Abgasskandal Der Mercedes GLK 220 CDI: Beispielhaft für den Dieselskandal

26.02.2020, 11:04  |  1063   |   |   

Der GLK 220 CDI von Mercedes ist ein Dieselfahrzeug, das beispielhaft für den Abgasskandal in Deutschland steht. Von der Entdeckung der Abschalteinrichtung über Rückrufe bis zur Überprüfung der Wirksamkeit des fragwürdigen Softwareupdates – die Geschichte des Kompakt-SUV der Daimler AG im Dieselskandal ist exemplarisch.

Bereits seit 2015 steckt die deutsche Automobilbranche im Abgasskandal. Im April 2019 wurde dann eine unzulässige Abschalteinrichtung zur Abgasmanipulation im Mercedes GLK 220 CDI entdeckt. Dabei waren weltweit rund 60.000 Fahrzeuge dieses Modells aus den Baujahren 2012 bis 2015 mit dem Motor OM 651 und der Abgasnorm Euro 5 betroffen. Die SUV konnten die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide im Straßenverkehr nicht einhalten. Daraufhin ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Juni 2019 verpflichtende Rückrufe für die rund 17.500 betroffenen Mercedes GLK 220 CDI in Deutschland an.

Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung im entdeckt

Der genaue Grund für die Pflichtrückrufe: In den betroffenen Modellen des Mercedes GLK 220 CDI befindet sich eine sogenannte Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung. Diese auch Kühlwertsollabsenkung genannte Einrichtung hält die Temperatur im Kühlmittelkreislauf künstlich niedrig, damit sich das Motoröl langsamer aufwärmt. Dadurch werden weniger Schadstoffe freigesetzt. So können die gesetzlich vorgegebenen Abgasgrenzwerte bei laufendem Motor eingehalten werden. Allerdings ist die Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung beim Mercedes GLK 220 CDI nur auf dem Prüfstand aktiviert. Im Normalbetrieb im Straßenverkehr stößt der Mercedes SUV weit mehr Stickoxide aus als im Test.

Fragwürdiges Softwareupdate als Lösung für Abgasskandal

Als Lösung hat die Daimler AG – wie viele andere betroffene deutsche Autohersteller auch – ein Softwareupdate vorgeschlagen. So soll die illegale Abschalteinrichtung im Mercedes GLK 220 CDI deaktiviert werden und die Abgasreinigung in vollem Umfang stattfinden. Auf diese Weise setzte Mercedes die angeordneten Rückrufe um und beorderte die betroffenen Fahrzeuge in die Werkstätten zum Update. Der gewünschte Effekt auf die „Sauberkeit“ des GLK 220 CDI blieb aber offenbar aus.

Mercedes GLK 220 CDI: Mehr Schadstoffe nach Softwareupdate als vorher

Die britische Prüforganisation Emissions Analytics untersuchte einen Mercedes GLK 220 CDI mit Abgasnorm Euro 5, bei dem bereits ein Softwareupdate durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Das Fahrzeug stieß nach dem Update sogar noch mehr Schadstoffe aus als vorher. So setzte der GLK 220 CDI nach Durchführung des Softwareupdates 764 mg/km Stickoxide frei – mehr als viermal so viel wie gesetzlich erlaubt. Vor dem Update lag der Emissionswert bei 715 mg/km. Der Mercedes GLK 220 CDI ist demzufolge nach dem verpflichtenden Softwareupdate keineswegs sauberer als vorher – im Gegenteil.

Was Besitzer eines Mercedes GLK 220 CDI jetzt tun sollten

Halter eines Mercedes GLK 220 CDI haben das Auto gekauft, ohne darüber informiert worden zu sein, dass das Fahrzeug die angegebenen Abgasgrenzwerte im Straßenverkehr nicht einhält. Bei der unzulässigen Abschalteinrichtung handelt es sich um einen Betrug am Käufer. Verbraucher haben daher das Recht, dagegen vorzugehen. Mit einer Einzelklage gegen die Daimler AG haben Mercedes-Fahrer die Chance auf einen Schadensersatz. Zudem ist es möglich, das mangelhafte Fahrzeug zurückzugeben und den Kaufpreis nach Abzug einer Nutzungsentschädigung vom Hersteller erstattet zu bekommen. Diese rechtliche Option besteht auch für GLK 220 CDI-Halter, die das Softwareupdate bereits aufspielen ließen.

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