Aktien New York: Coronavirus sorgt für erneut temporeiche Talfahrt
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Aktien New York Coronavirus sorgt für erneut temporeiche Talfahrt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.02.2020, 20:22  |  3444   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Stabilisierung der US-Börsen zum Handelsstart hat sich am Dienstag als Strohfeuer erwiesen. Schon rasch wandelten sich die moderaten Erholungsgewinne in weitere kräftige Verluste. Die Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus und die Folgen für die Wirtschaft weltweit verunsichern die Anleger mittlerweile stark und hatten die Börsen daher bereits am Vortag steil auf Talfahrt geschickt.

Der Dow Jones Industrial büßte rund zwei Stunden vor Handelsschluss nun weitere 3,01 Prozent auf 27 118,57 Punkte ein, nachdem er am Montag bereits 3,6 Prozent oder mehr als 1000 Punkte abgegeben hatte. Inzwischen ist der wichtigste Wall-Street-Index wieder auf dem Punktestand angekommen, den er zuletzt Ende Oktober hatte.

Der marktbreite S&P 500 sank zuletzt um 2,68 Prozent auf 3139,29 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100-Index verlor 2,29 Prozent auf 8871,92 Zähler. Dagegen waren Staatsanleihen als "sichere Häfen" erneut stark gefragt und zogen kräftig an. Der US-Dollar gab zum Euro nach.

Die hohe Zahl der mit dem Virus Infizierten in Italien und erste Fälle in Spanien und der Schweiz beunruhigen zunehmend. Die Stimmung der Konsumenten und in den Unternehmen könnte sich nicht nur in Europa stark eintrüben, sondern womöglich auch in den USA, sagte Chefinvestor Mark Haefele von der UBS. Wie heftig die Epidemie letztlich wird, sollte sich wohl in den nächsten zwei Wochen zeigen, erwartet er. "Sollten Europa und Nordamerika zu ähnlich drastischen Maßnahmen zur Eindämmung greifen müssen wie China, dann würde das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr erheblich darunter leiden."

Angesichts solcher Sorgen fand das US-Verbrauchervertrauen im Februar besondere Beachtung. Statt eines leichten Anstiegs des Index im Vergleich zum Januar wurde ein Rückgang gemeldet.

Unter den Einzelwerten stachen an diesem Tag vor allem die Aktien von Home Depot heraus, die sich nach vorgelegten Quartalszahlen erfolgreich gegen den Abwärts stemmten. Der Quartalsbericht der Baumarktkette überraschte vor allem bei Umsatz und Nettogewinn positiv. Das sorgte für Erleichterung, nachdem die Konzernführung das Umsatzziel im vergangenen Geschäftsjahr mehrfach gekappt hatte. Zwar schmolzen die Kursgewinne der Home-Depot-Aktie ab, doch zuletzt stand immer noch ein Plus von 0,6 Prozent zu Buche. Damit blieben sie Spitzenwert im 30 Werte umfassenden Dow. Die einzige weitere Aktie im Plus war dort mit 0,3 Prozent die der Schnellrestaurant-Kette McDonald's.

Zwar schnitt auch der Warenhausbetreiber Macy's im wichtigen Schlussquartal 2019 beim Gewinn je Aktie besser ab als erwartet, doch der US-Investmentbank Goldman Sachs zufolge enttäuschte die Bruttomarge etwas. Die Aktie büßte nach einem starken Start zuletzt 5,3 Prozent ein.

Wegen der Unsicherheit über die Auswirkungen des Coronavirus senkte zudem der Kreditkarten-Konzern Mastercard sein Umsatzziel für das laufende Quartal. Die Aktien fielen um 5,6 Prozent. Die Papiere des Kontrahenten Visa sanken zugleich um 4,1 Prozent.

Aufmerksamkeit zogen auch wieder die Anteile des Biotech-Unternehmens Regeneron auf sich und stiegen um 5,6 Prozent. Tags zuvor bereits hatten sie als einer der ganz wenigen Gewinner an der US-Börse rund viereinhalb Prozent hinzugewonnen. Regeneron hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, zur Bekämpfung des Coronavirus verstärkt mit dem US-Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (HHS) zusammenzuarbeiten, um eine Antikörperbehandlung zu entwickeln. Inzwischen haben einige Analysten die Aktie ins Visier genommen und empfehlen sie nun zum Kauf, unter ihnen auf die von Bernstein und Jefferies.

Im Fokus standen an diesem Tag auch die Papiere des einst erfolgreichen Unternehmens Tupperware , die um 50 Prozent einbrachen. Der inzwischen hochverschuldete Plastikdosenhersteller, der in den 90er Jahren auch die deutschen Haushalte eroberte, muss seinen Geschäftsbericht verschieben. Es gebe Nachforschungen über die Bilanzierung des Beauty-Geschäfts Fuller in Mexiko. Die Aktien, die 2013 noch knapp unter 100 US-Dollar notiert hatten, kosten inzwischen gerade einmal etwas mehr als 3 Dollar. Das Unternehmen ist damit gerade mal noch rund 150 Millionen Dollar wert./ck/zb

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