Update Kursrakete voraus: Gehört Wirecard jetzt schon zu den Gewinnern der Corona-Krise?

18.03.2020, 15:38  |  56444   |   |   

Die Wirecard-Aktionäre machen sich Luft vor dem Hintergrund der Corona-Krise und befürchten, dass die Aktie vorerst weiter fallen könnte. Aber einen starken Grund für Optimismus lieferte der Finanzdienstleister aus Aschheim heute auf seiner Website.

In den vergangenen vier Wochen verlor die Aktie von Wirecard über 50 Euro. Ausschlaggebend dafür dürften neben der Corona-Krise die juristischen Schlagabtausche mit der Financial Times sowie der Klägerschutzorganisation EFRI sein. Auch das am späten Donnerstagabend in der vergangenen Woche veröffentlichte KPMG-Teilergebnis konnte nur ein kurzes Aufatmen an der Börse erzeugen. Etwas Balsam für die Seele der Aktieninhaber könnte die heute veröffentlichte Mitteilung auf der Wirecard-Website geben. Dort teilte ein Sprecher mit: „Wir haben unsere Planzahlen für das 1. Quartal 2020 erneut überprüft. Es gelten weiterhin die Aussagen vom 27. Februar 2020, auch im Hinblick auf unsere EBITDA Prognose für das Jahr 2020.“

Wirecard

Man erwarte einen operativen Gewinn zwischen 1,00 Milliarden Euro und 1,12 Milliarden Euro. Ein kleines Hintertürchen lässt sich Wirecard dennoch offen und behält sich vor, die Einschätzung entsprechend zu aktualisieren, falls sich etwas ändere, so der Statement-Geber.

Die Baader Bank ist weiterhin optimistisch nach der Bekräftigung der Jahresziele von Wirecard. Sie belässt das Kursziel auf 240 Euro. Sicherlich dürften die Geschäfte des Zahlungsdienstleisters im Bereich Reise und Mobilität durch die Coronavirus-Krise beeinträchtigt werden. Das Wachstum in anderen Bereichen wie Konsumgüter oder Digitales scheine aber stark genug, um dies auszugleichen, lautet die Erklärung des Analysten Knut Woller in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

So reagierten die User vergangene Woche

Sind Leerverkäufe (LV) gut oder schlecht momentan? Wann hat der Spuk ein Ende? Diese Fragen stellten sich Wirecard-Fans und entwickelten dabei einen regelrechten verbalen Schlagabtausch im Forum „Wirecard – Top oder Flop“. Ein kleines „Best-Of-Comments“ gibt es hier zum Nachlesen:

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MKostolany:
„Eines ist mir die Tage aufgefallen. Es werden immer mehr, die aufgrund der Coronavirus-Hysterie in den Geschäften kontaktlos mit der Karte oder mit dem Handy zahlen. Selbst bei einigen Bäckereien und beim Metzger um die Ecke ist das jetzt schon möglich. Außerdem weichen nun viel mehr Verbraucher auf den Online-Handel aus. Es kann durchaus dazu kommen, dass sich diese Annehmlichkeiten etablieren können und somit das bargeldlose Bezahlen deutlich schneller vorangetrieben wird. Somit kann sich in dieser Coronavirus-Krise für Wirecard eine weitere Chance ergeben!“

Ynnok: „Ich schließe daraus, wenn in China und in drei Monaten bei uns die Quarantäne das erste Mal aufgehoben wird, die Messe noch lange nicht gelesen ist. Das wird uns noch lange (stop and go) begleiten. Und so wird dann auch die Börse aussehen. Kann man drüber lachen oder nachdenken.“

Abfischer: „Trump sagt soeben, Corona ist frühstens August wieder weg. Tja und im Oktober kommt es dann wieder. Bis dahin ist Wirecard auf acht Euro gefallen. Mal überlegen wie viel 1000% sie machen muss, um wieder auf 200 zu kommen – immer schön nachkaufen Jungs.“

Moebiusx: „Illuminaten oder die Echsenmenschen stecken dahinter.“

RealJoker: „Kernschmelze beim Dow Jones – man hätte den Handel vor zwei Wochen komplett aussetzen müssen. Dann wäre es nicht zu diesen Verwerfungen gekommen. LV-Verbot wäre eine Alternative, aber ohne ein Ende der Pandemie kein Trendwechsel.“

Timtaler: „Was soll in 14 Tagen anders sein? Wir haben hier ein globales Problem und der Boden ist nach meiner Meinung leider noch nicht erreicht. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass manche Leute sich hier aufgeilen wegen der fallenden Kurse. Man sollte vielleicht mal die Schnauze halten und sich den Ernst der Lage mal ansehen. Keiner weiß, wo wir nächste Woche oder in sechs Monaten stehen. An alle die noch Hirn haben: Durchhalten und weniger den Idioten antworten, die sich an der Situation ergötzen.“

Mini_investor: „So, gebe ich doch mal meinen Senf dazu. Es wird Gewinner, Überlebende und Verlierer dieser Krise geben (alles auf Firmen bezogen). Überlegt euch, was davon auf Wirecard zutrifft. Dann sollte man sich noch fragen, ob man eher auf Warren Buffett hört oder auf die ganzen Weltuntergangspropheten. Und ja, ich bin im Minus, aber egal, habe mit meinen begrenzten Mitteln nachgekauft. Geht's tiefer, kaufe ich auch nochmal. Und zu einigen hier habe ich einfach keine Worte: Wirecard … pleite? Junge, Junge!“

A-Z: „Man ist das eine Sch... sorry, aber man muss sich auch mal Luft machen. Ich bin bereits 10.000 Euro schwebend im Minus. Verkaufen tue ich aber nicht, wie so viele hier. Wäre total bescheuert bei all dem Schmerz am Ende den Return zu verpassen. LV-Verbot kommt ggf. doch irgendwann. Wirecard ist faktisch gar nicht betroffen von dem ganzen Mist, wird aber durch den Markt und LV in Grund und Boden geprügelt. Da hilft nur aussitzen. Ggf. bei noch tieferen Kursen den EK mit Nachkäufen senken. Das wird eine harte Zeit, aber letztlich wollten wir doch alle bis 2025 warten, oder?“

ravnos: „Wenn man keinen Horizont hat, kann man ruhig short gehen. Ich geh‘ lieber auf Nummer sicher und nehme nach wie vor alles auf dem Weg nach unten mit."

TechMan2000: „Meine Erfahrung aus 30 Jahren Börse und so ziemlich allen Crashs, die mich alle mitgenommen haben, sieht so aus: Der Boden ist nahe, wenn die Unsicherheit - insbesondere bei einem Black Swan - aus dem Markt ist und das ist mit dem EU-Shutdown in Europa nun geschehen. Ich denke der Boden lag bei 8600 Punkten und dementsprechend werde ich persönlich nun handeln. Leider ist die USA noch davon entfernt - hängt wohl zehn Tage hinterher. Da aber der DAX zehn Prozent tiefer gefallen ist als der S&P 500 sollte sich zumindest diese Kluft schließen. Ab sofort bin ich mit Shorts vorsichtiger. Ich wünsche Euch allen viel Gesundheit!“

White_Wolf: „Finde ich persönlich nicht verwerflich, LV-Instrumente zu nutzen, da es legal ist und hauptsächlich nur Investoren und Trader betrifft. Die Wirtschaft wird dadurch auch nicht immens geschwächt, da hauptsächlich Gewinne/Verluste in den vergangenen Wochen realisiert wurden. Natürlich beschweren sich jetzt die, die Buchverluste/ realisierte Verluste haben, aber dann seid ihr einfach an der Börse falsch. Zudem kann man auch Aktien kaufen, ohne sie wirklich zu besitzen, das wird aber nicht kritisiert. Das Predigen von Moral hat für mich einen etwas heuchlerischen Beigeschmack, da man, egal welche Instrumente genutzt werden, andere Menschen wirtschaftlich schaden kann.“

Another-earth: „Rettet, was geht! Die Welt ist am Abgrund, das Inferno naht und das Jüngste Gericht tagt. Alles wird verstaatlicht, vielleicht gibt es WDI schon gar nicht mehr. Ich werde alle Positionen schließen und kaufe mir Hühner, damit bin ich die kommenden Wochen unabhängig bin, denn die legen immer ein paar Eier.“

Autor: Nicolas Ebert



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