Wholesale-Vertrieb: „Jetzt wird sich zeigen, welches Haus anpassungsfähig ist“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
25.03.2020, 10:00  |  154   |   |   
Corona-Krise und steigender Kostendruck, die Fondsindustrie steht vor immensen Herausforderungen. Beate Meyer, neue Leiterin Wholesale Vertrieb Deutschland bei UBS Asset Management, spricht im Interview über die akuten Herausforderungen im Vertrieb, große Fragezeichen beim Thema ESG und eine bisher unscharfe Wahrnehmung Chinas bei den Kunden.
Beate Meyer, Leiterin Wholesale-Vertrieb Deutschland bei UBS Asset Management

Frau Meyer, Deutschland und ganz Europa steht unter Corona-Schock. Viele Unternehmen – vor allem kleinere und mittelständische – trifft die Krise hart. Vor welchen Herausforderungen steht nun auch der Vertrieb im Asset Management?
Beate Meyer: Die Corona-Krise bringt uns in die außergewöhnlichste Situation, die wir bis dato erlebt haben, und stellt jeden von uns unter massive berufliche und persönliche Herausforderungen. In diesen Zeiten gilt es ruhig zu bleiben und vertrauensbildende Maßnahmen einzuleiten. Eine der größten Herausforderungen liegt in der Balance den Kunden jetzt transparente Informationen zu bieten, ohne sie dabei zu überfordern.
Neben der aktuellen Krisenlage bleibt natürlich eine Herausforderung im Vertrieb weiterhin bestehen, die wir als einen langfristigen Trend beobachten: Der Margendruck steigt, und das für alle Asset Manager. Wir stehen alle vor der entscheidenden Aufgabe, wie wir künftig unsere Earnings generieren können, gerade auch mit aktiv verwalteten Produkten.
Auf der anderen Seite haben wir das passive Geschäft, das immer mehr an Marktanteil gewinnt. Aber auch hier ist der Margendruck hoch. Zudem begleitet uns das niedrige Zinsumfeld seit Längerem und beschäftigt unsere Kunden. Deshalb stellen wir uns im aktiven Asset Management die Frage, wie wir unsere Kunden mit passenden Produkten bestmöglich bedienen können.
Die Pandemie bietet demnach innovativ aufgestellten Asset Managern nicht zuletzt auch Chancen?
Meyer: Der Trend zur virtuellen Kommunikation hat sich bereits in den vergangenen Jahren beschleunigt. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus wird diese Entwicklung noch weiter vorangetrieben – in der aktuellen Situation sind die Menschen dazu gezwungen, neue Kommunikationswege zu nutzen. Aber auch mit Blick auf die Notwendigkeit einer Umstellung des Wirtschaftslebens auf mehr Nachhaltigkeit stellt sich die Frage, ob wir künftig noch um die Welt reisen werden, um Meetings und Konferenzen zu besuchen oder ob wir stattdessen neue Medien nutzen. Ich gehe davon aus, dass wir auf der Vertriebsseite künftig zweigleisig fahren werden.
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