Stärkere Konkurrenz aus China VARTA: Goodbye!

04.02.2020, 13:11  |  22509   |   |   

AirPods aus dem Hause Apple dürften im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Geschenken unter dem Weihnachtsbaum gehört haben. Auch Deutschland war im AirPod-Boom nicht außen vor: Die traditionsreiche Varta, gerade erst 2017 an die Börse gegangen, ist nach eigenem Bekunden Marktführer bei den Akkus für die drahtlosen Ohrstöpsel. Als etablierter Hersteller von Einwegbatterien für Hörgeräte verfügte Varta über das Know-how für diese Weiterentwicklung. Speziell bei höherwertigen Kopfhörern von Apple, Samsung, Bose oder Sony sollten angeblich ausschließlich die Zellen von Varta im Einsatz sein – so jedenfalls die Argumentation der Analysten.

Für die Börse ergab sich damit eine bombastische Wachstumsstory mit gesicherten Monopolmargen. Bereits 2020 sollen die Umsätze der Entertainmentsparte das klassische Geschäft mit Hörgeräten überflügeln. Die Analysten scheinen jedoch grobe Lücken im Verständnis des Markts zu haben, wie eine Veröffentlichung eines Shortsellers offenbart.

Von den vier Kunden, die für 80% des Entertainmentumsatzes von Varta verantwortlich sind, haben zwei erwiesenermaßen bereits Batterien von chinesischen Konkurrenten im Einsatz. Dass der Wechsel des Zulieferers in einem laufenden Produktzyklus möglich ist, widerlegt klar die These, Varta besäße einen technologischen Vorsprung von drei bis fünf Jahren. Einzelne Zellen aus chinesischer Produktion scheinen in Sachen Energiedichte und Kapazitätserhalt bereits besser zu sein. Die chinesische EVE verlangt für seine Produkte mit 1,93 EUR bereits deutlich weniger als die 2,20 EUR, die Analysten Varta für 2020 zugestehen.

Auch wenn man für Varta weiterhin enorme Wachstumsraten unterstellen würde, rechtfertigt der zu erwartende Margendruck keine Bewertung zum mehr als Vierfachen des 2020er-Umsatzes und ein KGV von knapp 40. Das Unternehmen selbst behauptet nun, die Konkurrenten würden Vartas Patente verletzen – doch ob renommierte Hersteller wie Samsung tatsächlich derartige Plagiate verwenden würden, ist zumindest fraglich.

Autor: Christoph Karl

(Diese Analyse aus der Smart Investor-Ausgabe 02/20 bezieht sich auf Daten, die bis zum 17.01.2020 erfasst wurden.)

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