Gröschls Mittwochskommentar: 13/2020

Gastautor: Simon Weiler
25.03.2020, 11:28  |  131   |   |   

So da wären wir nun. Inzwischen hat das Virus auch das letzte Kaff der zivilisierten Welt und auch die USA erreicht. Mit jedem Tag, der vergeht, akkumulieren sich Daten und mithin Erkenntnisse, jedenfalls für die Statistiker, hoffentlich auch für die Mediziner. Unter dem Strich scheint sich dabei eines herauszukristallisieren: Es werden in den (vermeintlichen) Demokratien westlicher Prägung ganz klar Entscheidungen getroffen, wieviel Mitglieder einer Bevölkerung zugunsten der Wirtschaftsleistung man zu opfern bereit ist. Natürlich ist diese Entscheidung von Demographie, Gesundheitssystem, Reserven und Akzeptanz in der Bevölkerung abhängig, aber im finalen Kondensat läuft´s wohl darauf hinaus.  

Die Extremata reichen hier wohl von den USA - A fellow Republican, Texas Lieutenant Governor Dan Patrick, suggested vulnerable senior citizens may be willing to sacrifice their lives for the good of the economy. (Quelle: Bloomberg Evening Briefing 25/03/2020) – bis zu den eher sozial(istisch) geprägten Staaten Europas. Welcher Weg letztendlich der weniger schmerzhafte sein wird, werden künftige Generationen zu beurteilen haben. Natürlich spielt der Faktor Zeit eine ganz wesentliche Rolle, denn je später ein Staat in den epidemiologischen Zyklus einsteigt, umso größer ist die Chance, dass die Zeit bis zur Entwicklung eines Medikaments kurz genug ist, um davon profitieren zu können. Dass das Risiko, hier falsch zu liegen (mit dem derzeitigen Wissensstand eines Beobachters ;-)) oder sich nur um wenige Monate zu verkalkulieren, relativ hoch ist, versteht sich von selbst. Die Toleranz für Heldentot ist in Nationen, die regelmäßig mit in Särgen von irgendwo zurückfliegenden Soldaten, konfrontiert sind, möglicherweise höher als in weniger kriegerischen Ländern.  

Ein weiterer, meiner Ansicht nach, auch nicht glücklicher Nebenaspekt der Geschichte ist, dass aus diversen Kinder- und Jugendzimmern immer häufiger ein, wenn bis dato noch unterschwelliges Junktim zu hören ist, dass man der älteren Generation jetzt zwar gerne hilft, aber dann auch erwartet, dass, wenn die Geschichte endlich vorbei ist, man auch radikaler an der Erhaltung der Zukunft der nächsten Generationen – Stichwort Klimawandel – arbeitet. Dass das natürlich gerade in zukünftigen Zeiten des wirtschaftlichen Nachholbedarfs konfliktär werden wird, scheint selbstredend. Den Gedanken in allen Schichten einer möglichen Radikalität weiter zu spinnen, kann wohl jeder selber.. 

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