"Unternehmenssterben auf Raten" Prominenter Wirtschaftsanwalt kritisiert die GroKo / Was die Unternehmen retten soll, kommt zu spät, was funktionieren kann, wird verschwiegen

Nachrichtenagentur: news aktuell
22.03.2020, 12:40  |  347   |   |   
Hannover (ots) - Prof. Dr. Volker Römermann, Fachanwalt für Insolvenzrecht und
seit über zwei Jahrzehnten Vorstandsvorsitzender des Instituts für
Insolvenzrecht e.V., stellt der Politik ein schlechtes Zeugnis aus. Deren
Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Folgen in der Wirtschaft griffen entweder zu
kurz oder kämen zu spät, um Unternehmen wirklich zu retten. Stattdessen bürdeten
Sie den Unternehmen auf Jahre hinaus hohe Belastungen auf, an denen viele, die
jetzt überlebten, später zugrunde gehen würden.

Derzeit veranlasst das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zahlreiche Unternehmen
dazu, abzuwarten und sich auf Darlehen zu verlassen. Das führt zur Verschiebung
und Vertiefung der Probleme. Tatsächlich wäre zumeist ein sofortiger
Insolvenzantrag geboten, um während der drei Monate des Insolvenzgeldzeitraums
notwendige Anpassungen unter dem Schutz des Insolvenzverfahrens vorzunehmen und
die Unternehmen zukunftssicher aufzustellen.

Ob Kredit und Bürgschaft oder Kurzarbeit: Für eine Bearbeitung fehlen die
personellen Kapazitäten. Die Kredite laufen über die Hausbanken. Sie müssen die
Voraussetzungen prüfen: Bilanzen, Betriebswirtschaftliche Auswertungen,
Ertragsaussichten, Kapitaldienstfähigkeit. Die Prozesse bis zur Zahlung werden
Monate dauern. Die Liquidität wird den Unternehmen daher schneller ausgehen, als
diese Maßnahmen greifen könnten. Da kein Geld vorhanden ist, werden Mitarbeiter
monatelang keinen Lohn bekommen. Wenn die dringend benötigten Gelder endlich
fließen, ist dauerhafte Überschuldung die Folge.

Das bewährte, eingespielte und schnell arbeitende Verfahren des
"Insolvenzantrags wegen drohender Zahlungsunfähigkeit" mit anschließendem
vorläufigen Insolvenzverfahren wird hingegen systematisch verschwiegen. Die
Unternehmen wären über drei Monate von allen Löhnen und Gehältern befreit, die
Mitarbeiter erhielten die vollen Bezüge durch die Agentur für Arbeit und ständen
dem Arbeitgeber in Vollzeit zur Rettung zur Verfügung.

Auch dass die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt wird bis zum 30.09.2020, könnte
sich als Bumerang erweisen. Ob diese Bedingungen dafür (u.a.
Sanierungsfähigkeit) im Einzelfall erfüllt werden, ist oft fraglich. Hinzu
treten strafrechtliche Risiken, die von der Verschiebung der Fristen nicht
betroffen sind, insbesondere: Eingehungsbetrug (ist bei Bestellung
gewährleistet, dass gezahlt werden kann?) und Vorenthalten von
Sozialversicherungsbeiträgen. Die Risiken der Geschäftsleitung vergrößern sich
jeden Tag.

Volker Römermann meint: "Ich habe den Video-Hilferuf des Bäckers Gerhard
Bosselmann hier in Hannover im Internet gesehen und war sehr berührt. Was er
gesagt hat und seine Tränen haben mich bewegt, den Schritt in die Öffentlichkeit
zu tun und vor den Maßnahmen der Bundesregierung zu warnen. Sie werden manche
retten, aber viele noch tiefer in den Strudel reißen."

Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Römermann ist Fachanwalt für Insolvenzrecht, für
Arbeitsrecht sowie für Handels- und Gesellschaftsrecht. Seit über zwei
Jahrzehnten Vorstandsvorsitzender des Instituts für Insolvenzrecht e.V.,
Vorstand der Römermann Rechtsanwälte AG mit Standorten in Hamburg, Hannover,
Berlin, Frankfurt, Erfurt und Mannheim ( http://www.roemermann.com ),
Geschäftsführer der Römermann Insolvenzverwalter Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
und der Römermann Consulting GmbH. Er fungiert als Präsident der German Speakers
Association (GSA) e.V., ist Honorarprofessor der Humboldt-Universität zu Berlin
und Direktor des dortigen Forschungsinstituts für Anwaltsrecht. Herausgeber und
Autor zahlreicher Publikationen insbesondere zum Insolvenz- und Sanierungsrecht.
Als Insolvenzverwalter bundesweit auch in großen Verfahren mit über 100.000
Beteiligten bestellt.

Pressekontakt:

PS:PR GmbH
Petra Spiekermann
Telefon: +49 221.77 88 98-0
Mobil: +49 172.21 05 208
E-Mail: petra.spiekermann@pspr.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/142822/4553768
OTS: Römermann Rechtsanwälte Aktiengesellschaft


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