WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Scharfe Korrektur wegen Virus und Ifo
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WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss Scharfe Korrektur wegen Virus und Ifo

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.01.2020, 18:19  |  1718   |   |   

(Im 5. Absatz, wurde im 1. Satz ein Redigierfehler behoben.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aus Sorge vor der rasanten Verbreitung des Coronavirus sind die Anleger am Montag aus dem deutschen Aktienmarkt geflüchtet. Überraschend schwache Konjunkturdaten beschleunigten die Talfahrt. Der Dax rutschte zeitweise unter 13 200 Punkte auf den tiefsten Stand seit fast drei Wochen.

Aus dem Handel ging er mit minus 2,74 Prozent auf 13 204,77 Zähler. Damit entfernte er sich wieder von seiner Rekordmarke bei 13 640 Punkten aus der vergangenen Woche. Seit Jahresanfang steht der Leitindex nun mit 0,3 Prozent im Minus. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel zu Wochenbeginn um 2,32 Prozent auf 28 133,89 Punkte.

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In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit und die bestätigten Infektionen weiter gestiegen. Dies hatte am Morgen in Asien bereits auf den Kursen gelastet, wenngleich in China der Handel wegen des Neujahrsfestes noch einige Tage pausiert.

Investoren fürchteten sich vor einer weltweiten Ausbreitung des Virus mit negativen Effekten für das Wirtschaftswachstum, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Nach einem starken Jahresauftakt erlebe die Börse damit ihre erste ausgewachsene Korrektur im Jahr 2020.

Schuld daran war am Montag nicht nur das neue Virus, sondern auch ein überraschend schlecht ausgefallener Ifo-Geschäftsklimaindex. "Er holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der Rückgang im Januar zeige die Skepsis in den deutschen Chefetagen. Neben dem Strukturwandel in der Autoindustrie und den Verhandlungen mit Großbritannien über den Brexit verwies der Experte auf den Coronavirus als temporären Belastungsfaktor. Die konjunkturelle Talsohle sei noch nicht durchschritten.

Die Aktien der Lufthansa litten am Montag gemeinsam mit anderen Werten aus der Reise- und Freizeitbranche unter der Furcht vor dem Coronavirus. Für die Papiere der Fluggesellschaft ging es um 4,33 Prozent bergab. Schwächer im Dax waren nur noch Wirecard mit minus 5,23 Prozent. Sie zollten ihrer jüngsten Rally Tribut. Händler verwiesen am Montag darauf, dass mit dem Heidelberger Zahlungsdienstleister Heidelpay ein Konkurrent sein Wachstum mit Übernahmen vorantreiben wolle und künftig an die Börse streben könnte.

Auch bei allen anderen Dax-Werten gab es Minus-Vorzeichen. Die als wenig konjunkturabhängig geltenden Papiere des Versorgers RWE schlugen sich dabei mit einem Abschlag von 1 Prozent noch am besten.

Die Aktien der europäischen Chipbranche gerieten im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus in Asien ebenfalls unter Druck. Neben dem Dax-Wert Infineon mit einem Abschlag von 3,5 Prozent büßten Dialog Semiconductor im MDax fast 4 Prozent ein und die Anteilscheine des Waferherstellers Siltronic sackten um mehr als 5 Prozent ab. Die Halbleiterbranche gilt wegen des Stellenwerts von Asien im Rahmen der Wertschöpfungsketten als besonders sensibel.

Hinten im MDax waren mit minus 5,47 Prozent die Anteile des Batterieherstellers Varta , die bereits seit Tagen unter der Furcht vor steigendem Wettbewerb leiden. Die Papiere des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer waren der einzige Gewinner mit plus 0,21 Prozent.

Europaweit gingen die Börsenindizes auf Tauchstation. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone verlor 2,68 Prozent auf 3677,84 Punkte. Für den französischen Cac 40 und den britischen FTSE 100 ging es ähnlich kräftig bergab. Der New Yorker Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsschluss gut eineinhalb Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,33 Prozent am Freitag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 144,62 Punkte. Der Bund Future legte um 0,42 Prozent auf 174,18 Zähler zu.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,1021 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1025 (Freitag: 1,1035) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9070 (0,9062) Euro gekostet./ajx/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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