TecDAX Wirecard hat operativ geliefert, aber UBS sagt...

Nachrichtenquelle: Nebenwerte Magazin
14.02.2020, 14:00  |  170   |   |   
TecDAX | Wirecard hat operativ geliefert, aber UBS sagt...

Wirecard AG (ISIN: DE0007472060) ENDLICH DA, die Zahlen. und jetzt: Einordnen, Werten und Mutmaßen. Und beim Einordnen meldete sich zuerst die UBS zu Wort,

sowieso nicht gerade als Fan der Wirecard bekannt, legt sich fest: "NEUTRAL" bleibt als Einstufung - wenig überraschend gefällt der über dem Analystenkonsens liegende Umsatz, aber die Marge nehme ab. Und dann der entscheidende Punkt für den UBS-Analysten sind nicht die Bilanzen entscheidend sondern die im Raum stehenden FT-Vorwürfe oder deren Klärung durch den Ende März avisierten KPMG-Bericht. Komfortabel: Erst wird allenthalben die Bedeutung der Q4-Zahlen für das Unternehmen betont und dann - wenn sie da sind und nicht "so schlecht" sind - sagt man, sie seien sowieso nicht wichtig solange die FT nicht geklärt sei...

Und die Anderen?

Halten sich noch zurück. Aber bei allen Dikussionen um sinkende Margen sollte man folgendes nicht vergessen: Die Ergebnisse wurden erzielt trotz der dem Renomme abträglichen FT-Diskussion, trotz der diversen "Sensationsberichte" auf FT, Wirtschafts-Woche, Handelsblatt und anderen. Wirecard's Management musste sich auf das Operative konzentrieren und bestimmt sind einige Kunden "verlorengegangen" durch die Stimmungslage - Paymentdienstleistungen erfordern Vertrauen in den Geschäftspartner, der "für einen" das Geld "einsammeln" soll - und niemand kann behaupten, dass nicht einige durch die Betrugsdiskussionen abgeschreckt wurden. Also die Zahlen sind eigentlich noch besser, wenn der FT-Effekt berücksichtigt wird. Wieviel Umsatz und Gewinn - aufgrund der hohen Economies of Scale trägt jeder zusätzliche EURO Umsatz mehr zum Gewinn bei - verlorenging, kann nicht beziffert werden. Wieviele Kunden nicht gewonnen werden konnten, weil Management-Kapazität wegen der KPMG-Prüfungen anderweitig gebunden wurde und wird, kann man nicht beziffern - vermutlich einige.

Unf für die, die es noch nicht kennen nochmals die Bilanzzahlen

Beginnen wir mit dem Analystenkonsens: Umsatz sollte bei 2,7 Mrd. EUR liegen; EBIT sollte bei 659 Mio. EUR liegen; Gewinn sollte bei 529 Mio. EUR liegen. Diese Zahlen sind nicht selbstverständlich, sie ständen für Wachstumsraten von 34 % beim Umsatz, 50,3% beim EBIT und 52,45 beim Gewinn. Vielleicht zu anspruchsvoll, zu optimistisch. UND DIE REALITÄT: "Nach vorläufigen Zahlen hat sich der Konzernumsatz 2019 auf 2,8 Mrd. EUR und damit um rund 38 Prozent erhöht (2018: 2,0 Mrd. EUR). Der vorläufige operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um ca. 40 Prozent auf 785 Mio. EUR (2018: 561 Mio. EUR). Bereinigt um Sonderaufwendungen für Prüfungs- und Beratungs- sowie Rechtsberatungsleistungen in Q4/2019 beträgt das EBITDA 794 Mio. EUR, was einer Steigerung von 42 Prozent entspricht."Im Geschäftsbericht 2018 der Wirecard AG auf Seite 90: "Für das Geschäftsjahr 2019 wird ein operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwi-schen EUR 740 Millionen und EUR 800 Millionen Euro erwartet." Dann wurde einmal erhöhr, so dass es in der quartalsmitteilung zum 3.quartal auf Seite 5 heisst:"Der Vorstand bestätigt seine Prognose, für das aktuelle Geschäftsjahr 2019 ein EBITDA zwischen 765 Mio. EUR und 815 Mio. EUR zu erzielen. "

Seite 1 von 3


Diesen Artikel teilen
Wertpapier

Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
EURAnalystenUBSSteuernZinsen


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel