Krankenhausausrüster: Warum die Philips-Aktie jetzt noch besser ist als die von Siemens Healthineers

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
26.03.2020, 09:38  |  487   |   |   

Auf der Suche nach Unternehmen, die kaum von der Coronakrise betroffen sind oder sogar mit Zusatzgeschäft rechnen können, stößt man fast unweigerlich auf die Medizintechnikbranche. Aktien wie die von Philips (WKN: 940602) und Siemens Healthineers (WKN: SHL100) gehören dabei zur ersten Wahl.

Aber sind diese aus Anlegersicht austauschbar? Nicht ganz: Ein paar Details haben mich zum Schluss gebracht, dass man sich mit der Philips-Aktie im Moment besser positionieren kann.

Zwei Hightechrivalen im Größenvergleich

Die Überschneidungen im Produktspektrum von Philips und Healthineers sind groß. Vor allem bei der bildgebenden Diagnostik kämpfen die beiden Top-3-Spieler seit vielen Jahren erbittert um Marktanteile. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Krankenhäuser, die nicht von dem einen oder dem anderen mit medizinischen Geräten ausgerüstet wurden. Entsprechend haben sich auch die Charts seit dem Börsengang von Healthineers über weite Strecken ähnlich entwickelt:


Erstellt mit YCharts; relativer Vergleich der Kursentwicklung von Siemens Healthineers und Philips ab Juni 2018

Mit 36 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ist Healthineers ein Stück größer als der holländische Rivale, der am 25. März auf 29 Mrd. Euro kommt. Umgekehrt sind die Verhältnisse beim Umsatz: 14,5 versus 19,5 Mrd. Euro. Diese Tatsache ist möglicherweise bereits ein Hinweis darauf, dass Philips die attraktivere Aktie sein könnte, auch wenn Healthineers im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Nettogewinn von 1,6 gegenüber 1,2 Mrd. Euro deutlich profitabler war.

Warum Philips kurz- bis mittelfristig aufholen könnte

Beatmungsgeräte
Wenn es darum geht, in Regionen mit besonders hohen COVID-19-Fallzahlen Leben zu retten, dann kommt die Diskussion fast immer auf Beatmungsgeräte zu sprechen. Sie stellen sicher, dass Menschen mit krankheitsbedingter Atemnot trotzdem noch genügend Sauerstoff ins Blut bekommen. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo schätzt, dass schon in Kürze 30.000 Geräte gebraucht werden, um alle schweren Fälle zu versorgen.

Es gibt nur eine Handvoll von Herstellern hochwertiger Geräte. Philips gehört dazu und produziert aktuell rund um die Uhr. Die Produktion wird massiv auf das Vierfache hochgefahren. Healthineers kann da nicht mithalten, weil das Geschäft schon längst an Drägerwerk (WKN: 555060) abgegeben wurde.

Gesundes Leben
Die Münchener haben ihr Geschäft sehr fokussiert auf teure Krankenhaus- und Laborgeräte ausgerichtet. Das bringt einerseits die Verlässlichkeit und die guten Margen. Andererseits sind die Wachstumschancen dadurch vielleicht auch enger begrenzt als bei Philips, das sich auch betont an Konsumenten richtet.

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