Extreme Kursschwankungen Tesla-Aktie fährt Achterbahn: Über- oder unterbewertet? – Zwei Antworten von Top-Analysten

10.02.2020, 14:09  |  10490   |   |   

Die Volatilität der Tesla-Aktie war in letzter Zeit extrem: Innerhalb eines Monats stieg die Aktie von weniger als 500 US-Dollar auf kurzzeitig fast 1000 US-Dollar, um anschließend wieder abrupt auf 700 US-Dollar einzubrechen. Zeitweise war Tesla an der Börse mehr wert als VW und BMW zusammen. Wie schätzen Experten die Entwicklung ein?

Peter Thilo Hasler, Kapitalmarktexperte und Gründer von Sphene Capital und sphaia advisory, ist sich nicht sicher, ob der aktuelle Börsenwert von Tesla nicht doch gerechtfertigt sein könnte. Gegenüber der Redaktion von wallstreet:online sagte der Analyst: „Tesla ist ein perfektes Beispiel eines Unternehmens, bei dem nur Extrempositionen ausgetauscht werden: Entweder wird die Aktie als gnadenlos über- oder als völlig unterbewertet eingestuft. Dazwischen ist wenig Spielraum. Und wenn man sich die vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2019 ansieht – in dem freie Cashflows von mehr als einer Milliarde US-Dollar bei Umsätzen von knapp 25 Milliarden US-Dollar erzielt wurden – dann beginnt man nachzudenken, ob die aktuelle Marktkapitalisierung nicht vielleicht doch gerechtfertigt sein könnte. Zumindest, wenn alles gut geht, was wiederum die Pessimisten für unmöglich halten. Sie sehen die Wettbewerber aus den Startlöchern kommen. Was Zeit wird, denn dass Mercedes-Benz, immerhin der Erfinder des Automobils, erst seit wenigen Wochen das erste Elektro-Auto in den Verkaufsräumen hat, lässt angesichts des Erfolgs von Tesla erhebliche Zweifel an den Managementqualitäten der deutschen Führungsetagen aufkommen und manchen Fan deutscher Premiummarken wünschen lassen, Daimler, VW und BMW hätten auch einen so visionären Vorstand wie Elon Musk. Damit ist Tesla ein Lehrbeispiel dafür, dass der Wert eines Unternehmens allein davon abhängt, wie man über ein Unternehmen und dessen Zukunft denkt. Also welcher Narrativik man anhängt.“

Tesla

Beate Sander (82), Millionärin durch Aktien, besser bekannt als „Börsen-Oma“, schätzt die Tesla-Aktie als derzeit überbewertet ein. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte die prominente Börsenexpertin: „Elon Musk, der Gründer von TESLA MOTORS, zählt sicherlich zu den innovativsten Unternehmerpersönlichkeiten weltweit. Ich habe mich selbst davon überzeugt, wie toll das Design und die Eigenschaften seiner wegweisenden Elektro-Sportwagen sind. Aber das Unternehmen ist mit fast 20 Milliarden Euro hoch verschuldet. Folglich waren die riesigen Kursgewinne in kurzer Zeit nur wegen erfreulicher Umsatzsteigerung völlig überzogen.

Ein Kursanstieg von 250 Prozent in einem halben Jahr konnte nicht gut gehen, wenn man sich binnen 52 Wochen die Kursentwicklung von 850 Euro gegenüber 160 Euro anschaut. Ab einem Kurs von 600 Euro empfahl ich, die Aktie zu verkaufen, sich aber zumindest von einem Teil zu trennen.

Dennoch müssen nur Leute, die kurzfristig noch gierig auf den schnell fahrenden Zug aufsprangen, Kursverluste befürchten. Beim Einstieg vor einem Jahr war es ein Plus von über 150 Prozent, in drei Jahren knapp 200 Prozent Plus, vor fünf Jahren über 265 Prozent Buchgewinn. Was also tun? Sobald sich der Aktienkurs wieder in normalen Bahnen bewegt, ist für risikofreudige Anleger ein Einstieg oder Zukauf denkbar. Vorsichtige Anleger sollten sich hier nicht von Gier und Herdentrieb treiben lassen und sichere, dividendenstarke Value-Aktien bevorzugen.“

Viele große Banken und Analysehäuser stufen die Tesla-Aktie aktuell ebenfalls als überbewertet ein, berichtet die dpa. Am vergangenen Mittwoch hob die britische Investmentbank Barclays zwar Teslas Kursziel von 200 auf 300 US-Dollar an, beließ aber die Einstufung auf „Underweight“. Einen Tag zuvor hatte bereits das Analysehaus RBC seine Tesla-Einstufung auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 530 US-Dollar belassen. Die US-Großbank J.P. Morgan hatte bereits Ende Januar 2020 mit dem Urteil „Underweight“ vom Kauf der Aktie abgeraten und das Kursziel lediglich von 240 auf 260 US-Dollar angehoben. Auch die Schweizer Bank Credit Suisse rät mit ihrer Einstufung „Underperform“ und einem Kursziel von 340 US-Dollar vom Kauf der Tesla-Aktie ab.


Der Höhenflug der Tesla-Aktie könnte auch durch einen sogenannten Short Squeeze zustande gekommen sein, berichtet die Tageszeitung die Welt. Viele Spekulanten hätten mit Leerverkäufen auf einen sinkenden Tesla-Aktienkurs gesetzt. Da dieser aber Wiedererwarten stieg, mussten viele Leerverkäufer zur Verlustbegrenzung Tesla-Aktien zurückkaufen, was die Kursexplosion weiter verschärfte. Zu einem ähnlichen Short Squeeze war es bereits im Oktober 2008 bei der Volkswagen Stammaktie gekommen.

Volkswagen

Autor: Ferdinand Hammer



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