Euro ohne Ansteckung

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
08.02.2020, 16:54  |  911   |   |   

Der Euro war schwach in das Jahr 2020 gestartet. Der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs fiel zunächst auf den tiefsten Stand seit Sommer 2017. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte unter schwachen Wirtschaftsdaten aus Euroland zu leiden. Im vierten Quartal 2019 konnte das Bruttoinlandsprodukt der EWU nur um magere 0,1 % zulegen. Mit Frankreich und Italien haben zwei der vier größten EWU-Länder sogar eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung ausgewiesen.

Die Unterstützung für den Euro kam aus Asien. Die Krise durch den Coronavirus hat sowohl die chinesische Währung als auch die koreanische Währung geschwächt und damit dem handelsgewichteten Euro-Wechselkurs wieder leichten Auftrieb zum Monatsende gegeben. Die zwei asiatischen Währungen haben einen Anteil von rund 20 % am handelsgewichteten Euro-Wechselkurs. Die dritte wichtige asiatische Währung im Korb des handelsgewichteten Euro-Wechselkurses ist der japanische Yen. Gegenüber dem Yen hat der Euro allerdings bislang nicht von der Coronavirus-Krise profitieren können und hat im Januar 1,5 % abgewertet. Der Gouverneur der japanischen Zentralbank hat aber bereits die Bereitschaft signalisiert, im Falle einer Eintrübung des Wirtschaftsausblicks durch die Coronakrise schnell und stark mit den Instrumenten der Geldpolitik zu reagieren. Dies wäre ein weiterer stützender Impuls für den Euro.

Die Coronavirus-Epidemie startete in der zweiten Dezemberhälfte 2019. Es ist allerdings noch zu früh, um zu urteilen, ob der Euro am Ende ein Gewinner oder ein Verlierer der Coronavirus-Krise ist. Bislang hat er von der Krise profitiert.

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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