Forex-Report Schwacher Euro - Fokus auf Wachstumsprognosen – Coronavirus

Gastautor: Folker Hellmeyer
14.02.2020, 12:01  |  951   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0835 (06:45 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0828 im fernöstlichen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,81. In der Folge notiert EUR-JPY bei 118.98 EUR-CHF oszilliert bei 1,0618.

Die Devisenmärkte reagieren auf interessante Art und Weise auf die Herausforderung durch das Coronavirus. Der USD ist gesucht. Der Euro ist „out“. Er verliert gegenüber USD, JPY, CHF und GBP an Boden. Ein Erklärungsansatz ist, dass Kontinentaleuropa ein starker globaler „Player“ ist. Von daher träfe die durch das Coronavirus initiierte Bremsung der globalen Konjunkturdynamik Europa härter als andere westliche Länder. So weit, so gut. Ein zweiter Ansatz ist der alt bekannte Reflex, bei jeder Krise blind den US-Dollar zu erwerben und den Euro leer zu verkaufen. Das scheint in den Algorithmen fest verankert zu sein, die heute maßgeblich den Handel bestimmen. Ansonsten lassen sich keine Katalysatoren bezüglich der aktuellen Konjunkturdaten oder der Entwicklungen der Zinsdifferenzen erkennen, die die aktuellen Bewertungen begründen könnten. Wir fragen uns, wo die Diskomfortzone Trumps bei der Bewertung des USD gegenüber dem Euro liegt, denn im Sektor Währungen war der US-Präsident recht sensibel. Politik spielt an Devisenmärkten eine nicht unerhebliche Rolle. 

HSBC schaut nach China:

Derzeit ist es nicht einfach, zu erfassen, wie hoch die Schäden durch das Coronavirus für das Welt-BIP sein werden. HSBC hat sich mit den Folgen für China befasst. HSBC kappte die BIP-Prognose für China für das laufende 1. Quartal 2020 von 5,8% auf 4,1%. Für das Gesamtjahr 2020 wurde die Prognose um 0,5% auf 5,3% angepasst. Wir halten diesen Ansatz für sachlich nachvollziehbar. 

Für das Welt-BIP lässt sich aus unserer Sichtweise eine Wachstumseinbuße in der Größenordnung von 0,1% - 0,2% konstatieren (Anpassung von 3,2% auf 3,0%).

EU: Milder Konjunkturoptimismus der Kommission

Trotz der Coronavirus-Epidemie geht die EU-Kommission davon aus, dass die Staaten auf Wachstumskurs bleiben. Das BIP der Eurozone per 2020 und 2021 soll um jeweils 1,2% zulegen. Deutschlands BIP würde in den beiden Jahren um 1,1% steigen. Für Deutschland sieht die EU-Kommission vorerst weiter eingetrübte Aussichten für die Exporteure. Der starke Servicesektor und der Bau sorgten aber weiter für Schwung.

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