VIRUS/ROUNDUP Quarantäne in Germersheim endet - Erster Toter in Europa

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
16.02.2020, 16:45  |  134   |   |   

GERMERSHEIM/PEKING/YOKOHAMA (dpa-AFX) - Während die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neue Coronavirus in China weiter steigt, hat sich die Lage in Deutschland am Wochenende entspannt. Im pfälzischen Germersheim endete am Sonntag die Quarantäne für rund 120 China-Rückkehrer. In Bayern wurden Corona-Patienten als geheilt entlassen. Frankreich meldete hingegen den ersten Todesfall durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 in Europa. Und auf dem in Japan liegenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" haben sich auch zwei Deutsche infiziert.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, starben an der Lungenkrankheit erneut 142 Patienten, womit die Gesamtzahl der Todesopfer in China auf 1665 stieg. Zudem wurden 2009 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Seit Ausbruch der Krankheit wurden 68 500 Fälle in Festland-China bestätigt. Experten vermuten aber eine hohe Dunkelziffer.

Erstmals starb auch in Europa ein Mensch an Covid-19. Der chinesische Tourist, ein 80-Jähriger aus der Provinz Hubei, erlag der Krankheit in einer Pariser Klinik, wie die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mitteilte. In Taiwan starb ein Taxifahrer im Alter über 60 Jahren an der Krankheit, wie Gesundheitsminister Chen Shih-chung am Sonntag mitteilte. Zudem wurde die erste Infektion in Afrika bekannt: In Ägypten wurde das Virus bei einer 33-jährigen ausländischen Person nachgewiesen, wie Gesundheitsministerin Hala Said sagte. Sie zeige keine Symptome und bleibe 14 Tage auf einer Isolierstation.

In der chinesischen Provinz Hubei wurde ein Fahrverbot verhängt. In Städten der Provinz, die etwa 60 Millionen Einwohner hat, dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Straßen, wie die Regierung mitteilte. Private Fahrten seien nicht mehr zugelassen. In Hubei waren zuvor schon Städte abgeriegelt, darunter die Hauptstadt Wuhan, wo das Virus entdeckt worden war.

Im rheinland-pfälzischen Germersheim endete am Sonntag nach rund zwei Wochen die Quarantäne für die rund 120 China-Rückkehrer. Nachdem Tests auf das Virus negativ ausgefallen waren, verließen die Rückkehrer die Bundeswehrkaserne. Die Quarantäne von 14 Tagen entspricht der maximalen Inkubationszeit - also der Zeit zwischen Ansteckung und Symptomen. "Ich bin schon froh, jetzt raus zu sein, obwohl es nicht schlimm war - die Betreuung war echt gut", sagte die Studentin Ann-Sophie Muxfeldt aus Bad Oldesloe.

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