Teuerstes Metall der Welt „Tenbagger-Metall“: Unglaubliche Preisexplosion bei Rhodium – Wird die Rallye noch weitergehen? - Expertenmeinungen

21.01.2020, 14:31  |  6035   |   |   

Die extreme Preisrallye bei Rhodium geht weiter: Allein in den letzten drei Wochen gewann der Rhodium-Preis mehr als 63 Prozent hinzu. Eine Feinunze (31,1 g) des seltenen Metalls kostet momentan 9.800 US-Dollar (Stand 20.01.2020). Innerhalb von drei Jahren verteuerte sich Rhodium (Rh), das hauptsächlich in Katalysatoren von Verbrennungsmotoren genutzt wird, um 1.125 Prozent!  Fundamentale Entwicklung oder Spekulation? Das sagen Experten:

Tobias Scherer, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers Auragentum, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Die extreme und steile Rhodium-Rallye haben weder wir noch unsere Kunden erwartet, die in physisches Rhodium investiert sind. Die Lage am Rhodiummarkt könnte sich noch weiter zuspitzen, da das Angebot für sofort lieferbare Ware wesentlich geringer ist als die Nachfrage. Es muss aber jederzeit mit einer starken Korrektur gerechnet werden, da der Anstieg auch spekulativ angetrieben wurde.“

Für private Investoren ist es nur schwer möglich, in Rhodium zu investieren. Das Metall wird laut dem US-Nachrichtensender Bloomberg nicht an der Börse gehandelt und der Markt für physische Rhodium-Barren und Münzen ist nur sehr klein. Der weltweite jährliche Rhodium-Nachfrage liege lediglich bei weniger als einer Million Feinunzen (rund 22 Tonnen), so Bloomberg. Zum Vergleich: Der jährliche Goldbedarf liegt laut dem World Gold Council bei 140 Millionen Unzen.

Das meiste Rhodium wird in Südafrika (618.000 Unzen pro Jahr) sowie Russland (69.000 Unzen gefördert. Wichtige Förderländern sind außerdem Zimbabwe und Länder in Nordamerika, so Bloomberg.

Dominik Lochmann, Geschäftsführer des ESG Edelmetall-Services, sieht den jüngste Rhodium-Preisanstieg primär fundamental begründet. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte der Edelmetall-Experte: „Der hohe Rhodiumpreis kam nicht ganz unerwartet. Die strengeren Abgasvorschriften, nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, verlangen eine bessere Katalysatortechnik, und hierfür steigt der Bedarf an Rhodium. Da Rh meist als „Beifang“ beim Schürfen nach anderen Platinmetallen gewonnen wird, lässt sich die Produktion nicht beliebig steigern und die Autohersteller müssen auf dem freien Markt zukaufen, was sie bekommen können. Pro Auto macht der gestiegene Rh-Preis nur ein paar Euro aus, ohne das Rhodium funktioniert der katalytische Effekt aber nicht. Angebot und Nachfrage bestimmen hier aktuell den Preis.“

Arndt Uhlendorff, Vorstand beim Institut für Seltene Erden und Metalle in Mönchengladbach, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Rhodium ist sehr hochpreisig. Über 80 Prozent der Nachfrage wird aus Südafrika und Russland bedient. Die Produktion liegt in der Hand von wenigen Spielern. Die Hauptabsatzmärkte sind in China, USA und Europa. Die Nachfrage ist leicht steigend. Wir sehen die gesamte Gruppe der Platinmetalle auch in diesem Jahr mit einem Anstieg im niedrigen zweistelligen Bereich.“

Der Rhodium-Preis ist sehr volatil: Vor der Finanzkrise 2008 hatte eine Feinunze schon einmal mehr als 10.000 US-Dollar gekostet. 2009 brach er dann schlagartig auf unter 2.000 US-Dollar pro Feinunze ein. 2016 kostete eine Feinunze Rhodium dann zeitweise nur noch rund 800 US-Dollar.

Autor: Ferdinand Hammer



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