Thyssenkrupp will Tausende in Kurzarbeit schicken

Nachrichtenagentur: news aktuell
26.03.2020, 02:10  |  134   |   |   
Düsseldorf (ots) - Die Corona-Pandemie trifft auch den Essener Industriekonzern
Thyssenkrupp hart. Personalvorstand Oliver Burkhard sagte der Düsseldorfer
"Rheinischen Post" (Donnerstag), unterm Strich rechne der Konzern damit, "dass
wir perspektivisch mehrere Tausend Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken
müssen. Wir versuchen, die Auswirkungen auf unsere Leute so gut es geht
abzufedern." Im Stahlbereich werde das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent
aufgestockt, eine tarifliche Sonderzahlung in freie Tage umgewandelt, und
Arbeitszeitkonten würden abgebaut. "Wir stellen uns darauf ein, dies noch eine
längere Zeit durchzuhalten. Wir machen das, um unsere Leute an Bord halten zu
können. Damit wir am Tag eins nach der Krise wieder voll hochfahren können",
sagte Burkhard. Dem Personalvorstand zufolge befinden sich 25.000
Thyssenkrupp-Mitarbeiter weltweit derzeit im Homeoffice, 12.000 davon in
Deutschland. Staatshilfen in der Corona-Krise will der Konzern nicht beantragen.
Allerdings forderte Burkhard staatliche Hilfe für den Umbau zur
klimafreundlichen Stahlproduktion: "Alleine wird die Stahlindustrie die
Transformation nicht schaffen. Wenn die Politik industrielle Wertschöpfung und
Arbeitsplätze im Stahl erhalten will, braucht es gegebenenfalls ein
Transformationspaket für die gesamte Stahlbranche. Wir als Thyssenkrupp gehen da
jetzt in der Krise in Vorleistung", sagte er. Nach Angaben von
Thyssenkrupp-Stahlchef Bernhard Osburg erfordert der Umbau des Werkes in
Duisburg ein Investitionsvolumen von etwa zehn Milliarden Euro. "Aber es geht da
gar nicht allein um Kosten. Es geht auch um Infrastruktur und Marktanreize.
Darüber müssen wir mit der Politik reden", sagte Osburg.

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