Die Antwort auf die Frage, ob Unilever und Beiersdorf noch fair bewertet sind

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.02.2020, 09:30  |  369   |   |   

Die Konsumgüterindustrie bietet viele Vorteile. Der größte ist, dass man weniger stark von der allgemeinen Konjunktur abhängig ist als andere Branchen und die Unternehmen nur relativ wenige Schlagzeilen schreiben. Unternehmen wie Unilever (WKN: A0JMQ9) und Beiersdorf (WKN: A0JMQ9) waren in der Vergangenheit durch ihre bekannten Marken in der Lage, höhere Preise als die Konkurrenz zu verlangen und profitabel zu wachsen.

Allerdings gibt es ernst zu nehmende Bedrohungen für die Geschäftsmodelle der Unternehmen, die das Patentrezept der letzten Jahre gefährden und teilweise bereits in den Kennzahlen ablesbar sind. Wie können die Firmen mit diesen umgehen und sind die Aktien trotz der Kursanstiege der letzten Jahre noch attraktiv bewertet?

Das Dilemma der Markenhersteller

Die Unternehmen sind in der komfortablen Situation, dass ihre Zielgruppe immer größer wird. Vor allem getrieben durch asiatische Länder soll gemäß einer Studie der OECD die Anzahl der Menschen, die der Mittelschicht angehören, von 3,45 Mrd. im Jahr 2018 auf 5,37 Mrd. 2030 steigen. Das heißt, es kommen in den nächsten zwölf Jahren fast zwei Milliarden neue potenzielle Konsumenten hinzu. Die beiden Firmen sind auch bereits sehr gut in den Entwicklungsländern vertreten. So erzielt Beiersdorf ca. 44 % seiner Umsätze 2019 in Entwicklungsländern und Unilever toppt das mit fast 60 % der Umsätze.

Gegenwind bekommen die Marken allerdings vor allem in den Industrieländern zu spüren. So achten laut Nielsen 59 % der Befragten beim Kauf von Konsumgütern auf Sonderangebote. Das größere Problem für die Markenhersteller sind allerdings noch mal die Handelsmarken, die durch den Handel forciert werden und in Europa für 2018 einen Marktanteil von 40 % erreichten. Die Produkte bieten sehr oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und der Gewinn an Prestige gegenüber dem Umfeld durch die Verwendung von Domestos (Toilettenreiniger von Unilever) ist nicht vergleichbar mit einem großen SUV oder dem neuesten Smartphone.

Und der Handel geht zunehmend auf die Barrikaden, wenn Ihnen Preise oder Aktionen der Markenhersteller nicht passen. Sehr schön lässt sich das beim Thema Tamponsteuer beobachten, bei der die großen Markenhersteller die Steuersenkung zum Jahreswechsel für eine Preiserhöhung nutzen möchten. Gegen diese verweigert sich der Handel und steigt damit im Ansehen der Kundinnen. Wie weit das führen kann, sieht man aktuell bei Edeka. Teile des Sortiments von Coca-Cola (WKN: 850663) sind aus den Regalen verbannt, weil man sich bzgl. der Lieferkonditionen nicht einigen konnte.

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