Aktien Frankfurt: Dax rutscht ab - Virussorgen und eingetrübter Ifo-Ausblick
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Aktien Frankfurt Dax rutscht ab - Virussorgen und eingetrübter Ifo-Ausblick

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.01.2020, 15:17  |  2081   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorgen vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus und überraschend eingetrübte Konjunkturdaten haben den Dax zu Wochenbeginn auf Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex sackte bis zum frühen Montagnachmittag um 2,55 Prozent auf 13 230,93 Punkte ab und entfernte sich damit wieder von der jüngst erreichten Rekordmarke von 13 640 Punkten. Am Freitag hatte am Markt noch Zuversicht geherrscht, nun fiel das Börsenbarometer auf das tiefste Niveau seit Anfang Januar zurück.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel zu Wochenbeginn um 2,24 Prozent auf 28 156,89 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag 2,45 Prozent im Minus.

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Schlechte Nachrichten kamen von der deutschen Konjunktur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex war überraschend gefallen. Analysten hatten dagegen mit einem Zuwachs gerechnet. "Der Ifo-Geschäftsklimaindex holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolskwirt der VP Bank. Der Rückgang im Januar zeige, dass man in den deutschen Chefetagen skeptisch sei. Neben dem Strukturwandel in der Autoindustrie und den Verhandlungen mit Großbritannien über den Brexit verwies der Experte auf den Coronavirus als temporären Belastungsfaktor. Die konjunkturelle Talsohle sei noch nicht beendet.

In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen um mehr als 700 auf 2744. Diese Zahlen hatten am Morgen schon in Asien auf den dort geöffneten Börsen gelastet, wenngleich in China der Handel wegen des Neujahrsfestes noch einige Tage pausiert.

Vor diesem Hintergrund habe sich der Dax auch zum Nachmittag hin nicht von dem Verkaufsdruck befreien können, schrieb Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Im Gegensatz zu den vorherigen positiven Handelstagen erreiche nun die Verkaufswelle den Gesamtmarkt komplett.

Die Aktien der Lufthansa litten am Montag gemeinsam mit anderen Sektorwerten unter den Sorgen der Anleger um die Ausbreitung des Virus. Für die Papiere des reiseabhängigen Konzerns ging es um 4,5 Prozent bergab.

Auch alle anderen Dax-Werte lagen im Minus. Die als wenig konjunkturabhängig geltenden Papiere des Versorgers RWE schlugen sich dabei mit einem leichten Minus noch am besten.

Die Aktien der europäischen Chipbranche gerieten im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus in Asien ebenfalls unter Druck. Neben dem Dax-Wert Infineon mit einem Abschlag von mehr als 3 Prozent büßten Dialog Semiconductor im MDax rund 3 Prozent ein und die Anteilscheine des eng mit der Branche verknüpften Waferherstellers Siltronic sackten um 4,8 Prozent ab. Die Halbleiterbranche gilt wegen des Stellenwerts von Asien im Rahmen der Wertschöpfungsketten als besonders sensibel.

Weit hinten im MDax waren zudem die Anteilscheine des Batterieherstellers Varta zu finden, die bereits seit Tagen unter der Furcht vor steigendem Wettbewerb leiden. In den Anfangsminuten des Börsentags waren die Papiere um fast 10 Prozent und damit kurz unter die als längerfristiger Indikator geltende 200-Tage-Durchschnittslinie gesackt. Trotz einer Aufholjagd im Laufe des Vormittags lagen die Papiere zuletzt bei minus 5,2 Prozent und damit noch immer auf den hinteren Plätzen im Index.

Auch bei K+S fügen Anlegersorgen dem Aktienkurs weiter schwere Verluste zu. Am Nachmittag ging es um 5,3 Prozent nach unten. Schuldensorgen und die Furcht vor einer schwachen Geschäftsentwicklung treiben die Aktionäre des Dünger- und Salzkonzerns dabei um.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen steigen unter dem Strich deutlich. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,33 Prozent am Freitag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 144,62 Punkte. Der Bund Future legte um 0,31 Prozent auf 174,00 Zähler zu.

Der Eurokurs kostete zuletzt 1,1028 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1035 (Donnerstag: 1,1091) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9062 (0,9016) Euro./ssc/la/jha/

--- Von Sebastian Schug, dpa-AFX ---

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