland solche Innovationen nach der Ertragswertmethode und müssen daher kleiner anfangen und langsamer wachsen. Nach unserer Logik wird es einen gravierenden Wandel beim Kurzstrecken-Individualverkehr geben müssen und auch geben können, weil kleine, sehr sichere bezahlbare E-Pkw möglich sind, wie wir das als einzige in der Welt bisher bewiesen haben. Außerdem werden die stadtnahen Verkehre mit People und Cargo Movern gebündelt und emissionsfrei gemacht. Durch Brennstoffzellen-Range Extender können außerdem auch große Reichweiten und lange Betriebsdauern erreicht werden.

wallstreet:online: Sie verglichen das Fahrverhalten des e.GO Life in einem Interview mit Auto Motor Sport mit einem Porsche 911. Warum?

Günther Schuh: Weil der Fahrspaß vergleichbar ist. Wir haben die konstituierenden Merkmale eines 911er, niedriger Schwerpunkt, Hinterradantrieb, negative Wankachse, breite Spur, große Räder und super Spurtvermögen auf einen Kleinwagen übertragen. Ein 911er Fahrer braucht sich nicht umstellen, wenn er e.GO Life fährt. Es ist ein echter Fahrspaß.

wallstreet:online: Leichte und kleine Elektroautos wie der e.GO Life sind nicht nur für den Geldbeutel des Kunden gut, sondern haben auch eine deutlich bessere Ökobilanz als ein Tesla Model S mit einem Leergewicht von zwei Tonnen. Welche Rolle spielt der Umwelt- und Klimaschutz in Ihrem Unternehmen?

Günther Schuh: Wir wollen die umweltfreundlichsten und gleichzeitig wirtschaftlichsten Autos überhaupt herstellen. Das ist uns mit dem e.GO Life schon weitgehend gelungen. Wir streben eine Rekordlebensdauer des Autos von 50 Jahren an, indem unser Aluminium-Profil-Spaceframe weder ernsthaft korrodieren kann, noch über Zeit "weich" wird. Der elektrische Powertrain ist fast verschleißfrei und die Kunststoff-Außenhaut unempfindlich. Bei Bedarf oder nach Unfällen kann sie leicht ausgetauscht werden. Dadurch wird der Restwert des e.GO Life auch besonders hoch sein. Die bewusst kleine Batterie wird während des Einsatzes im e.GO Life besonders intensiv genutzt und zum Ende der Garantiezeit von acht Jahren einem Second Life im stationären Betrieb von Solaranlagen zugeführt.

wallstreet:online: Mit dem e.GO Mover wollen Sie auch einen vollelektrischen Kleinbus anbieten. Ab 2020 soll der E-Kleinbus produziert werden. Haben Sie bereits Kunden für die Fahrzeuge?

Günther Schuh: Ja, die erste Version ist der People Mover, der On-Demand-Verkehre als Ergänzung zum ÖPNV oder als Werksverkehre sowie Event-Verkehre besonders effizient ermöglicht. Wir haben bereits über 60 ÖPNV-Betriebe und Flottenbetreiber gewonnen, mit denen wir ab Herbst 2020 in Pilotbetriebe gehen werden. Der Cargo Mover wird als Schwesterprodukt mit einem einzigartigen Ladevolumen im Verhältnis zur Fahrzeuggrundfläche in Serie produziert und kommt im Herbst 2021 auf den Markt.

wallstreet:online: Planen Sie, langfristig weitere Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Wenn ja, welche?

Günther Schuh: Ja, aber das bleibt zunächst bis zum Genfer Autosalon 2020 noch unser Geheimnis.

wallstreet:online: Herr Schuh, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Ferdinand Hammer, stellv. Chefredakteur Zentralredaktion wallstreet:online Gruppe.



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