Wirecard - Entwarnung Singapur-Übergangsfrist 12 Monate! Übernahmefieber und der CEO "We won't disappoint"

Nachrichtenquelle: Nebenwerte Magazin
03.02.2020, 16:43  |  431   |   |   
TecDAX | Wirecard - Entwarnung: Singapur-Übergangsfrist 12 Monate! Übernahmefieber und der CEO

Wirecard AG (ISIN: DE0007472060) stand heute zuerst nicht selber in den Schlagzeilen, sondern eine Übernahme in Frankreich: Worldline will Ingenico - Ergebnis wäre Nummer 4 weltweit bei den Paymentdienstleistern.Dann kam die Wirtschaftswoche mit angeblichen Lizenzproblemen in Singapur....

Singapur-Lizenzen mit Fragezeichen - so spricht es sich heute rund. Die Wirtschaftswoche meldet eine neue- angeblich akute - Baustelle an einem bekannten Standort für Wirecard: Man habe noch keine Lizenz für Paymentdienstleistungen in Singapur erhalten - die noch laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit festgestellten Unregelmässigkeiten im einstelligen Millionenbereich könnten hierfür ein Grund sein. Singapur beherbergt einige Kunden Wirecards und man ist in dem Stadtstaat sehr aktiv, wäre sehr ärgerlich wenn die Lizenzen letztendlich nicht erteilt würden, aber es scheint ja Übergnagsfristen zu geben, die üblicherweise bei neuen Marktregulierungen eingeführt werden. Jedenfalls eine weitere Unsicherheit, eine weitere Baustelle die Managementkapazität bindet oder doch nur eine zeitliche Verzögerung ohne wirtschaftliche Auswirkungen wegen bestehender Übergangsfristen? Es spricht einiges für die zweite Variante!

Der "Payment Services Act 2019" wird um Übergangsfristen ausdrücklich ergänzt und

regelt in Singapur Bereiche, die Wirecards Tätigkeit in Singapur betreffen: "(1) account issuance services, (2) domestic money transfer services, (3) cross-border money transfer services, (4) merchant acquisition, (5) electronic money issuance, (6) digital payment token services and (7) money-changing services." Und das Gesetz tritt mit dem 28.01.2020 in Kraft. Und die Wirtschaftswoche rechercheirt, dass Wirecard noch keine Lizenzen erhalten habe, aber es gibt auch eine ergänzende Gesetzgebeung, die am 02.12.2019 veröffentlicht wurde. Es gilt für alle eine 12-Monats-Übergangsfrist für Paymentservices, grenzüberschreitende Transfers, nur für Tokenherausgeber(für Wirecard nicht relevant) gelten 6 Monate. Voraussetzung für diese Übergangsfrist ist lediglich eine formal vorgegebene Anmeldung innerhalb von 4 Wochen nach Inkrafttreten der neuen Regulierung - und das wird Wirecard wohl nicht "verschlafen": ERGEBNIS KEINE AKUTEN HINDERNISSE FÜR WIRECARD IN SINGAPUR GESCHÄFTE ZU TÄTIGEN!!

Das Gesetz: "...Exemption for persons providing specified payment services

4.—(1)  A person who, immediately before 28 January 2020, carries on a business of providing a specified payment service is exempt from sections 5(1) and 6(4) and (5) of the Act in respect of that business until the expiry of the 12‑month period immediately after that date if the person has, within 30 days after 28 January 2020, notified the Authority in the form and manner specified on the Authority’s Internet website, of the date on which the person had commenced the business of providing the specified payment service. A)applies for a licence under section 6(1) of the Act to carry on the business of providing the specified payment service; or B) being a person who is deemed to have been granted a major payment institution licence or a money‑changing licence under section 122 of the Act, applies to vary its licence under section 7(1)(a) of the Act to be entitled to carry on the business of providing the specified payment service, the person’s exemption under paragraph (1) ceases on the date on which the application is approved or refused by the Authority, or if the application is withdrawn before that date, the date on which the application is withdrawn." ist klar und eindeutig: Anmeldung der Tätigkeit ab dem 28.01.2020 innerhalb 30 Tagen, dann 12 Monate Tätigkeit ohne Lizenz im Rahmen einer Übergangsregelung möglich. HIER DER LINK ZUM ÜBERGANGSGESETZ

Worldline übernimmt Ingenio und will Nummer VIEr werden, weltweit

Diese Übernahme ist wahrscheinlich nur eine von mehreren, die wir dieses Jahr noch in der Paymentbranche sehen werden - erinnert an die Aussagen HeidelPays und die Käufe in den letzten Monaten beispielsweise von Paypal. Die Preise steigen und jeder schaut sich jeden an. Und Wirecard ohne die FT-Unsicherheit wäre beim derzeitigen Kursniveau sicherlich interessant - wenn auch immer noch ein sehr dicker Brocken. Wer weiss ob nicht die sich stark verändernde Branche mit dynamischem Wachstum auch Käufer anlockt,die mitmischen wollen und dieses auch können - im Umfeld der Payments gibt es diverse Branchenüberschneidungen mit Kreditkartenunternehmen, Banken und Onilnegiganten. Macht Wirecard zusätzlich spannend.

Und Geld gibt es derzeit genug. Wirecard selber ist derzeit eher Zuschauer bei der Branchenkonsolidierung - außer "kleinerer" Zukäufe in Asien - immer in Verbindung mit Lizenzen wie zuletzt in China, Jahre zuvor in Indien... Wirecard hätte eine starke Übernahmewährung - die Aktie - wenn die Bewertungsrelationen ähnlich denen der Peer's wären. Warten wir mal den KPMG-Bericht und dessen Wirkungen ab, wer weiss ob dann aus dem Getriebenen mal der Gestalter im Übernahmebereich werden könnte. Der neue Konkurrent, sofern die Übernahme in Frankreich zustande kommt, ist auf jeden Fall ein ernstzunehmender, weiterer Konkurrent für Wirecard - abe rbisher waren ja operative Herausforderungen für Wircard das geringere Problem...

Aurelius wehrt sich - Klarstellung zum Shortsellerreport

Steinhoff's Mattres Inc. liefert Q4 - Zahlen. Wird langsam was auf allen ehemaligen Baustellen - ausser Rechtsstreitigkeiten, da fehlt noch was...

Wirecard und China - wie abhängig ist man?

Der CEO legt parallel die Messlatte für die Ergebnisse 2019 immer höher

Zuletzt am 31.01.2020 gab es einen Tweet des CEO zu den mit Spannung erwarteten Zahlen für 2019: "Preliminary figures for FY 2019 are ready to be communicated on February 14. We won‘t disappoint. However, the data is related to the good things we did last year. Now, we're focusing on our growth targets for this year."

Klare Worte: "Wer nicht enttäuscht" sollte die Erwartungen des Marktes kennen und diese für erreichbar halten." Wer nicht enttäuscht" wird mindestens die Prognose am oberen Ende erfüllen können. "Wer nicht enttäuscht" wird im Rahmen der vorher gemachten Aussagen abliefern. Und hier gab es schon sehr klare Positionierungen: "Another good week for our company. We are ready for change, following some market requirements. We will do so on corporate governance, strengthen our compliance, increase transparency and - first of all - continue to deliver strong financials and business data." (24.01.), "... we are helping already successful Chinese businesses to grow faster and keep their value proposition..." (20.01.), "... the market can re-focus on the excellent business performance and innovations of Wirecard faster..." (01.01.) - also warten bis zum 14.02.2020.

Klare Erwartungen plus die - möglicherweise - irrationale(?) - Erwartung einer KPMG-Vorabmeldung

Die Analystenerwartungen für die Bilanz in den Eckdaten sind relativ klar: Umsatz sollte auf 2.720 Mio. EUR steigen, das Nettoergebnis sollte bei 530 Mio. EUR liegen (wobei hier möglicherweise die Beratungskosten und sonstigen Kosten aus der FT-Krise negativ durchschlagen könnten...). Dann wird natürlich ein besonderes Augenmerk auf die Wachstumsraten der Nicht-Paymentdienstleistungen gelegt werden, konnte man hier die gesetzten Ziele erreichen? Passen die Einzelergebnisse zur Vision 2025? Woher kommen die Gewinne- hier ist man möglicherweise durch die FT-Diskussion sensibilisiert für Gewinne aus der Dubai-Entity - und wie sieht das China-Exposure aus? Wird Wirecards Stärke in Asien zur Schwäche bei einer länger andauernden Corona-Krise? Jedenfalls wird die Bilanz genau zu prüfen sein und - da braucht man sich keine Sorgen zu machen - die Kritikpunkte der Shorts kommen bestimmt. Wenn die dann genauso schwach wären, wie derzeit der Ontake-Report bei Aurelius, wäre das gut für die Wirecard-Longs....

Menschenleere Strassen in Peking,

geschlossene Firmen und  Geschäfte in vielen großen Städten Chinas. Wachstum wahrscheinlich nur bei 2-3% dieses Quartal oder noch schlechter... Und wie trifft es Wirecard - hier muss zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Wirkungen unterschieden werden. Aktuell ist das China-Geschäft noch stark geprägt von Dienstleistungen für Chinesen, die außerhalb Chinas Ausgaben tätigen wollen – sei es über Unionpay, Reiseveranstalter, Auslandsstudiendienstleister und Duty-Free-Händler. Akzeptanz chinesischer Zahlungsdienstleister außerhalb Chinas ist Thema: Hier wird es bestimmt einen kurzfristigen Einbruch geben, aktuell sei nur an das Einreiseverbot für Reisende aus China in die USA gedacht und die Flugverkehrseinschränkungen von und nach China, die sich wahrscheinlich noch erhöhen werden..

Das Chinesische Neujahrsfest mit den Kaufimpulsen entfällt dieses Jahr wohl weitgehend. Kurzfristig negativ für Wirecard – langfristig ohne Auswirkungen, wenn man sich die Folgen „früherer“ Krankheitsausbreitungen wie SARS anschaut. Eine Umsatzdelle könnte drohen, die möglicherweise in der nervösen Wirecard-Wahrnehmung überinterpretiert werden könnte. Die Verlagerung auf Onlinekäufe und das Meiden von Menschenansammlungen in Geschäften könnte ein leichtes Gegengewicht zur generellen Zurückhaltung liefern – in der Summe wird man aber von negativen Impulsen ausgehen müssen generell für Paymentdienstleister..

China-Ausbau

Ende letzten Jahres zeigte Wirecard seinen Willen auch im innerchinesischen Zahlungsverkehr eine größere Rolle zu spielen. Für bis zu rund 100 Mio. EUR erwarb man einen Chinesischen Zahlungsdienstleister, der über ein umfassendes „Lizenzpaket“ für den innerchinesischen Handel verfügt. In China ist die starke Online-Affinität und generelle Technikbegeisterung Umsatztreiber und allein die schiere Größe des Marktes ist für Wirecard auf Jahre möglicher Wachstumsturbo. Und Corona?

Es ist wieder passiert - jetzt trifft es Aurelius, auch hier nicht zum ersten Mal - ein Report einer halbwegs unbekannten Adresse, der im Endeffekt sagt, Aurelius sei wertlos und das in fast 50 Seiten mit vielen Namen, rechenbeispielen und "Belegen" und Vermutungen - kommt dem Wirecard-Aktionär bekannt vor.

Die Chinesische Wirtschaft nimmt aktuell definitiv Schaden und die aktuelle Wirtschaftsentwicklung könnte zu einem der schwächsten Quartale seit Jahren führen – man fürchtet „ein Wachstum unter 5%, aktuell liegt man bei 2-3%, wer weiss wie es weiter geht“ – wäre für Europa immer noch ein Traum, aber in China ticken die Uhren anders, gerade deshalb ist der Markt für Wirecard so attraktiv. Die aktuelle Situation lähmt bestimmt einige Projekte – Reisebehinderungen, Meetings werden schwierig, einzelne Büros, derzeit(!) nur in Wuhan werden in Zwangsurlaub geschickt, internationale Mitarbeiter werden aus China abgezogen oder sollen abgezogen werden – Verzögerungen werden so auch für Wirecards-Pläne wahrscheinlicher. Die Länge und die weitere Ausbreitung in China bestimmen hier die potentiellen Verzögerungen – kurz- bis mittelfristig negativ, langfristig wenig Auswirkungen.

Makrofaktoren

Wirecard ist mittlerweile DAX-Wert und wird sich nicht dauerhaft der generellen Marktentwicklung entziehen können – eine Verschärfung und weitere Ausbreitung des Cororna-Virus wird negative Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben und so auch auf die Aktienmärkte – sichere Häfen wie Gold, Staatsanleihen sicherer Staaten und Ankerwährungen werden profitieren, Börsenunternehmen die von der wirtschaftlichen Dynamik abhängen eher nicht, wie Wirecard. Dagegen steht Wirecards „Sonderkonjunktur“ FT-Vorwürfe respektive deren potentielle Widerlegung durch einen umfassenden KPMG-Bericht. Ein solcher Bericht könnte gegen den Markttrend bei Wirecard positive Impulse senden.

Heißt für die nächsten Wochen

China und die Auswirkungen des Corona-Virus können kurzfristig durchaus negative Wirkungen auf die Kursentwicklung der Wirecard-Aktie haben, aber dagegen steht die potentielle „Sonderkonjunktur FT-KPMG“ und natürlich auch in diesem Zusammenhang der Bewertungsrückstand zur PeerGroup, die durchaus mehr unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise leiden könnten – wie Adyen, die derzeit noch den wesentlich größeren Anteil am AliPay-Kuchen haben, wir spekulierten dazu ja bereits vor einigen Wochen. Generell ist das Exposure von Wirecard wesentlich größer im Rahmen der Corona-Krise als beispielsweise für unsere Regenschirmaktien oder für Evotec, die Ende letzter Woche einen weiteren Deal vermelden konnten in einer langen Reihe in den letzten Wochen. Generelle Entwicklungen der letzten Woche im Schatten von Corona in unserem WOCHENRÜCKBLICK.

Short Squeeze - wäre der "Superturbo"

erzwungen durch zu schnell zu hoch steigende Kurs verbunden mit der hohen Volatilität der Aktie könnten die Sicherheitsleistungen für die Aktienleihe so erhöhen, dass wie in einem Dominoeffekt der Reihe nach Eindeckungen – also Käufe – erfolgen. Die Kurse könnten so wesentlich höher steigen, als „bei normalen“ Reaktionen auf gute Bilanzzahlen. Es gab Beispiele in der Vergangenheit die zu einem wahren „Run“ geführt haben. Eine entsprechende Übertreibung ist bei Evotec und bei Wirecard mit der relativ gesehen sehr hohen Shortquote nicht unrealistisch – die Nervosität im Shortlager hat bestimmt bei der Entwicklung in der letzten Woche zugenommen - und die jetzt gezeigte Stärke im Abwärtstrend...

HIER: ANALYSE WIRECARD AKTIE - HIER UND AKTUELL - mit Fundamentalen Daten.

HIER: ANALYSE EVOTEC AKTIE - HIER UND AKTUELL - mit Fundamentalen Daten und wichtiger NEWS heute - zukunftsorientiert winken Milestones...


Chart: Wirecard AG | Powered by GOYAX.de
 
 


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