Dietmar Hopp So hat alles angefangen…

Gastautor: Rainer Zitelmann
02.03.2020, 18:15  |  3658   |   |   

Wer ist eigentlich Dietmar Hopp, der Milliardär, gegen den derzeit viel gehetzt wird? Wie wurde er überhaupt so reich? Wie fing alles an? Hier ein Auszug aus meinem Buch „Setze dir größere Ziele“.

Ein Fehler großer Unternehmen besteht häufig darin, dass sie die Potenziale und Ideen von Mitarbeitern nicht erkennen, die sich dann lieber selbständig machen. Auch hier ist IBM ein gutes Beispiel. 1972 gründeten fünf ehemalige Mitarbeiter der deutschen Niederlassung von IBM ein eigenes Unternehmen, die Gesellschaft SAP. Einer davon war Dietmar Hopp. Die SAP AG ist heute eine der größten Softwarefirmen der Welt mit über 100.000 Mitarbeitern, einem Umsatz von 25 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von 4,5 Milliarden Euro (2019).

IBM verschlief Entwicklungen

Begonnen hatte es damit, dass IBM einige seiner besten Mitarbeiter frustrierte, die Marktentwicklungen besser erkannten als der Konzern. Einer davon war Dr. Claus Wellenreuther, der 1966 nach dem Studium an der Universität Mannheim als Systemberater bei IBM angefangen hatte. Wellenreuther, der als gelernter Diplomkaufmann neben all den Physikern, Mathematikern und Ingenieuren bei SAP eher ein Außenseiter war, entwickelte sich zum Spezialisten für die Entwicklung von Computerprogrammen für die Finanzbuchhaltung. „Buchhaltung und Wellenreuther“, so fasst der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp zusammen, „war bei IBM ein Begriff“.
IBM hatte sich zu dieser Zeit fast ausschließlich auf den Verkauf von Hardware fokussiert; die Bedeutung der Software erkannte man lange nicht. Mitte 1971 beschloss IBM, die Buchhaltungssoftware, das Steckenpferd von Wellenreuther, zentralisiert zu entwickeln. „Ich hatte mir vorgestellt“, so Wellenreuther, „dass ich bei der Projektführung berücksichtigt würde. Ich hatte mich ja die ganze Zeit fast ausschließlich um Finanzbuchhaltung gekümmert.“ Ihm wurde jedoch bedeutet, dass er für diese Aufgabe nicht in Frage käme, da so etwas nur Managern vorbehalten sei. Wellenreuther sah, dass er sich in einer Sackgasse befand und sich bei IBM nicht mehr weiterentwickeln konnte. Er nahm erst mal seinen aufgelaufenen Urlaub von zwei Monaten und nutzte die Zeit, um nachzudenken. Das Ergebnis seines Nachdenkens: Er kündigte und machte sich Anfang Oktober 1971 selbständig. An seinem Klingelschild stand nun „Systemanalyse Programmentwicklung“ zu lesen.

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Kommentare

Ein toller Mensch, der Hr. Hopp. Verteilt Geld an Kindergärten, Sportvereine etc. und klebt überall ein Schild mit seinem Namen drauf.

Die Milliarden auf seinem Konto seinen Ihm gegönnt, kann er sich meinetwegen eine Villa im Tessin für kaufen.

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