Legale Cannabis-Industrie Erster Cannabis-ETF an der Frankfurter Börse: Top oder Flop? – Expertenmeinungen

20.01.2020, 13:34  |  13902   |   |   

Seit fast einer Woche ist Europas erster Cannabis-Indexfonds (ETF) auf Xetra und an der Börse Frankfurt handelbar. Das Timing für das Listing des Medical Cannabis and Wellness ETF (WKN: A2PPQ0) ist jedoch denkbar ungünstig: Am Börsenparkett ist der Cannabis-Boom vorerst vorbei. Lohnt trotzdem ein Investment? Expertenstimmen:

„Wir glauben, dass die Cannabis-Branche noch am Anfang einer jahrelangen Wachstumsphase steht“, erklärte Som Seif, Chef der kanadischen Fondsgesellschaft Purpose Investments, die den Cannabis-ETF zusammen mit dem Investmentunternehmen HANetf in Frankfurt listen ließ, gegenüber der Tageszeitung Die Welt.

Stephan Radomsky, Chef vom Dienst im Wirtschaftsressort der Süddeutschen Zeitung (SZ), sieht den ersten europäischen Cannabis-ETF kritischer. Da der Referenzindex des ETFs, der Medical Cannabis and Wellness Equity Index, ausschließlich Cannabis-Aktien aus den USA und Kanada enthalte, bestehe neben dem Branchen- auch ein Währungsrisiko. Weiterhin sei der Referenzindex mit 13 Unternehmen recht klein. Das Fazit von Radomsky: „Für Anleger, die chillen wollen, ist er nichts“.

Bei dem Medical Cannabis and Wellness Equity Index handelt es sich um einen nach Marktkapitalisierung gewichteten Index, der von dem deutschen Indexanbieter Solactive berechnet wird. Der Index umfasst 13 Unternehmen aus der legalen nordamerikanischen Cannabis- und CBD-Branche, wobei der maximale Anteil eines Unternehmens am Index auf zehn Prozent begrenzt ist. Quartalsweise erfolgt zudem eine Neugewichtung, heißt es in einer Pressemitteilung der Frankfurer Börse.

Der Index umfasse „nicht nur Medizin-Firmen, wie man vielleicht denken könnte, das sind auch ganz andere Firmen, die sonst noch mit Cannabis zu tun haben“, merkt Victor Gojdka vom ARD-Börsenstudio im Deutschlandfunk an. Namaste Technologies ist eines dieser Beispiele: Das Cannabis-Aktienunternehmen ist nach eigenen Angaben ein eCommerce-Konzern, der unter anderem Verdampfer und sonstiges Rauchzubehör vertreibt. Mit einem Börsenwert von rund 119 Millionen US-Dollar landet der Konzern nur auf Platz 49 der Cannabis-Aktien mit dem höchsten Marktkapitalisierung.

Der Medical Cannabis and Wellness ETF bildet den Referenzindex physisch nach, was bedeutet, dass die einzelnen Aktien tatsächlich gekauft werden. Der ETF-Anbieter verlangt von Anlegern eine jährliche Gebühr von 0,8 Prozent des Fondsvolumen. Das ist relativ viel für einen nicht aktiv gemangten Fonds. Zum Vergleich: Fonds auf den MSCI World sind bereits für jährliche Gebühren zwischen 0,2 Prozent und 0,5 Prozent zu haben.

Die legale nordamerikanische Cannabis-Industrie befindet sich seit dem Frühjahr 2019 auf Talfahrt: Der „North American Marijuana Index“, der die 47 TOP-Cannabis-Aktien der USA und Kanadas enthält, fiel seit März 2019 von 303 Punkten auf rund 126 Punkte (Stand: 20.01.2020, 13:29 Uhr).

Autor: Ferdinand Hammer



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