Diesel-Abgasskandal Musterfeststellungsklage: VW und Verbraucherverband schließen Vergleich!

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Gastautor: Markus Mingers
02.03.2020, 11:57  |  3275   |   

Nachdem die Verhandlungen vor zwei Wochen scheiterten, wurde nun bekannt, dass sich der Automobilhersteller Volkswagen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) nun doch auf einen Vergleich geeinigt haben. Genauere Informationen und wie es nun für die Verbraucher weitergeht, erfahren Sie nun bei uns!

Für wen gilt das Vergleichsangebot?

 

 

Plötzlich ging alles sehr schnell – noch vor zwei Wochen wurden alle weiteren Gespräche abgebrochen, woraufhin am 20. Februar erklärt wurde, dass solche Verhandlungen doch weiter stattfinden werden, mit dem Ergebnis eines beschlossenen Vergleiches.

 

Dieser Vergleich betrifft allerdings nicht alle Kunden, die sich für die Musterfeststellungsklage eintragen haben. Während rund 400.000 bis 460.000 Käufer registriert sind, bezieht sich das Vergleichsangebot nur auf 260.000 Personen. Dazu zählen lediglich Anhänger der Feststellungsklage, die ein Fahrzeug mit dem EA189-Motor aus dem VW-Konzern fahren.

 

 

Was erhalten die Kunden?

 

 

Je nach Fall, erhalten Kunden eine Schadensersatzsumme zwischen 1.350 Euro und 6.257 Euro. Dies entspricht ca. 15 Prozent des jeweiligen Kaufpreises. Darüber hinaus hat sich VW dazu bereiterklärt, 190 Euro für eine Erstberatung bei einem Anwalt zu zahlen, in der sich Kunden eine fachliche Meinung zu dem Angebot einholen können. Die aufgrund des entstandenen Wertverlustes meist gewünschte Rückgabe des Autos wird hingegen nicht vorgesehen. Die Kunden müssen den manipulierten Diesel behalten und bekommen dafür eine geringe Schadensersatzsumme.

 

 

Warum sorgt der Vergleich für Empörung?

 

 

Zunächst einmal war der Grund für das Scheitern der Vergleichsverhandlungen vor zwei Wochen die Honorarforderung von Seiten der Verbraucherschützer in Höhe von 50 Millionen Euro, die zu diesem Zeitpunkt vehement verteidigt wurde. Nun haben sich die Anwälte der Verbraucher doch mit einem Betrag von 500.000 Euro zufriedengegeben. Zudem wird bewusst ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen und die Musterfeststellungsklage zurückgezogen, da bei einem gerichtlichen Vergleich eine Zustimmung von mindestens 70 Prozent nötig wäre, welche mit Sicherheit nicht erreicht werden würden.

 

Darüber hinaus werden bei dem Vergleich nur 260.000 Personen berücksichtigt, die weiteren rund 180.000 Käufer gehen leer aus, fliegen aus der Musterfeststellungsklage und müssen ihre Ansprüche auf eigene Faust durchsetzen. Dadurch konnte VW viel Geld sparen, indem nur die Kunden herausgesucht wurden, bei denen die Chancen auf einen Erfolg ohnehin schlecht standen, weshalb diese Fälle mit einer geringeren Schadensersatzzahlung beenden werden könnten. Somit stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der Einstellung des Unternehmens, da in Deutschland gegen Betroffene der eigenen Manipulationen um jeden einzelnen Euro gekämpft wird, während in anderen Ländern deutlich höhere Zahlungen geleitet werden. Es bleibt in jedem Fall ein bitterer Beigeschmack.

 

 

Wie sollten Betroffene nun vorgehen?

 

 

VW-Kunden, die kein Vergleichsangebot erhalten haben, müssen nun selbst gegen den Hersteller vorgehen. Da die Verjährung durch die Musterfeststellungsklage gehemmt wurde, besteht weiterhin die Möglichkeit einer Einzelklage. Derzeit gestalten sich das Urteil so, dass das manipulierte Fahrzeug zurückgeben werden kann und die betroffene Person den Bruttokaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erhält. Diese hat sich aufgrund der Fahrzeugnutzung in vergangen Zeit während der Verhandlungen in der Musterfeststellungsklage erhöht, allerdings wird im Mai ein Urteil von Seiten des Bundesgerichtshofes zum Thema Nutzungsersatz erwartet, welches durchaus verbraucherfreundlich ausfallen könnte. Ihre Ansprüche können Sie nun auch kostenfrei bei uns prüfen lassen: http://mingers.law/lp/musterfeststellungsklage/

 

 

Kunden, die ein Angebot erhalten haben, sollten dies vor der Annahme unbedingt bewerten lassen. Eine kostenfreie und unverbindlich Einschätzung, sowie eine Prüfung des tatsächlichen Schadensersatzes, finden Sie nun auch bei uns: http://mingers.law/lp/musterfeststellungsklage/

 

 

Für weitere Informationen klicken Sie nun hier 

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

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Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Verbraucherrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt für Verbraucherrecht, sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Anwalt tätig. Als Inhaber von Mingers. Rechtsanwaltsgesellschaft erzielt er mit seinem Team bisher unbekannte Gewinne für Verbraucher. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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