HINTERGRUND: Grün, grün, grün werden immer mehr Fonds
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HINTERGRUND Grün, grün, grün werden immer mehr Fonds

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.02.2020, 08:50  |  1114   |   |   

MANNHEIM (dpa-AFX) - Seit mittlerweile 19 Jahren ist Mannheim nun schon das Mekka der deutschen Fondsszene. Auch Ende Januar strömten wieder tausende Anlageberater in die zentral gelegene Industriestadt, um beim jährlich stattfindenden Branchenkongress zu erfahren, wie sie in der Nullzinswelt wenigstens noch etwas Rendite erwirtschaften können. Doch wer glaubte, im altehrwürdigen Tagungszentrum Rosengarten völlig ohne Gewissensbisse dem Mammon frönen zu können, sah sich wohl getäuscht: Quasi an jeder Ecke wurden die Fachbesucher mit dem Schlagwort ESG konfrontiert, das für die Begriffe "Umwelt, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung" steht. Der Vermögensverwalter Bert Flossbach errechnete, dass sich 27 von 30 Vorträgen in der einen oder anderen Weise um das Thema ESG drehten.

Auch während der Pausen führte kaum ein Weg am Thema Nachhaltigkeit vorbei: Wer Salat oder Kuchen essen wollte, musste nun zum ersten Mal zu Geschirr aus gepressten Blättern der Betelnusspalme greifen und dieses dann fachgerecht in eigens dafür aufgestellten Jutebeuteln entsorgen. Sogar schon vor Kongressbeginn wurde den Besuchern ins Gewissen geredet: Zwischen Garderobe und Toilette sammelte das Umwelt-Start-up Treedom Geld, damit zum Beispiel Kleinbauern in Brasilien den Regenwald wieder ein Stück weit aufforsten können.

Somit war es nur konsequent, dass kurz nach der Kongresseröffnung mit Wolfgang Grupp ein regelrechter Kronzeuge zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Podium saß. Der schillernde Unternehmer ist Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema und hielt ein flammendes Plädoyer gegen den Massenwahn und für das bedarfsgerechte Wirtschaften. Er sei natürlich Egoist und wolle Geld verdienen, sagte er. Gleichzeitig wisse er aber auch, dass er seine Arbeitnehmer gut behandeln müsse, damit sie zufrieden sind. Klingt wie eine Top-Anlageidee, doch leider wird Trigema als Rechtsform des eingetragenen Kaufmanns geführt, und zwar mit Grupp als alleinigem Inhaber. Das Unternehmen gibt also keine Aktien aus und hat laut eigenen Angaben noch nicht einmal einen Bankkredit laufen.

Anleger müssen nun aber nicht hoffen, dass Trigema irgendwann an die Börse kommt, wächst das Angebot nachhaltiger Anlagen doch rasant. Weltweit hat sich das derartig verwaltete Vermögen in den fünf führenden Märkten von 2016 bis 2018 um rund ein Drittel auf knapp 31 Billionen US-Dollar vergrößert, wie es im jüngsten Bericht des Weltverbandes des nachhaltigen Investments hieß. In den USA machen diese Anlagen demnach bereits ein Viertel des Marktes aus. In Europa ist es sogar fast die Hälfte.

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Ist doch klar: für den Öko-Fake gibt es Geld ohne Ende.
Ob dem Stromkunden, dem Autofahrer, dem nicht erfrieren Wollenden, dem Steuerzahler abgepresst,
egal: die "Öko"mafia kassiert überall.

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