Eine gefährliche Zweiteilung der Märkte

Gastautor: Sven Weisenhaus
13.02.2020, 09:44  |  2530   |   |   

Das Coronavirus bleibt das beherrschende Thema an den Börsen. Und in diesem Zusammenhang kann ich zur gestrigen Analyse des Ölmarktes bzw. der Ölpreise noch eine aktuelle Meldung nachreichen:

Wie aus dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hervorgeht, wurde die Prognose zur Öl-Nachfrage wegen der Virus-Ausbreitung gekappt. In den Monaten Januar bis März rechnet die OPEC nun mit einer weltweiten Nachfrage von 99,51 Millionen Barrel pro Tag, nach bisher 99,95 Millionen Barrel. Oder in anderen Zahlen ausgedrückt: Im 1. Quartal 2020 dürfte die Nachfrage um durchschnittlich 440.000 Barrel pro Tag niedriger ausfallen als bislang prognostiziert. Des Weiteren geht die OPEC davon aus, dass auf dem Weltmarkt im 2. Quartal 2020 ein Überangebot von 570.000 Barrel pro Tag herrschen werde. Dennoch konnten die Ölpreise gestern deutlich zulegen – wohl in Erwartung, dass die OPEC nun energischer in den Markt eingreifen könnte.

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Traue keiner Statistik

Einige Marktbeobachter, Kommentatoren und Experten begründen die Kursgewinne an den Aktienmärkten wieder einmal mit vermeintlich positiven Nachrichten in Sachen Coronavirus. So soll die Rate der Neuinfektionen abgenommen haben, wie auch die folgende Grafik der Johns Hopkins University zeigt. Daher geht man davon aus, dass das Schlimmste überstanden ist und die Aktienmärkte entsprechend zulegen können.

Entwicklungen zum COVID-19

Doch wieder einmal ist diese Begründung nicht plausibel. Nicht nur, dass man überhaupt keinen Gleichlauf zwischen der Entwicklung der Aktienkurse und der Anzahl der Neuinfektionen sehen kann, sondern China führt inzwischen auch nur noch Personen in der Statistik, nach einer Infektion mit dem Virus die typischen Symptome zeigen. Die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen dürfte daher deutlich höher liegen als die aktuell ausgewiesene, da etliche Patienten zwar infiziert sind, aber keine oder nur geringe Symptome aufweisen. – Es ist sehr bedauerlich, dass man leichtfertig verbreitete Informationen inzwischen immer öfter hinterfragen muss, und das leider auch bei eigentlich seriösen Quellen.

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