ROUNDUP 2 Bayer-Ausblick unter Erwartungen - Glyphosat-Streit weiter im Fokus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.02.2020, 13:08  |  236   |   |   

(Neu: Aussagen aus der Pressekonferenz, Details zur Pharmasparte, Einordnung der Glyphosat-Rechtsrisiken, Details zum Verkauf der Tiermedizin)

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer erwartet 2020 mehr Umsatz und Gewinn. Dabei setzt der Konzern auf Zuwächse in der Pharmasparte und ein besseres Agrargeschäft, das 2019 über weite Strecken unter schlechtem Wetter in Nordamerika gelitten hatte. Allerdings geht Bayer damit vorsichtiger ins neue Jahr als von Experten erhofft. Mögliche Folgen der Coronavirus-Epidemie sind zudem noch nicht berücksichtigt. Überschattet wird die operative Entwicklung weiter von der Causa Glyphosat. Hier stieg die Zahl der Klagen in den USA weiter. Die Lösung des Streits könnte Bayer Milliarden kosten. Die Aktien gerieten am Donnerstag unter Druck.

Die Zahl der US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter wuchs dabei jedoch lange nicht mehr so schnell wie zuletzt noch. Bis zum 6. Februar wurden laut Bayer etwa 48 600 Klagen zugestellt.

Der Kauf von Monsanto bringt Bayer denn auch viel Kritik von den Anlegern ein, weil sich der Dax-Konzern damit Milliardenrisiken ins Haus geholt hatte. Nach Niederlagen in den ersten drei Prozessen drohen hohe Schadenersatzzahlungen. Der Konzern will die Schuldsprüche in Berufungsverfahren zwar aufheben lassen, führt hinter den Kulissen aber auch Vergleichsgespräche unter Führung des Mediators und Staranwalts Ken Feinberg. Alle weiteren Verfahren wurden daher vertagt, um den Streitparteien Zeit für Verhandlungen zu verschaffen.

Analysten rechnen mit einem Vergleich, womöglich schon bis zur Hauptversammlung Ende April. Mit Ablauf des Treffens wird auch der langjährige Aufsichtsratschef Werner Wenning sein Amt an den ehemaligen Manager des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers, Norbert Winkeljohann, übergeben. Konzernchef Werner Baumann, der als Ziehsohn Wennings gilt, betonte aber während der Pressekonferenz, dass es keine Frist gebe. Es werde so lange verhandelt, bis ein für Bayer zufrieden stellendes Ergebnis erreicht sein werde.

Derweil wies der Konzern im Geschäftsbericht nun auch formal auf die Risiken der Glyphosat-Prozesse hin. Bei einer Verurteilung oder außergerichtlichen Vergleichen könnten erhebliche finanzielle Nachteile entstehen, heißt es im Risikobericht. Es könnte zusätzlicher Finanzbedarf entstehen, der eventuell auch durch eine Kapitalerhöhung oder einen Verkauf von Unternehmensteilen gedeckt werden müsste. Allerdings muss ein Risikobericht im Grunde alle erdenklichen Bedrohungen auflisten, so theoretisch sie sein mögen.

Seite 1 von 3
Bayer Aktie jetzt für 4€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Diskussion: ► BAYER AG ■ Auf neuen Wegen ◄

Diskussion: Stehen die Weltbörsen vor einem Crash ???
Wertpapier

Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
EuroAktienBayerAgrarGlyphosat


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Aus der Community
LUS Wikifolio-Index Performance von Kryptowährungen Index Zertifikat Open-End (LASW)
Chart: arniarni
LUS Wikifolio-Index BITCOIN performance Index Zertifikat Open-End (LASW)
Chart: arniarni

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel