Aktien Der Corona-Cut

15.03.2020, 18:12  |  4439   |   |   

Corona hat nun auch die Börsen schwer im Griff. Aber Panik ist ein schlechter Ratgeber an der Börse. Deswegen bleiben wir cool, meint Dr. Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München

Kurz vor den tollen Faschingstagen erreichten die Börsenmärkte Allzeit-Hochs. Da hatten die Börsianer noch gut lachen. Nur drei Wochen später befindet sich der deutsche DAX sage und schreibe 33 Prozent tiefer auf den alten Tiefständen von Ende 2018. Die Anleger hatten sich offensichtlich zu sehr in Sicherheit gewiegt. Die markante Korrektur hat viele auf dem falschen Fuß erwischt. In der schwärzesten Woche seit der Finanzkrise 2008 wurden an den internationalen Aktienmärkten Firmenwerte von mehr als sechs Billionen Dollar vernichtet. Die Kursgewinne, die der Markt über mehr als ein Jahr aufgebaut hat, sind nun wieder innerhalb weniger Tage weg. Die Kursrallye endet mit einem abrupten Absturz – als hätte jemand den Stecker gezogen.

Auch an den Rohstoffmärkten zeigte sich die Panik der Anleger: Der Preis für Brent-Öl verzeichnet den stärksten Einbruch innerhalb einer Handelswoche seit 2011 und ist sogar unter die Marke von 35 US-Dollar pro 159-Liter-Fass gefallen. Die Preise für andere konjunkturabhängige Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium oder Zink sackten ebenfalls ab. Dass auch die Krisenwährung Gold zeitweise verlor, wird darauf zurückgeführt, dass große Investoren Gewinne im Gold realisierten, um Löcher in Portfolios zu schließen, die der Einbruch am Aktienmarkt gerissen hat.

Geschafft hat dies eine Epidemie, die die Börse zunächst ziemlich ignorierte – wohl weil man den Schaden auf China begrenzt sah. Nun hat das Corona-Virus aber auch die Börse mit Angst verseucht. Die Kurse sind so schnell und so heftig verfallen, dass sich sogar schon die US-Notenbank FED zu einem Feuerwehreinsatz genötigt sah.

In einem unerwarteten Schritt hat die FED die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs abzumildern. Die Währungshüter hatten bereits signalisiert, die Lage im Auge zu behalten und nötigenfalls zu reagieren. Dennoch hat die US-Notenbank die Märkte mit dem Schritt etwas überrumpelt, denn so stark hat die Notenbank die Leitzinsen seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr auf einem Schlag gesenkt. Die Epidemie berge "Risiken für die wirtschaftliche Aktivität" und so werden am US-Anleihemarkt bereits weitere Zinsschritte nach unten eingepreist. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegt sich nun Richtung ein Prozent.

Doch nicht jeder Marktteilnehmer ist überzeugt, dass Zinssenkungen die richtige Antwort auf die Corona-Krise sind. Die Zinssenkung hilft der Finanzierung von Verbrauchern und Unternehmen, kann aber keine löchrigen Lieferketten reparieren. Der Effekt der Zinssenkung ist auch geradezu verpufft. Die Aktienkurse sind weiter gefallen. Stattdessen setzt die FED den Glauben an ihre Unabhängigkeit aufs Spiel, da US-Präsident Trump schon seit Monaten auf eine Zinssenkung gedrängt hatte.

Die Europäische Zentralbank hat diese Woche nun nachgezogen, allerdings ohne Zinssenkung, sondern mit einem Kreditprogramm für Banken zur Weiterreichung an Unternehmen. Auch diese Maßnahme ist am Markt zunächst verpufft.

Den Einbruch an den Aktienmärkten muss man sehr ernst nehmen, zumal er in einer schockierenden Geschwindigkeit passiert ist. Dennoch halten sich Kapitalmarktstrategen daran fest, dass die Ausbreitung des Virus wenigstens mittelfristig eingedämmt werden kann, dass die Börsen sich dann beruhigen und die Anleger wieder einsteigen können. Viele frühere Krisen haben gezeigt, dass sich gerade Qualitätsaktien auch sehr schnell wieder erholen. Inzwischen heißt die Devise: Bleiben Sie gesund!

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