Umbruch Stromer auf der Überholspur: 2030 global mehr Hybride und E-Autos als reine Verbrenner

22.01.2020, 14:31  |  1919   |   |   

Die Zeit titelte vergangene Woche „Elektroautos könnten Verbrenner 2030 überholen“. Als Quelle wurde eine vielzitierte Studie der Boston-Consulting-Group (BGC) genannt. Doch die Untersuchung rechnet sowohl reine Elektroautos (Battery Electric Vehicles = BEV) als auch sämtliche Hybridfahrzeuge (Plug-in Hybrid Electric Vehicle = PHEV; Hybrid Electric Vehicle = HEV und Mild-Hybrid Electric Vehicle = MHEV) zusammen. Korrekt ist: Hybride UND Elektroautos könnten reine Verbrenner bis 2030 überholen.

Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte der Universität Duisburg-Essen, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Derzeit stellen alle Hersteller die reinen Verbrenner Stück für Stück auf 48-Volt Hybride um. Das System ist überschaubar an den Kosten und wird daher eine große Verbreitung erlangen. Zusätzlich sind die Toyota Hybrid Modelle sehr weit verbreitet und steigen ebenfalls in ihren Verkäufen. BEV und Plug-In werden bis 2030 durch sogenannte NEV-Quoten in China stark getrieben und in Europa durch die 60 Gramm CO2/km-Vorgabe für PKW-Neuwagen ab 2030. Damit sind eher zwei Drittel bis drei-Viertel im Jahr 2030 der weltweiten verkauften Neuwagen BEVs, PHEVs, HEVs und MHEVs – wobei klar angemerkt HEV und MHEV keine Elektroautos sind, sondern eben Hybride, die allenfalls 1-2 km rein elektrisch fahren können.“

An den weltweiten Autoverkäufen werden reine Elektroautos (BEV) bis 2030 auf einen Marktanteil von 18 Prozent kommen, so die BCG-Studie. Hybridfahrzeuge (PHEV, HEV und MHEV) werden zusammen einen Markanteil von 33 Prozent erreichen. Damit wären rein rechnerisch 51 Prozent aller weltweit verkauften Autos mit einer Form von Elektro-Antrieb ausgestattet. Zum Vergleich: 2019 waren es lediglich acht Prozent.


Quelle: BCG

In Europa werden reine Elektroautos (BEV) bis 2030 sogar auf einen Marktanteil von 25 Prozent kommen, so die Autoren der BCG-Studie. Hybridfahrzeuge (PHEV, HEV und MHEV) werden zusammen einen Markanteil von 32 Prozent erreichen. Damit wären 2030 rein rechnerisch 57 Prozent aller in Europa verkauften Neuwagen mit einer Form von Elektro-Antrieb ausgestattet.


Quelle: BCG

Eric Heymann, Volkswirt und Mobilitätsexperte bei Deutsche Bank Research, ist ebenfalls überzeugt, dass sich der Marktanteil von Elektroautos (BEV und PHEV) in Europa aufgrund der strengen CO₂-Regulierung der EU bis 2030 deutlich erhöhen wird. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte er; „Um die CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU im Jahr 2030 einhalten zu können, müssen bis dahin etwa 30 bis 50 Prozent aller Neuzulassungen auf Elektroautos (BEV und Plug-in-Hybride) entfallen. Im Jahr 2019 waren es weniger als drei Prozent. Bislang erreichen Elektroautos nur dort einen nennenswerten Marktanteil, wo sie stark subventioniert werden.“

Und weiter: „Voraussetzung für einen Marktanteil von Elektroautos von 30 bis 50 Prozent wäre, dass der technische Fortschritt rasant voranschreitet und die Autohersteller in der Produktion mehr Größenvorteile erzielen, sodass die Verkaufspreise für Elektroautos gerade im Volumensegment gegenüber heute deutlich sinken. Zudem müssen die anderen Nachteile von Elektroautos bezüglich Reichweite oder Ladedauer abgemildert und die öffentliche Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Gerade Letzteres erfordert massive finanzielle Ressourcen.“

Autor: Ferdinand Hammer
 



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