Es gibt keine Zweifel mehr: Buffett denkt, dass Aktien stark überbewertet sind

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
26.02.2020, 07:45  |  2361   |   |   

Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2)-CEO Warren Buffett ist einer der mit Abstand größten Investoren unserer Zeit. In 65 Jahren hat er sein Nettovermögen von 10.000 auf mehr als 89 Mrd. US-Dollar gesteigert und gleichzeitig über fünf Jahrzehnte hinweg mehr als 400 Mrd. US-Dollar für die Aktionäre von Berkshire Hathaway geschaffen.

Angesichts von Buffetts Fähigkeiten bei der Auswahl von Aktien ist er auch jemand, auf den Wall-Street-Analysten und Anleger schauen, wenn sie wissen möchten, wohin sich der breitere Markt und bestimmte Kernsektoren/-industrien als Nächstes entwickeln könnten. Die vierteljährlichen 13F-Einreichungen von Berkshire bei der SEC Commission bieten hier einen intimen Blick unter die Haube und ermöglichen uns einen Einblick in die Gedankengänge der größten Köpfe an der Wall Street in den letzten Monaten.

Am Valentinstag, dem 14. Februar, hat Berkshire Hathaway sein neuestes 13F-Formular zum vierten Quartal eingereicht. Leider gab es hier für die Investoren wenig, was besonders erfreulich war.

Wenn es irgendeinen Zweifel daran gegeben haben sollte, ob Buffett den Aktienmarkt immer noch als überbewertet ansieht – er hatte die Bewertungen von Unternehmen, die „vernünftige langfristige Aussichten“ haben, im jährlichen Aktionärsbrief 2019 von Berkshire als „himmelhoch“ bezeichnet –, so wurde dieser durch die letzten 13F-Einreichungen vollkommen zerstreut.

Buffett verkauft mehr als er kauft

Das klarste Anzeichen dafür, dass Warren Buffett derzeit kein Fan von Aktien ist, wird sichtbar, wenn man die Menge der verkauften Aktien mit dem vergleicht, was im vierten Quartal gekauft wurde. Obwohl Berkshire acht Aktien zu- oder neu gekauft hat und seine Position bei der gleichen Anzahl von Unternehmen reduziert hat, überwog das Verkaufsvolumen das Kaufvolumen bei Weitem.

Da wir den genauen Preis, zu dem Buffett diese Unternehmen kaufte und verkaufte, nicht kennen, habe ich ihre Schlusswerte am 31. Dezember verwendet, um zu schätzen, wie viel Kapital hier investiert wurde und wie viel durch den Verkauf in Berkshires Kassen floss.

Die Käufe bei Berkshire Hathaway schlagen im Wert von etwa 1,58 Mrd. US-Dollar zu Buche. Der neu hinzugekommene Supermarktgigant Kroger machte den größten Teil davon aus (549,1 Mio. US-Dollar), auf Platz zwei folgte ziemlich dicht dahinter Occidental Petroleum (472,5 Mio. US-Dollar).

Demgegenüber verkauften Buffett und sein Team im vierten Quartal Aktien im Wert von etwa 7 Mrd. US-Dollar, also mehr als das Vierfache der gekauften Aktien. Hier entfielen die fünf größten Verkäufe auf Wells Fargo (WKN:857949), Goldman Sachs, Apple, Travelers Cos. und Phillips 66 – und zwar jeder einzelne mit einem höheren US-Dollarwert als der größte Kauf (Kroger), den Buffett im vierten Quartal tätigte.

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