SeniVita Social Estate AG „Gläubiger müssen Sanierungskonzept mittragen“ – Gustav Mayer zu Schwabedissen im Gespräch

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
26.02.2020, 12:35  |  275   |   |   


Schwierige Zeiten für die SeniVita Social Estate AG (SSE) – nach der Absage der geplanten Anleihen-Emissionen muss das auf Pflegeimmobilien spezialisierte Unternehmen aus Bayreuth nun aufgrund mangelnder Liquidität ihre im Mai 2020 auslaufende Wandelanleihe (ISIN: DE000A13SHL2) restrukturieren. Die SSE schlägt ihren Gläubigern dabei eine Laufzeit-Verlängerung der Wandelanleihe um fünf Jahre bis zum 11. Mai 2025 sowie eine Zinserhöhung auf 8,50% p.a. vor. Die Anleihen Finder Redaktion hat hinsichtlich der Situation bei der SSE AG exklusiv bei Gustav Meyer zu Schwabedissen (mzs Rechtsanwälte) nachgefragt, der für das Amt des gemeinsamen Vertreters der SSE-Anleihegläubiger kandidiert.

Anleihen Finder: Herr Meyer zu Schwabedissen, können Sie uns und unsere Leser auf den aktuellen Stand in Sachen „SeniVita“ bringen?

MzS: Der aktuelle Stand ist, dass die SeniVita Social Estate AG die Anleihe am Fälligkeitstag 12. Mai 2020 nicht wird zurückzahlen können. Eine Insolvenz kann nach Lage der Dinge nur vermieden werden, wenn die Gläubiger das Sanierungskonzept mittragen.

INFO: Das ausstehende Volumen der SSE-Wandelanleihe 2015/20 beläuft sich auf 44,6 Mio. Euro.

Anleihen Finder: Ist eine Sanierung überhaupt sinnvoll?

RA Gustav Meyer zu Schwabedissen

MzS: Eine Sanierung macht in der Tat nur Sinn, wenn die SeniVita Social Estate AG ein valides Geschäftsmodell hat. Das wird allgemein bejaht. Die SeniVita ist mit einem besonderen Konzept in dem wachsenden Markt der Alterspflege tätig. Aufbauend auf der bisherigen Geschäftstätigkeit hat die erfahrene One Square Advisors GmbH ein Sanierungskonzept erstellt. KPMG hat dieses Konzept einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Mehr kann man nicht verlangen. Insofern scheint mir die Sanierung das Gebot der Stunde zu sein. Klar – Optimismus ist nach Lage der Dinge Pflicht.

Anleihen Finder: Aber könnte man nicht einfach die Sicherheiten verwerten? Immerhin hat die SeniVita Social Estate AG noch im November 2019 den gutachterlich bestätigten Wert von 47,7 Mio. Euro für die Sicherheiten veröffentlicht.

„Eine aussichtsreiche Sanierung ist einer Verwertung tendenziell vorzuziehen“

MzS: Die Gutachten mögen den Wert zutreffend beschreiben. Sie gehen aber ganz offensichtlich von einer Fortführung der SeniVita Social Estate AG aus. Es steht sehr in Frage, ob die Sicherheiten im Falle einer Verwertung im Rahmen einer Insolvenz den Wert erreichen. Die Lebenserfahrung sagt, dass mit erheblichen Abschlägen zu rechnen ist. Deswegen dürfte eine aussichtsreiche Sanierung einer Verwertung tendenziell vorzuziehen sein.

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