ANALYSE: Bernstein rät zur Vorsicht bei Ölaktien und stuft den Sektor ab
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ANALYSE Bernstein rät zur Vorsicht bei Ölaktien und stuft den Sektor ab

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
09.03.2020, 15:53  |  6998   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen vor einem Ölpreiskrieg und zugleich zahlreiche Unsicherheiten rund um das globale Wirtschaftswachstum und die Erdöl-Nachfrage stimmen Bernstein Research inzwischen vorsichtig für die europäische Ölbranche. Das Analysehaus senkte seine Einschätzung für den Sektor von "Overweight" auf "Market Weight". Zugleich nahm Analyst Oswald Clint in seiner am Montag vorliegenden Studie nun auch eine negativere Sicht ein hinsichtlich der Aktien von Royal Dutch Shell , Eni und Total . BP indes bekräftigte er auf "Overweight".

Shell, Eni und Total senkte Clint nun auf "Market-Perform" und kappte zugleich deren Kursziele deutlich: So sieht der Experte das Ziel der Shell-B-Aktie bei 1700 Pence nach bislang 3300 Pence. Das Kursziel für Eni kappte er von 20 auf 11 Euro und das von Total von 65 auf 36 Euro. Sämtliche Kurse liegen aktuell inzwischen sogar noch unter den neuen Zielen des Experten. Für die weiterhin zum Kauf empfohlene BP-Aktie senkte er das Kursziel zugleich von 700 auf 470 Pence, womit er dadurch noch ein Kurspotenzial von mehr als 50 Prozent sieht.

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"Fundamentaldaten dürften kurzfristig zurzeit nicht überzeugen", schrieb Clint unter Verweis auf das kräftig getrübte Umfeld für integrierte Ölkonzerne, also solche, die nicht nur in der Ölförderung, sondern auch in der Veredelung tätig sind. "Die gesamtwirtschaftliche Situation für die Ölpreise wird nun wahrscheinlich erst einmal schlechter, bevor es wieder besser läuft."

Der bereits erwartete Erdöl-Überschuss im laufenden Jahr dürfte wohl noch steigen, erwartet er. Die Nachfrageschätzungen seien an diesem Tag bereits gekappt worden und wegen des sich abzeichnenden Ölpreiskrieges könnte der "sehr flüssige und unsicherere Angebotsbeitrag der Opec+" die Lage noch verschlimmern. "Investoren erwarten inzwischen nur noch ein Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts von um die 2,3 Prozent nach bislang 3,3 Prozent", schrieb er. Das würde ein Null-Wachstum der Ölnachfrage in seinem Modell bedeuten. Diese Problematik werde kurzfristig noch verschärft durch das wahrscheinlich steigende Angebot von Saudi Arabien und Russland.

Nach den am Freitag gescheiterten Verhandlungen zwischen der Ölförderer-Organisation Opec und der Opec+, zu der auch Russland zählt, könnte nun ein Preiskrieg drohen. Denn: Zwischen Saudi-Arabien und Russland ist ein Streit über die künftige Erdölfördermenge entbrannt, der zu eskalieren droht. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, erwägt Saudi-Arabien, die Fördermenge in den kommenden Monaten zu erhöhen. Das könnte dann unter anderem wiederum Russland provozieren, über eine höhere Fördermenge nachzudenken.

Zwar gefalle ihm die langfristige Sicht auf Ölaktien, schrieb nun Clint, doch kurzfristig empfehle er den Bestand zu reduzieren. Im Vergleich zu einer Dividendenrendite von im Schnitt 8,1 Prozent seien die nun durchschnittlich erwarteten 5,3 Prozent schwach.

Die entsprechenden negativen Gewinnrevisionen und der schwache freie Barmittelfluss werden die Aktien von Shell, Total, Eni, Equinor und Repsol am heftigsten treffen, erwartet der Bernstein-Analyst. Für BP und Galp sollte es indes deutlich besser laufen. Dabei verwies Clint unter anderem auf einen besseren freien Barmittelfluss sowie auch auf Mittelzuflüsse durch Verkäufe und Vorteile durch Raffinerie-Rohstoffe in Kanada.

Entsprechend der Einstufung "Market Perform" erwartet Bernstein Research, dass die Kursentwicklung in den kommenden zwölf Monaten um bis zu 15 Prozentpunkte über oder unter der Entwicklung des MSCI Pan Europe Index liegen wird. Eingestuft mit "Outperform" sollte die Kursentwicklung im selben Zeitraum um mehr als 15 Prozentpunkte über der Entwicklung des MSCI Pan Europe Index liegen./ck/la/fba

Analysierendes Institut Bernstein.


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Kommentare

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10.04.20 15:32:06
Bild: 13120_20200410153149_Total
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09.03.20 19:54:09
Total würde ich erst unter 25€ nachkaufen, mich ärgert die Steuerpolitik unserer Nachbarn, man kann die zuviel gezahlte Steuer als Kleinanleger nicht zurückholen, das lohnt einfach nicht, geht nur Quartalweise und nicht Jahresweise, also 4xpro Jahr ca. 30€ Aufwand????, ansonsten subber Aktie mit den besten Aussichten....zur Zeit.
KL
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09.03.20 16:10:48
Tja nacher ist man immer schlauer...

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