Klimaschutz-Wende beim Finanzgiganten? BlackRock-Manager hören auf Greta: Nachhaltigkeit wird Investmentstandard – Was steckt dahinter? - Expertenmeinungen

23.01.2020, 13:37  |  10406   |   |   

„Nachhaltigkeit wird BlackRocks neuer Investmentstandard“ heißt es in einem kürzlich veröffentlichen Brief an die Kunden des weltgrößten unabhängigen Vermögensverwalters. Was bedeutet das für den nachhaltigen Geldanlagemarkt?

Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Mit BlackRock betritt nun der weltgrößte Vermögensverwalter die Bühne der Nachhaltigkeit. Doch warum jetzt? Erfolg weckt Begierden und BlackRock hat erkannt, dass ein Vermögensverwalter nicht umhinkommt, das Thema Nachhaltigkeit und Kapitalanlage zu besetzen. Es bleibt nun abzuwarten, wie die konkrete Nachhaltigkeitsstrategie von BlackRock im Einzelnen aussieht. Welche Umschichtungen im Portfolio folgen aus den Ankündigungen? Allerdings werden die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik dem Thema Nachhaltigkeit einen noch höheren Stellenwert einräumen und ebenfalls zu weiterem Handeln veranlasst. Insgesamt sollten sich die Aktivitäten aber nicht nur auf die Komponente E, sondern auch auf die S und G-Bereiche im ESG-Verbund beziehen.“

Für Klaus Gabriel von CRIC, einer Investorengemeinschaft zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage, ist es grundsätzlich erfreulich, dass BlackRock das Thema Nachhaltigkeit nun auch entdeckt hat. Er hegt aber Zweifel. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte er: „Anlageprodukte wie der Impact World Equity Fund von BlackRock basieren auf einem Materialitätsverständnis, das in seiner Konsequenz das Gegenteil von Nachhaltigkeit bedeuten kann: Im Vordergrund der Titelauswahl stehen nämlich nicht die Auswirkungen von Unternehmen auf Gesellschaft und Umwelt oder das Bemühen, diese Unternehmen nachhaltiger zu machen. Im Vordergrund stehen vielmehr die Chancen und Risiken von Unternehmen, die sich aus gesellschaftlichen und ökologischen Krisen ergeben. Zugespitzt formuliert: Es wird in erster Linie nicht in Unternehmen investiert, die einen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten, sondern in Unternehmen, die vom Klimawandel profitieren. Nachhaltigkeit schaut anders aus.“

BlackRock verwaltet nach eigenen Angaben Kundengelder in Höhe von fast sieben Billionen (7.000 Milliarden) US-Dollar. Der US-amerikanische Finanzgigant ist weltweit in mehr als 15.000 Unternehmen investiert. Bei vielen DAX-Konzernen ist der US-Vermögensverwalter zudem der größte Einzelaktionär.

Markbeobachter gehen davon aus, dass eine echte Nachhaltigkeitswende bei BlackRock ein Klimaschutz-Meilenstein wäre und es zu einem Boom am nachhaltigen Geldanlagemarkt kommen könnte. Bisher ist der US-Vermögensverwalter allerdings mit einem Rekord-Investitionsvolumen von mehr als 17,5 Milliarden US-Dollar in besonders klimaschädliche Kohleunternehmen investiert. Dies geht aus der „Global Coal Exit List (GCEL)“ der Nichtregierungsorganisation urgewald hervor.

Doch: BlackRock startet mit der Kohle-Devestition: „wir haben damit begonnen, börsennotierte Wertpapiere, d. h. Anleihen und Aktien, von Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihrer Umsätze aus der Kohleproduktion erwirtschaften, aus unseren diskretionären aktiven Anlageportfolios zu eliminieren. Dieser Prozess soll bis Mitte 2020 abgeschlossen sein“, heißt es in dem Brief von BlackRock an die Kunden.

Autor: Ferdinand Hammer



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6 Kommentare

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Kommentare

Was fuer eine Augenwischerei von Black Rock. Wer so was ernst nimmt von so einem Finanzinstitute glaubt auch an den Osterhasen. Ein wenig mehr Infos ueber Davos, das Wer und welche Personen dort agieren und bloecken, dabei die Umwelt mit C02 hoch zwei verschmutzen und heisse Luft rauslassen findet man im folgenden Artikel, den man weiter recherchieren muss. Als Anfang jedoch praechtig:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=57839

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