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Klima Klimastreik: Wann darf ich auf der Arbeit fehlen?

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Gastautor: Markus Mingers
15.01.2020, 14:59  |  440   |   

Das Thema Klimaschutz ist derzeit populärer denn je. Besonders die Fridays-For-Future-Bewegung sorgt mit ihren Streiks weltweit für Aufmerksamkeit. Doch kann auch ich als Arbeitnehmer an den Veranstaltungen teilnehmen? Darf ich dem Büro in diesem Fall fernbleiben?

Klimastreik: Täuschender Begriff

 

 

Im deutschen Recht existieren prinzipiell nur arbeitsrechtliche Streiks. Diese müssen von anerkannten Gewerkschaften ausgerufen werden und dürfen darüber hinaus keine Friedenpflicht, die möglicherweise zwischen dem Arbeitgeber und der Gewerkschaft besteht, verletzten. Zudem betreffen die Ziele die tarifvertraglichen Klauseln, wie zum Beispiel die Themen Lohn oder Arbeitszeit.

 

Da die Demonstrationen der Fridays-For-Future-Bewegung jedoch keine dieser Anforderungen erfüllen, zählen diese zu den politisch motivierten Streiks, die es juristisch gesehen in Deutschland allerdings nicht gibt, wodurch sie nicht als Streiks gelten. Somit dürfen Arbeitnehmer grundsätzlich nicht an den Klimastreiks teilnehmen, da sie nur bei arbeitsrechtlichen Streiks anwesend sein dürfen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

 

 

Potentielle Sanktionen

 

 

Die genaue Strafe für ein unerlaubtes Fernbleiben muss immer im Einzelfall festgelegt werden. Da Faktoren, wie die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses, oder vorherige Absprache innerhalb des Unternehmens eine Rolle spielen, ist eine individuelle Entscheidung nötig. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber jedoch dazu berechtigt, eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung auszusprechen, weil durch das Fehlen die Arbeitspflicht verletzt wird. Eine Kündigung wäre insbesondere dann denkbar, wenn vorher ein explizites Verbot zur Teilnahme verhängt wurde.

 

 

So können Sie trotzdem teilnehmen

 

 

Die einfachste Möglichkeit, um arbeitsrechtlich unbedenklich teilzunehmen, ist der Besuch von Veranstaltungen, die außerhalb der Arbeitszeit liegen. Hier besitzt der Arbeitgeber kein Weisungsrecht, wodurch er Ihnen eine Teilnahme nicht untersagen darf. Lediglich das Auftreten in Arbeitskleidung dürfte verboten werden. Weitere Optionen wäre das Abbauen von Überstunden, ein Urlaubsantrag oder auch das Ausnutzen einer möglichen Gleitzeit. Zudem hilft in der Regel ein offenes Gespräch mit dem Chef, bei dem Sie versichern, die verlorene Arbeitszeit nachzuholen.

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

 

 

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Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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